Provokationsstudien sollen einheitlicher werden

Allergo Journal, Aug 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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Provokationsstudien sollen einheitlicher werden

Allergo J Provokationsstudien sollen einheitlicher werden - Fmit Allergenprovokationskammern ür die Vereinheitlichung von Studien emp ehlt eine Expertengruppe der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) unter anderem eine Validierung der Allergenexposition, einen Standardablauf der Exposition bei Dauer und Anzahl der Sitzungen, der Datenauswertung, der erfassten klinischen Symptomatik sowie der Ausstattung und Reinigung der Kammern. Außerdem sollte die Patientenauswahl sowohl hinsichtlich von Indikationen und Kontraindikationen als auch der Teilnehmerzahl begründet werden. Möglicherweise gelingt es sogar, die Ergebnisse der Pollenkammeruntersuchungen mit denen der klinischen Feldversuche besser vergleichbar zu machen. Denkbar sind neuartige Studiendesigns wie Hybridstudien, in denen die Studienteilnehmer sowohl standardisiert als auch unter naturalistischen Bedingungen den Atemwegsallergenen ausgesetzt werden. Damit sollte es auch möglich sein, Pollenkammerstudien nicht nur wie bisher für die Studienphasen I und II heranzuziehen, sondern auch für kon rmatorische und zulassungsrelevante Phase-III-Studien. Das würde den bisher Patienten mit Erdnussallergie erhalten oftmals die Empfehlung, auch auf Schalenfrüchte und andere Leguminosen zu verzichten. Tatsächlich leidet aber nur ein Teil der Erdnussallergiker unter solchen Kreuzallergien. Eine französische Arbeitsgruppe hat sich zur Aufgabe gemacht, in einer Kohorte von erdnussallergischen Kindern Phänotypen zu identi–zieren, die bei der Risikoabschätzung für Kreuzallergien helfen sollen. Zwurden in der Allergieabteilung des wischen März 2004 und Mai 2016 St. Vincent Hospital in Lille 317 Kinder mit klinisch relevanter Erdnussallergie rekrutiert. Etwa zwei Drittel der Kinder litten parallel unter atopischer Dermatitis und/oder Asthma. 87,1% der Kinder zeigten Sensibilisierungen gegenüber Schalenfrüchten oder Leguminosen. Kinder mit einer Erdnussallergie und einer zusätzlichen Kreuzallergie hatten fast alle (93,4 %) eine atopische Dermatitis, drei Viertel ein Asthma und mehr als zwei Drittel beides. Eine atopische Dermatitis wurde mittels multivariater Analyse als Risikofaktor für eine klinisch relevante Kreuzallergie identi ziert. Während Kreuzallergien zu mindestens einer Schalenfrucht bei fast 38,8 % der Kinder festgestellt wurden, zeigten nur 25 von 211 Sensibilisierten eine Kreuzallergie zu Hülsenfrüchten. Die häu gsten Vertreter bei den Schalenfrüchten waren Haselnuss mit 21,8 %, Cashew mit 17,8 % und Pistazie mit 17,3 %. Dabei waren 69 von 179 sensibilisierten Kindern auf Haselnuss allergisch, 56 von 186 auf Cashew und 55 von 188 auf Pistazie. Walnuss- und Mandelallergien waren mit 3,8 % (12/104) und 2,2 % (7/114) deutlich seltener. Auf Pekannuss reagierten nur zwei Kinder, auf Paranuss, Macadamia und Pinienkerne keines. Diese Daten untermauern die hohe Kreuzallergenität zwischen Cashew und Pistazie, widersprechen aber der vielfach angenommenen Kreuzreaktivität zwischen Walnuss und Pekannuss. erheblichen Aufwand der klassischen (Langzeit-)Multicenterstudien reduzieren. Vor allem aber ließe sich mithilfe der Pollenkammerstudien der maximale ŒerapieeŽekt ohne zusätzliche Bedarfsmedikation sowie der genaue Zeitpunkt des Œerapieeintritts bestimmen. Diese wichtigen Variablen lassen sich mit Feldstudien nur näherungsweise festlegen. Fazit: Mit der Harmonisierung von Methodik und Auswertung von Allergenexpositionskammerstudien könnte deren Potenzial in der Erforschung allergischer Atemwegserkrankungen und der Etablierung neuer Œerapien noch besser genutzt werden. Dr. Barbara Kreutzkamp Pfaar O et al. Allergen exposure chambers: harmonizing current concepts and projecting the needs for the future – an EAACI Position Paper. Allergy 2017; 72: 1035–42 Bei den Leguminosen waren die Hauptvertreter Erbse mit 3,2% (10/78), Linse mit 2,8% (9/106) und Soja mit 1,9% (6/107), während Lupine und Kichererbse trotz Sensibilisierung nur bei drei respektive zwei Kindern zu allergischen Reaktionen führten. Eine Allergie gegenüber Saubohne und weißer Bohne konnte bei 87 beziehungsweise 57 sensibilisierten Kindern nicht nachgewiesen werden. Innerhalb der Kohorte ließen sich drei Gruppen (Cluster) identi zieren: Cluster 1 zeichnete sich durch eine schwere Erdnussallergie mit hohen Arah-2-Spiegeln aus. Auch die anderen Speicherproteine zeigten in dieser Gruppe die höchsten Werte. Die Reaktionsschwelle lag im Median bei 41,5 mg Erdnussprotein. Dieser Gruppe ließen sich 72 Kinder zuordnen, die fast alle unter Asthma (80,6 %) und allergischer Rhinitis (90,3 %) litten. Eine Kreuzallergie zeigte lediglich knapp ein Drittel (31,9 %). Cluster 2 war gekennzeichnet durch eine milde Erdnussallergie ohne Kreuzallergie zu Schalen- und/ oder Hülsenfrüchten. Die Gruppe umfasste 93 Kinder. Asthma und atopische Dermatitis lagen nur zu 35,5 % und 32,3 % vor. Kinder dieser Gruppe hatten verglichen mit de


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Dr. Barbara Kreutzkamp. Provokationsstudien sollen einheitlicher werden, Allergo Journal, 2017, 11-11, DOI: 10.1007/s15007-017-1388-7