Reduktion der Überblähung wirkt antientzündlich

MMW - Fortschritte der Medizin, Aug 2017

Christina Ott

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-017-9956-z.pdf

Reduktion der Überblähung wirkt antientzündlich

MMW Fortschritte der Medizin Reduktion der Überblähung wirkt antientzündlich Chronische Rückenschmerzen 0 1 2 0 Schmerzmedizinischer Frühschoppen - Rückenschmerz 360°“ , Deutscher Schmerzund Palliativtag 2017; Frankfurt/M., März 2017, Veranstalter: Grünenthal 1 Veranstaltung „Berliner Luft“; Berlin , Mai 2017, Veranstalter: Berlin-Chemie 2 Christina Ott - _ Nach den aktuellen GOLD-Leitlinien ist für die «erapie von COPD-Patienten mit mäßiger Symptomatik ein Bronchodilatator vorgesehen. Die POET-Studie mit über 7.300 COPD-Patienten, in der ein langwirksamer Muskarinantagonist (LAMA), z. B. Tiotropium, und ein langwirksamer β-Agonist (LABA), z. B. Salmeterol, miteinander verglichen wurden, ergab mit einer Reduktion der Exazerbationen um 17%, einen deutlichen Vorteil für Tiotropium. Prof. Andreas Koczulla, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, erklärte den E°ekt der Bronchodilatation auf die Exazerbationen so: „Bei COPD wird durch die Überblähung Stress auf die Atemwege ausgeübt, und dieser Stress führt zur Produktion von Entzündungs-Mediatoren. Reduziert man die Überblähung, geht auch die Entzündung zurück.“ Bei COPD-Patienten mit initial ausgeprägter Symptomatik ist eine LAMA/ LABA-Kombination (z. B. die Fixkombination Aclidiniumbromid/Formoterol 400/12 μg, Brimica® Genuair®) angezeigt. Dies ist deshalb sinnvoll, weil es in den Atemwegen unterschiedliche Rezeptoren gibt. Zum einen sind M3-Rezeptoren zu nden – die Angri°sstelle der LAMA. Über M3-Rezeptoren wird die Aktivität des Parasympathikus gehemmt, der primär den Atemwegstonus des Menschen steuert. Aclidinium besetzt die M3-Rezeptoren, Acetylcholin kann nicht binden, und die Kontraktion der glatten Bronchialmuskulatur wird verhindert. Der zweite Weg führt über die β2Rezeptoren. LABA bewirken über eine Stimulation dieser Rezeptoren auf der glatten Atemwegsmuskulatur eine Bronchodilatation. „So können Sie additive E°ekte erreichen“, sagte Koczulla. Wichtig sei dies, weil eine höhere Lungenkapazität dabei helfen kann, den Teufelskreis aus Überblähung, Lu´not, Dekonditionierung und Muskelatrophie zu durchbrechen. _ Die Chroni zierung von Rückenschmerzen wird maßgeblich durch eine zentrale Sensibilisierung getrieben, die Prof. Ralf Baron, Universitätsklinikum Kiel, und Mitarbeiter in Experimenten objektivierbar darstellen konnten. Dies gab ihnen die Möglichkeit zu prüfen, inwieweit das Ansprechen auf Tapentadol (Palexia®) durch das Ausmaß der Sensibilisierung beein‹usst wird. Nach den noch nicht publizierten Daten ist bei Patienilta ten mit einem Sensibilisieo o F / iraa3000n bCherruohneisnchneicRhüt cskeeltnesnchaumfeerizneenr © zentralen Sensibilisierung. F rungsindex von 0 mit einer etwa 50%igen Verbesserung der Lebensqualität zu rechnen. „Das ist für einen Patienten mit chronischen Rückenschmerzen schon ein sehr gutes Ergebnis“, betonte der Neurologe. Bei dem höchsten Index von 5 lässt sich sogar eine 80%ige Verbesserung erreichen. Der frühzeitige Einsatz von Tapentadol könne eine Schmerzchroni zierung möglicherweise verhindern. Erklärbar seien solche Befunde durch den Wirkmechanismus“, mit dem die Substanz der Sensibilisierung an verschiedenen Stellen entgegenwirke. Als μ-Opioidrezeptor-Agonist reduziere es die Aktivität von Schmerzfasern in der Peripherie sowie auf Rückenmarksebene und vermutlich auch im Gehirn. Durch die selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung stabilisiere es außerdem die körpereigene Schmerzkontrolle. Die Wirksamkeit von Tapentadol unter den Bedingungen der täglichen Praxis belegt eine in Deutschland durchgeführte nicht-interventionelle Studie mit 5.002 Patienten mit starken chronischen Schmerzen [Lange T, Krings D, Waldmann-Rex S. MMW-Fortschr Med. 2015;157(Suppl 4):12–21]. ■ Dr. Matthias Herrmann


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-017-9956-z.pdf

Christina Ott. Reduktion der Überblähung wirkt antientzündlich, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 67-67, DOI: 10.1007/s15006-017-9956-z