Diabetesrisiko der Deutschen ist gesunken

MMW - Fortschritte der Medizin, Aug 2017

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Diabetesrisiko der Deutschen ist gesunken

MMW Fortschritte der Medizin Was die Verschreiber am Entschreiben hindert Absetzen P©icht. Allerdings sagten die Ärzte auch, es gebe viele Hindernisse auf diesem Weg - und wenig Anreize, ihn zu beschreiten. Die Studie brachte zwei wesentliche Hindernisse zu om Tage, die dem Absetzen .ceob entgegenstehen: Das eine .t/sckaod Vköernonrtdenmunagnskaulslt„uärr“ztlicbheertsckeeeoKnhb Fszceuhirclchehcnthetnee.riAnHerizetrzRusopsllieeei,lnt udeniinde R© dem Patienten womöglich zu schaden, wenn man ihm seine Medikamente nimmt. Hinzu kommt auch die Scheu, eine ¨erapie zu beenden, die ein Kollege begonnen hat. Das zweite, größere Hindernis steht aufseiten der Patienten. Die Mediziner geben an, o¬ gar nicht genau zu wissen, was ihre Patienten alles schlucken, weil der Austausch von Informationen unter den Kollegen stocke. Zudem könne das Absetzen von Medikamenten dem Patienten ein Gefühl vermitteln, der Arzt habe den Betre-enden aufgegeben. Hinzu kommt die Unsicherheit im Wissen, wie multimorbide ältere Patienten optimal zu behandeln seien. Solche Unsicherheit erzeugt Angst. Wer Angst hat, schreibt aber lieber noch ein weiteres Medikament aufs Rezept, als eines aus der Liste zu streichen. Die Ärzte in der Studie präsentierten eigene Vorschläge, wie sich die Lage verbessern ließe. Dazu gehört es ihrer Ansicht nach, in Leitlinien auch das Absetzen von Medikamenten aufzunehmen. Viele wünschten sich mehr Information und Training zu diesem ¨ema. ■ rb ■ Wallis KA et al. Ann Fam Med 2017;15:341-346 - Polypharmazie gefährdet besonders die alten Patienten. Medikamente abzusetzen und einmal Verschriebenes nicht mehr zu verordnen, empfinden viele Ärzte als ein Schwimmen gegen den Strom der Patientenerwartungen. Dabei hätten die Patienten den meisten Nutzen davon. _ Bis zu 10% der Klinikeinweisungen gehen, der medizinischen Literatur zufolge, auf Probleme zurück, die mit einer medikamentösen Behandlung in Verbindung stehen. Der größte Teil davon wäre durch eine vorsichtigere Rezeptierpraxis zu verhindern. Zu solcher Vorsicht am Rezeptblock gehört es, Mittel abzusetzen, deren Nachteile den Nutzen überwiegen. Solches „Entschreiben“ (im Englischen „deprescribing“ ) gehört seit jeher zu den Aufgaben von Ärzten. Ein Forscherteam vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Auckland, Neuseeland, hat 24 Hausärzte zu dem ¨ema befragt. Generell waren die Mediziner sich durchaus einig, dass das Absetzen von Medikamenten für ein sicheres Verordnungsverhalten wichtig ist. Dort, wo es dem Patienten nütze, sei das _ Forscher um Rebecca Paprott (Robert-Koch-Institut Berlin und Deutsches Zentrum für Diabetesforschung München) wendeten den DRT auf Teilnehmer zweier großer Gesundheitssurveys an. Aus dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) bezogen sie 6.457 und aus der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland 1 (DEGS1, 2008–2011) 6.095 bislang nicht an Diabetes erkrankte Teilnehmer ein. Das alters- und geschlechtsadjustierte Fünf-Jahres-Risiko für die Sto—wechselerkrankung ging zwischen den beiden Surveys um 27% zurück, von 1,5% auf 1,1%. Ursächlich für die positive Veränderung des DRT waren vor allem ein Rückgang beim Verzehr von rotem Fleisch sowie eine Abnahme des Taillenumfangs. Ein geringerer Beitrag kam dadurch zustande, dass die Teilnehmer des jüngeren Surveys weniger rauchten und mehr Ka—ee tranken. Etwas geschmälert wurde der E—ekt dieser günstigen Veränderungen durch eine erhöhte Hypertonieprävalenz. Allerdings besserte sich die Risikokonstellation praktisch nur bei Menschen mit hohem Bildungsgrad (Risikoreduktion von 1,3% auf 0,8%). Bei geringer Bildung blieb das Erkrankungsrisiko dagegen auf einem konstant hohen Niveau (2,7% und 2,5%). ■ bs ■ Paprott R et al. BMJ Open 2017;7: e013058


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bs. Diabetesrisiko der Deutschen ist gesunken, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 8-8, DOI: 10.1007/s15006-017-9924-7