Zytostatikum stabilisiert Erfolg der Harnröhrenschlitzung

Uro-News, Aug 2017

Dr. Beate Schumacher

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Zytostatikum stabilisiert Erfolg der Harnröhrenschlitzung

URO-NEWS Prostatektomie: Blasenhals nicht zu eng machen! - Bnehmend Wert auf den Erhalt des ei der Prostatektomie wird heute zuBlasenhalses gelegt. Dadurch sollen die Patienten postoperativ schneller wieder eine möglichst optimale Kontinenz erlangen. Auf die Stärke, sprich den Durchmesser des verbleibenden Blasenhalses scheint es dabei jedoch nicht so sehr anzukommen. Ein Team um Mark D. Tyson, USA, hat 107 Patienten mit Prostatakarzinom prospektiv nachbeobachtet, die sich einer robotergestützten laparoskopischen radikalen Prostatektomie (RALP) unterzogen hatten. Als primärer Endpunkt diente den Forschern die subjektive Inkontinenzrate, angegeben als Wert im EPIC(Expanded Prostate Cancer Index Composite)-Score. Der Gesamtscore umfasst 100 Punkte, wobei ein höherer Wert für eine bessere Blasenfunktion steht. Die Blasenhalsdicke wurde intraoperativ gemessen, indem man vor der Ausführung der vesikourethralen Anastomose durch eine zusätzliche Ö†nung ein Lineal einbrachte und so den größten Durchmesser ermittelte. Dieser betrug im Mittel 13 mm. Sechs sowie zwölf Wochen nach dem Eingri† wurden die Patienten gebeten, einen Fragebogen zur Blasenfunktion (EPIC-Score) auszufüllen. Beide Male zeigte sich kein nennenswerter Ein—uss der Blasenhalsdicke auf die Inkontinenz. Nach sechs Wochen lag der Beta-Koe¬zient – die geschätzte Di†erenz im Blasenhalsdurchmesser zwischen Patienten im höchsten versus Patienten im niedZytostatikum stabilisiert Erfolg der Harnröhrenschlitzung Das hohe Rezidivrisiko nach Urethrotomia interna lässt sich vermutlich senken, wenn dabei Mitomycin C in die Läsion injiziert wird. Dterna wird durch das hohe Risiko für er Stellenwert der Urethrotomia inlängere Rezidivengen limitiert. Michael R. Farrell und Kollegen haben versucht, den Erfolg der Intervention durch Injektion von Mitomycin C zu steigern. Durch das Zytostatikum sollte eine weitere Fibrosierung vor allem im angrenzenden gesunden Gewebe verhindert werden. Die 44 Patienten der Studie hatten nach mindestens einer vorausgegangenen endoskopischen oder o†en chirurgischen ‡erapie erneut eine symptomatische Striktur der bulbären/bulbär-membranösen Urethra mit einer Länge von median 2 cm entwickelt. Bei 18 Patienten war die Striktur durch Brachytherapie und/oder externe Bestrahlung induziert. Bei der Urethrotomie unter Sicht wurde die narbige Engstelle bis zum gesunden Gewebe mit dem kalten Messer in den Positionen 12, 3 und 9 Uhr inzidiert, dann wurden intraläsional 4 mg Mitomycin C injiziert. Nach dem Eingri† hatte der maximale Harn—uss in der Uro—owmetrie signi˜kant zugenommen, sowohl in der Gesamtgruppe als auch bei den Patienten mit nicht durch Radiotherapie induzierter Striktur. Bei den Patienten mit Strahlungsschaden war keine Verbesserung festzustellen. Das Restharnvolumen hatte in keiner Patientengruppe abgenommen. 33 der 44 Patienten (75 %) benötigten während der Nachbeobachtungszeit von median 26 Monaten keine weitere chirurgische Behandlung. Bei den verbleibenden elf Patienten vergingen bis zum Rezidiv median 10,7 Monate. Ein Rezidiv war de˜niert als Striktur, die mit einem —exiblen 16-Charrière -Zystorigsten Perzentil – bei 0,88. Das höchste Perzentil entsprach 18 mm, das niedrigste 7 mm. Nach zwölf Wochen betrug der Beta-Koe¬zient 5,80. Beide Werte waren nicht signi˜kant. In drei Fällen fand sich ein tumorzell-positiver Schnittrand am Blasenhals: Die Blasenhalsstärken dieser Patienten betrugen 5, 7 und 15 mm. Fazit: „Alle Bemühungen, den Blasenhalsdurchmesser so klein wie möglich zu halten, haben die frühen Kontinenzergebnisse nicht maßgeblich beein—usst“, so Tyson und sein Team. Damit sei jedoch nicht gesagt, dass die blasenhalsschonende Technik per se unwirksam sei. In der vorliegenden Studie habe man lediglich den E†ekt unterschiedlicher Blasenhalsstärken innerhalb der blasenhalserhaltenden Prostatektomie untersucht und nicht das Verfahren an sich bewertet. Dr. Elke Oberhofer skop nicht passierbar war, und/oder als obstruktive Miktionsbeschwerden, die weitere Maßnahmen erforderten. Fazit: Laut Farrell et al. handelt es sich bei der Urethrotomia interna unter Sicht mit Mitomycin C und anschließender sauberer intermittierender Katheterisierung „um eine sichere, e†ektive und breit verfügbare Methode zum Management komplexer wiederkehrender kurzer (< 3 cm) bulbärer und bulbär-membranöser Urethrastrikturen“. Wenn Begleiterkrankungen oder der Patientenwunsch einem o†en operativen Verfahren entgegenstünden, könne die Schlitzung mit Mitomycin-C-Applikation in Erwägung gezogen werden. Bei Patienten mit Lichen sclerosus oder einer Strikturlänge über 3 cm raten die Urologen allerdings ausdrücklich von der endoskopischen Behandlung ab. Dr. Beate Schumacher


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Dr. Beate Schumacher. Zytostatikum stabilisiert Erfolg der Harnröhrenschlitzung, Uro-News, 2017, 61-61, DOI: 10.1007/s00092-017-1596-1