Notfälle in der Endokrinologie und Diabetologie

Der Internist, Sep 2017

Prof. Dr. H. Lehnert, Prof. Dr. M. Reincke

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Notfälle in der Endokrinologie und Diabetologie

Notfälle in der Endokrinologie und Diabetologie H. Lehnert 1 2 3 4 M. Reincke 0 1 3 4 0 Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Klinikum der Universität München , München , Deutschland 1 Die typischen diabetologischen Notfälle werden von H. Kalscheuer, G. Serfling, S. Schmid und H. Lehnert ausführlich besprochen. Auch hier wird deutlich 2 Präsidium der Universität zu Lübeck, Universität zu Lübeck , Lübeck , Deutschland 3 Prof. Dr. M. Reincke Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Klinikum der Universität München Ziemssenstr. 1, 80336 München , Deutschland 4 Prof. Dr. H. Lehnert Präsidium der Universität zu Lübeck, Universität zu Lübeck Ratzeburger Allee 160 , 23562 Lübeck , Deutschland Während die typischen Krisensituationen in der Diabetologie - diabetische Ketoazidose, hyperosmolares Koma und Hypoglykämie - immer noch häufige präklinische, aber auch stationär auftretende Notfälle darstellen, sind Notfälle in der Endokrinologie eher selten. Die Datenlage ist nicht ganz einheitlich, aber nach epidemiologischen Schätzungen werden endokrinologische Notfälle bei etwa 1 % der notfallmäßig stationär aufgenommenen Patienten beobachtet. Diese Notfallsituationen entstehen in der Regel auf dem Boden einer bereits bekannten und chronischen endokrinen Erkrankung, wie etwa bei der Addison-Krise. Der Auslöser ist meist eine nicht-endokrine Erkrankung, was auch zur Vielschichtigkeit der Symptomatik beiträgt. - Ungeachtet der Tatsache, dass es sich gerade bei den endokrinologischen Notfällen um seltene Ereignisse handelt, sind sie doch differenzialdiagnostisch von erheblicher Bedeutung; Beispiele sind die vielfältigen, auch endokrinen, Ursachen einer Hypoglykämie oder endokrine Auslöser einer hypertensiven Krise. Dies bedeutet, dass von vornherein auch endokrinologische Krankheitsbilder in die Differenzialdiagnostik eingeschlossen werden müssen. In jedem Fall ist das Übersehen der Ursache für den Patienten eine Entwicklung mit in der Regel fatalen Folgen. Wie auch bei anderen Notfällen gilt hier, dass sich ein zielgerichtetes diagwie bedeutsam hinsichtlich der Vermeidung von Folgekomplikationen die rasche diagnostische und therapeutische Intervention ist. Insbesondere die Unterscheidung zwischen Ketoazidose und hyperglykämischer, hyperosmolarer Entgleisung ist unverändert relevant und sollte jederzeit vom internistisch tätigen Arzt beherrscht werden. Hinsichtlich der Einschätzung und auch der Prävention einer Hypoglykämie hat in der Diabetologie in den vergangenen Jahren ein Paradigmenwechsel stattgefunden; die Einstellung des Patienten mit Diabetes hat auch ganz übergeordnet zum Ziel, eine Hypoglykämie zu vermeiden, da sie beispielsweise als unabhängiger Risikofaktor für deletäre kardiovaskuläre Ereignisse gilt. Diese neuen Aspekte werden im Beitrag auch entsprechend gewürdigt. Die hyperkalzämische Krise und die Tetanie als Notfallsituationen aus dem Bereich des Kalziumstoffwechsels werden umfassend von C. Kasperk dargestellt. Insbesondere die hyperkalzämische Krise ist eine klare Notfallsituation, in der Regel entsteht sie entweder auf dem Boden eines primären Hyperparathyreoidismus oder als Tumorhyperkalzämie mit entsprechend supprimierter Sekretion von Parathormon. Diese Unterscheidung ist natürlich auch für das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen hoch bedeutsam. Unerkannt und unbehandelt verläuft sie in der Regel letal. Die Nebennierenkrise wiederum ist eine typische Erstmanifestation einer Nebennierenrindeninsuffizienz, tritt aber auch bei sonst gut behandeltem Morbus Addison auf. Auch hier gilt, dass Hauptauslöser externe Ereignisse sind, in aller Korrespondenzadresse Interessenkonflikt. H. Lehnert und M. Reincke geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.


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Prof. Dr. H. Lehnert, Prof. Dr. M. Reincke. Notfälle in der Endokrinologie und Diabetologie, Der Internist, 2017, 1-2, DOI: 10.1007/s00108-017-0319-8