Cannabinoide als Opioid-Koanalgetika bringen bei Krebsschmerzen nicht viel

Schmerzmedizin, Sep 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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Cannabinoide als Opioid-Koanalgetika bringen bei Krebsschmerzen nicht viel

Schmerzmedizin Cannabinoide als Opioid-Koanalgetika bringen bei Krebsschmerzen nicht viel - O Krebskranker unentbehrlich, verpioide sind in der Behandlung scha en aber auch bei optimaler Dosistitration und Kombination mit Standard-Koanalgetika nicht jedem Patienten eine angemessene Linderung. Als weitere koanalgetisch wirksame Substanzgruppe werden Cannabinoide wie Delta9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) diskutiert. So ist für den Cannabis sativa-Extrakt Sativex® in einigen Studien ein moderater koanalgetischer E ekt in der Behandlung starker Schmerzen bei Krebskranken dokumentiert. Zwei neue multinationale doppelblinde und placebokontrollierte Phase-III-Studien sollten das jetzt bestätigen. Alle einbezogenen Patienten hatten Krebs im fortgeschrittenen Stadium und trotz optimierter Opioidtherapie Scores zwischen ≥ 4 und ≤ 8 in der Numerical Rating Scale (NRS), einer 0- bis 10-Punkte-Skala zur Messung der täglichen durchschnittlichen Schmerzintensität. In Studie 1 (n = 399) erhielten die Patienten randomisiert das Cannabinoidspray zur oral-mukosalen Applikation oder Placebo und titirierten die Studienmedikation eigenständig über zwei Wochen entsprechend Wirksamkeit und Verträglichkeit, dann folgte die dreiwöchige Behandlungsphase. In Studie 2 (n = 406) erhielten zunächst alle Patien ten zur zweiwöchigen Selbsttitration das Cannabinoidspray und wurden dann erst in die Verum- oder Placebogruppe randomisiert und über fünf ¡erapiewochen beobachtet. In beiden Studien wurde der primäre Endpunkt – in Studie 1 die prozentuale Schmerzbesserung und in Studie 2 die durchschnittliche Schmerzbesserung in den NRS-Scores – nicht erreicht. In den Messungen zur Lebensqualität ergaben sich allerdings Vorteile für das Cannabionoid-haltige Medikament. Das Sicherheitspro¤l war gut, Hinweise für einen Missbrauch fanden sich nicht. Trotz dieses enttäuschenden Primärergebnisses wird die Studie allein durch ihre Datenfülle neue Erkenntnisse zur Schmerztherapie bei Krebspatienten bringen, erklärten die Autoren. Nachprüfenswert dür¥en auch die Ergebnisse einer Post-hoc-Analyse des primären Endpunkts sein. Danach wurden bei USamerikanischen Patienten unter 65 Jahre ein signi¤kanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zua ilt o o F / d n u e r F k c i N © Cannabinoidhaltige Sprays bringen bei mit Opioiden nicht ausreichend reduzierbaren Schmerzen keine weitere Verbesserung. gunsten des Cannabinoidsprays gefunden, der sich in Studienzentren außerhalb der USA nicht veri¤zieren ließ. Fazit: In zwei großen Phase -3-Studien konnte das Cannabinoidpräparat keine weitere Schmerzreduktion bei durch Opioide nicht ausreichend behandelbaren Krebsschmerzen erzielen. Warum US-amerikanische Patienten unter 65 hier eine Ausnahme darstellten, wird noch geklärt. Dr. Barbara Kreutzkamp Fallon MT et al. Sativex oromucosal spray as adjunctive therapy in advanced cancer patients with chronic pain unalleviated by optimized opioid therapy: two double-blind, randomized, placebo-controlled phase 3 studies. Br J Pain 2017; 11:119–33


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Dr. Barbara Kreutzkamp. Cannabinoide als Opioid-Koanalgetika bringen bei Krebsschmerzen nicht viel, Schmerzmedizin, 2017, 15-15, DOI: 10.1007/s00940-017-0636-y