Mehr als nur Blutzuckersenkung

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Anna Atak

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Mehr als nur Blutzuckersenkung

MMW Fortschritte der Medizin Risikopatienten brauchen sequenzielle Impfung 0 Fortbildungsveranstaltung „Sto”wechsel in Balance“; Berlin , Mai 2017, Veranstalter: Berlin-Chemie - _ Patienten mit einem Immundefekt oder mit immunsuppressiver Behandlung haben im Vergleich zu Personen ohne Grunderkrankungen ein 3,9mal höheres Risiko für PneumokokkenPneumonie. Bei chronisch niereninsuf zienten Patienten steigt das Pneumonierisiko sogar um das 5,4-Fache. Um diese Hochrisikopatienten optimal zu schützen, emp ehlt die Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-KochInstitut eine sequenzielle Impfung: Zuerst wird mit dem 13-valenten Konjugatimpfsto” mit PCV 13 (Prevenar 13®) geimp—, gefolgt von der Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharidimpfsto” PPSV23 nach sechs bis zwölf Monaten. Diese Impfstrategie sei wichtig, um eine e”ektive Immunisierung und den bestmöglichen Schutz vor lebensbedrohlichen Pneumokokken-Infektionen zu erzielen, erläuterte Prof. Dr. Jörg Schelling, Martinsried. Durch die Sequenzimpfung werde die möglicherweise bessere E”ektivität des Konjugatimpfsto”s um die breitere Serotypenabdeckung des Polysaccharidimpfsto”s ergänzt. a ilt o o F r/ e d n e r x a ilft o o © Pneumokokken – gefährliche Auslöser einer Pneumonie. Zu der Hochrisikogruppe zählen laut STIKO Patienten mit T-Zell-De zienz bzw. gestörter T-Zell-Funktion, B-Zell- oder Antikörperde zienz, Komplement- oder Properdinde zienz, funktionellem Hyposplenismus, Krebs, HIV-Infektionen, immunsuppressiver ¡erapie, Immunde zienz bei chronischem Nierenversagen, nephrotischem Syndrom oder chronischer Leberinsuf zienz sowie Patienten mit anatomischen oder Fremdkörper-assoziierten Risiken für eine PneumokokkenMeningitis (z. B. Liquor stel oder Cochlea-Implantat. Auch Patienten mit chronischen Herz- und Atemwegs erkrankungen oder Diabetes sollten eine sequenzielle Impfung erhalten. ■ Abdol A. Ameri ■ Pressegespräch „Pneumokokken-Impfung für Hochrisikopatienten – Update zu Empfehlungen und Zuständigkeiten für den Praxisalltag“, 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM); Mannheim, April 2017 (Veranstalter: PŒzer) Therapie des Diabetes mellitus Mehr als nur Blutzuckersenkung _ Das Risiko eines Typ-2-Diabetikers für einen Myokardinfarkt gleicht dem eines Patienten nach früherem Infarkt. Den Unterschied formulierte Prof. Stephan Jacob, Villen-Schwenningen provokativ: „Der mit dem Infarkt hat zumindest mal mitgekriegt, dass er krank ist.“ Die Botscha—: Zwischen realen Risiken des Diabetes und dem Bewusstsein dafür kla§ eine Lücke. Prinzipiell, so Jacob, wüssten Diabetespatienten zwar um Folgeerkrankungen, gerade die mortalitätsrelevanten Komplikationen aber seien im Bewusstsein kaum präsent. Korrespondierend komme in der ¡erapie das multifaktorielle Denken zu kurz. Während immerhin 63% der Typ2-Diabetiker in Deutschland einen HbA1c-Wert von unter 7,5% erreichten, sei nicht einmal bei jedem fün—en der Blutdruck im Zielbereich, und gerade einmal 14% erreichten LDL-Zielwerte. Dabei konnte eine isoliert strenge Blutzuckerkontrolle keine Reduktion der Mortalität zeigen, der multifaktorielle Ansatz mit gleichzeitiger Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck, Gesamtcholesterin und Triglyzeriden dagegen schon (absolute Risikoreduktion 20%). Weitere beein®ussbare Risikofakto ren, so Jacob, sind Adipositas, Bewegungsmangel und Nikotinabusus. Besonderes Augenmerk möchte er auf Cholesterinwerte gelegt wissen. Der lineare Zusammenhang zwischen der absoluten LDL-Senkung und der Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse sei gut belegt. Gerade für Diabetiker gelte: „the lower the better“. Medikamentöse Kombinationsansätze (Statin plus Ezetimib, z. B. Tioblis® als Fixkombination aus Atorvastatin und Ezetimib) seien wirksamer als Monoprärate. Auch bei erhöhten Harnsäurewerten steige das Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen, erläuterte Prof. Ursula Gresser vom Gichtzentrum München. So entwickelten hyperurikäme Mäuse im Tierversuch eine Glucoseintoleranz und eine Insulinresistenz. In einer kleinen randomisierten Studie zeigte sich unter dem Xanthinoxidasehemmer Febuxostat (Adenuric®) neben reduzierten Serumharnsäurewerten eine Abnahme der Entzündungsreaktion sowie eine verbesserte Sto”wechsellage und eine Reduktion der Insulinresistenz. ■ Anna Atak


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Anna Atak. Mehr als nur Blutzuckersenkung, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 74-74, DOI: 10.1007/s15006-017-0021-8