Adipositas schmälert Impfschutz

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

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Adipositas schmälert Impfschutz

A Mendelian randomization study. PLoS Med Noch eine Folge von Übergewicht? - k itc o S /se g a m Itt y e G /s iit n n tsa n o C © Immer mehr dicke Kinder, immer mehr Kinder mit Typ-1-Diabetes: Diese Koinzidenz ist offenbar kein Zufall. _ Seit einiger Zeit wird ein deutlicher Anstieg der Inzidenz von Typ-1-Diabetes bei Kindern beobachtet, und zwar um etwa 5% pro Jahr in den USA und 3–4% in Europa. Nach einer Metaanalyse verschiedener Beobachtungsstudien ist das Risiko für einen Typ1-Diabetes bei adipösen Kindern in etwa verdoppelt und bei jeder Standardabweichung nach oben im BMI um etwa ein Viertel erhöht. Diabetes im Genom? Saisonale In uenza Das können nun auch die Forscher um Fall anhand von genetischen Daten bestätigen. Ihren Berechnungen zufolge ist der E“ekt sogar noch größer. Danach wäre das Risiko für einen Typ-1-Diabetes bei adipösen Kindern etwa um den Faktor 2,7 gesteigert und pro BMI-Standardabweichung vom Normalgewicht um etwa ein Drittel. Für ihre Mendelsche Randomisierungsanalyse haben die Forscher das Genom von knapp 6.000 Personen untersucht, die bereits als Kind an Typ1-Diabetes erkrankt waren. Dabei schauten sie gezielt nach 23 Genvarianten (single nucleotide polymorphisms, SNPs), für die ein Zusammenhang mit Übergewicht bekannt ist. Eine vergleichbare Untersuchung veranlassten sie in Gendatenbanken mit rund 9.000 Teilnehmern ohne Typ-1-Diabetes. Wie sich zeigte, waren die AdipositasAllele bei Personen mit Typ-1-Diabetes in der Kindheit weitaus häu¢ger anzutre“en als in der Kontrollgruppe. Daraus konnte das Team um Fall bei einer Standardabweichung nach oben im BMI von Kindern ein um 32% erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes berechnen. Berücksichtigten sie nur die 13 Genloci, für die explizit ein Zusammenhang mit Adipositas bei Kindern besteht, ergaben die Kalkulationen pro Standardabweichung sogar ein um 55% erhöhtes Risiko. ■ mut Die jährliche Grippeimpfung scheint bei stark übergewichtigen Erwachsenen weniger wirksam zu sein als bei schlanken. _ Dicke Menschen sind durch In¥uenzaviren in zweifacher Hinsicht besonders gefährdet. Zum einen sind sie anfälliger für Grippekomplikationen, einschließlich Klinikeinweisungen und Tod. Hinzu kommt, dass sie sich trotz Grippeimpfung eher eine In¥uenza/in¥uenzaartige Erkrankung zuziehen als Normalgewichtige. In einer prospektiven Studie aus den USA war das Erkrankungsrisiko bei Adipositas verdoppelt. In den Grippesaisons 2013/14 und 2014/15 hatten sich insgesamt 1.042 Erwachsene an der Studie beteiligt, davon 27% mit Normalgewicht (BMI 18,5– 24,9), 28% mit Übergewicht (BMI 25– 29,9) und 44% mit Adipositas (BMI ≥ 30). Alle Teilnehmer waren mit der jeweils empfohlenen, trivalenten inaktivierten Grippevakzine geimpª worden. Trotzdem kam es bei zehn zu im Labor bestätigten In¥uenzaerkrankungen und bei 64 zu in¥uenzaartigen Erkrankungen (in¥uenza-like illness, ILI). Als ILI zählten Infektionen mit in¥uenzatypischer Symptomatik, bei denen jedoch nicht auf das Virus getestet worden war. Von den 74 In¥uenza-/ILI-Fällen traten 19% bei normal-, 22% bei übergewichtigen und 59% bei adipösen Teilnehmern auf. Adipöse hatten damit, wenn der Ein¥uss von Alter, Geschlecht, Rauchstatus und Impfsaison abgezogen wurde, ein zweimal so hohes Erkrankungsrisiko. Eine gesicherte In¥uenza bestand bei fünf Adipösen, von den Schlanken war dagegen nur einer betro“en. Als Ursache für die höheren Erkrankungsraten bei Adipösen vermuten die Studienautoren von der Universität in Chapel Hill eine gegenüber schlanken Personen reduzierte T-Zellfunktion. In einer vorausgegangenen Studie hatten die Forscher entdeckt, dass T-Zellen von grippegeimpªen Erwachsenen mit starkem Übergewicht durch eine Stimulation mit den In¥uenzaimpfstämmen in geringerem Maß aktiviert werden. ■ bs


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bs. Adipositas schmälert Impfschutz, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 22-22, DOI: 10.1007/s15006-017-9986-6