Liraglutid verzögert Diabetesentstehung

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Prof. Dr. med. H. S. Füeßl

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Liraglutid verzögert Diabetesentstehung

MMW Fortschritte der Medizin Liraglutid verzögert Diabetesentstehung A: Knötchen mit zentralem Punkt am Nagelrand. B: Exzision. C: Parasitäre Fliege mit Eiern. - _ In eine sehr aufwändige randomisierte, placebokontrollierte Studie an 191 klinischen Zentren in 27 Ländern wurden 2.254 Patienten mit einem BMI ≥ 30 kg/m2 bzw. 27 kg/m2 und Komorbiditäten einbezogen. 1.505 Teilnehmer erhielten Liraglutid, 749 Placebo. Nur 1.128 (50%) beendeten die Studie. Nach drei Jahren hatten 2% der Probanden in der Liraglutid-Gruppe einen manifesten Diabetes entwickelt, in der Placebogruppe waren es 6%. Unter Liraglutid dauerte es von der Randomisierung bis zur Entwicklung eines Diabetes 2,7-mal länger als unter Placebo. Rechnerisch ergab sich eine re lative Risikoreduktion um 79%. Bezog man noch die angenommenen Verläufe der abgesprungenen Probanden ein, ergab sich eine Reduktion um 66%. Auch verloren die Patienten in der Verumgruppe durchschnittlich 6,1% ihres Ausgangsgewichts, in der Placebogruppe waren es nur 1,9%. Schwerwiegende Komplikationen traten in beiden Gruppen gleich häu›g auf (15% vs. 13%). ■ le Roux CW, Astrup A, Fujioka K et al. 3 year of liraglutide versus placebo for type 2 diabetes risk reduction and weight management in individuals with prediabetes: a randomised, double-blind trial. Lancet. 2017;389:1399–409 KOMMENTAR Ein vielversprechender Ansatz, auch wenn interessanterweise viele Patienten überhaupt nicht auf die Therapie ansprachen. Die pathogenetischen Mechanismen sind also teils noch unklar. Ebenso bleibt o—en, welchen Anteil die Gewichtsabnahme an der Diabetesprävention hatte. Frustrierend ist die hohe Ausfallquote selbst bei Patienten, die in diabetologischen Zentren betreut wurden. Wieder einmal zeigt sich, wie schwierig die Betreuung von Diabetikern und Personen mit typischen Risiken ist. ■ Prof. Dr. med. H. S. Füeßl Schmerzhaftes Mitbringsel aus Uganda A B C Eine 22-jährige Patientin litt seit zehn Tagen unter Schmerzen und einer Rötung an der rechten Großzehe, die zehn Tage nach einer Uganda-Reise aufgetreten waren. Dort hatte sie sich manchmal nur mit Sandalen und ohne Socken im Garten der in einer Vorstadt gelegenen Jugendherberge aufgehalten. Am lateralen Nagelrand der Zehe fand sich ein gelblich-weißes Knötchen von 5 mm Durchmesser mit einem zentralen schwarzen Punkt (Abb. A). Unter der Verdachtsdiagnose einer Tungiasis im Stadium 3 wurde das Knötchen unter Lokalanästhesie exzidiert (Abb. B). Unter dem Stereomikroskop stellte sich der Erreger der Tungiasis, die weibliche Sandfliege Tunga penetrans, mit einer Körperlänge von 0,5 mm dar. Auch reife Eier waren zu erkennen (Abb. C). Sieben Tage später war die Läsion vollständig abgeheilt.


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Prof. Dr. med. H. S. Füeßl. Liraglutid verzögert Diabetesentstehung, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 36-36, DOI: 10.1007/s15006-017-0002-y