Nachgefragt bei...

der junge zahnarzt, Sep 2017

Springer Medizin

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Nachgefragt bei...

Nachgefragt bei... 0 Dr. Julia Faltermeier, MSc // Kieferorthopädie , Praxisinhaberin, Kelheim tisch aussagekrä igen Daten über den Lohn von Anfänger n und Fortgeschrittenen in niedergelassenen Praxen [7, 12]. Auch eine pauschale Berechnungsformel für das Gehalt angestellter Zahnärzte im Allgemeinen gibt es laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZVB) nicht [13]. Der Praxischef muss auf seine Praxis zugeschnitten individuell durchkalkulieren, wie viel er dem Angestellten zahlen kann [6]. Daten und Umfragen zusammengenommen, verdient ein frischgebackener Assistenzzahnarzt ohne Berufserfahrung zwischen 1500 und 3500 Euro in der freien Praxis. Nach zwei Jahren Berufserfahrung steigt das Gehalt sprungha um etwa 1000 Euro an. Nach vier Jahren erhöht es sich nochmals um zirka denselben Betrag. Bis zu 5600 Euro kann es ab vier erfahrenen Berufsjahren geben. Das meistgenutzte Gehaltsmodell ist die Kombination aus Fixum und 20 bis 30 % Provision meistens ab 10.000 Euro Umsatz [7, 12, 13]. Kliniken und Krankenhäuser Wesentlich transparenter sieht die Anstellung an Unikliniken aus. Hier werden sowohl Assistenten als auch angestellte Zahnärzte mittels einheitlicher, geschlechtsunabhängiger Tarifverträge vergütet. Vorbereitungsassistenten ohne Berufserfahrung Zahnärztliche MVZ Seit Sommer 2015 gibt es zahnärztliche medizinische Versorgungszentren, auch Z-MVZ genannt, die nur zahnmedizinisches Personal führen [15]. Vorher mussten Zahnärzte mit anderen Medizinern in einer MVZ arbeiten. Nun können Z-MVZ nur angestellte Zahnärzte einstellen – und zwar in unbeschränkter Anzahl, mindestens aber zwei [16]. Hauptsächlich werden diese Zentren in größeren Städten gegründet [17]. Da in solchen djz: Haben Assistenzzahnärzte zu hohe Erwartungen, oder sind ihre Gehaltswünsche eher bescheiden? Dr. Julia Faltermeier: Sie haben meistens zu hohe Erwartungen. Gerade Assistenten ohne Praxiserfahrung sollen sich erstmal beweisen. Wenn sie gut arbeiten, dann steigt das Gehalt von selbst an. Natürlich sollte man sich auch nicht unter Wert verkaufen, da man sonst selbst unzufrieden ist und wenig leistet. Tipp: Am besten eine persönliche untere Schmerzgrenze beim Wunschlohn festlegen, für die man bereit ist zu arbeiten. Der Rest kommt von selbst. djz: Welches Gehaltsmodell ist Ihrer Meinung nach das beste für den Einstieg als Assistenzzahnarzt? Faltermeier: De§nitiv Festgehalt. Bei Umsatzbeteiligung blickt man am Anfang sowieso nicht durch und macht auch anfangs einen geringen Umsatz. Am Ende verdient man wesentlich schlechter als mit einem Fixgehalt. Im Laufe der Anstellung kann das Gehaltsmodell verändert werden, wenn gewünscht und sinnvoll. djz: Was raten Sie Anfängern, wenn es um das erste Gehalt als Assistenzzahnarzt geht? Faltermeier: Sich objektiv informieren und vergleichen. Und nicht allen Kollegen glauben, da gerne im Bereich Gehalt ö ers etwas ge¬unkert wird. Zuerst eigene Fixkosten fürs Leben berechnen (Auto, Miete, Telefon, Internet) und dann schauen, was man noch zum Leben übrig haben will. Assistenten müssen sich auch bewusst machen, dass die Vorbereitungszeit ebenfalls zur Ausbildung gehört und dass das Anfangsgehalt nichts mit dem späteren zu tun hat. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. djz: Inwieweit verändern sich die Gehaltsverhandlungen mit langjährigen angestellten Zahnärzten? Faltermeier: Wer mit seinem langjährigen angestellten Zahnarzt zufrieden ist und diesen als Kollegen wertschätzt, wird diesem freiwillig ein sehr gutes Gehalt zahlen, da es für beide Seiten zufriedenstellend sein soll. djz: Was halten Sie von der sogenannten Work-Life-Balance? Faltermeier: Im Grunde ist es Einstellungssache. Als Chef muss man sich nun darauf einstellen können, dass viele angestellte Zahnärzte nicht mehr fünf Tage die Woche arbeiten möchten. Deswegen wollen sich die meisten auch nicht selbstständig machen. Ihre Freizeit ist ihnen zu kostbar. Ich per sönlich mache meine Arbeit gerne und denke nicht ständig an meine Freizeitaktivitäten. Deshalb macht mir mein Job auch Spaß. Ich glaube, die Einstellung zur Work-Life-Balance ändert sich mit den Lebensjahren.


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Springer Medizin. Nachgefragt bei..., der junge zahnarzt, 2017, 33-33, DOI: 10.1007/s13279-017-5408-5