Osteoporoseprophylaxe: Kinder- und Frauenärzte sind gefragt

gynäkologie + geburtshilfe, Sep 2017

Springer Medizin

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Osteoporoseprophylaxe: Kinder- und Frauenärzte sind gefragt

Osteoporoseprophylaxe: Kinder- und Frauenärzte sind gefragt Dr. med. Bernd Kleine-Gunk 0 0 Leiter der Gynäkologie am Metropol Medical Center, Nürnberg, und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin , GSAAM - U teoporose die am meisten unterdiagnostinter den großen Volkskrankheiten ist die Oszierte und untertherapierte. Von den rund acht Millionen an Osteoporose Erkrankten in Deutschland (davon 6,5 Millionen Frauen) ist lediglich ein Drittel richtig diagnostiziert. Von diesem wiederum wird ebenfalls nur ein gutes Drittel richtig (d. h. gemäß den Leitlinien des Dachverbandes Osteologie, DVO) therapiert. Als Folge erleidet jede dritte Frau nach den Wechseljahren einen osteoporotisch bedingten Wirbelkörperbruch. Die Zahl der Schenkelhalsfrakturen beläu‡ sich derzeit in Deutschland auf 160.000 jährlich. Etwa 20 % aller Frauen, die einen derartigen Bruch erleiden, versterben innerhalb eines Jahres an den Folgen ihrer Fraktur. Anders ausgedrückt: An Osteoporose sterben inzwischen mehr Frauen als an Brustkrebs. Das alles müsste nicht sein. Denn die Osteoporose ist keineswegs eine schicksalha‡e Erkrankung. Ihre Risikofaktoren sind allesamt gut bekannt und lassen sich e•ektiv und kostengünstig behandeln. Einmal mehr heißt auch hier der Schlüsselbegri• Prävention. Die sollte allerdings früh beginnen. Während die Osteoporose immer noch als klassische Alterserkrankung angesehen wird, weist Klaus M. Peters in seinem Artikel auf Seite 12 •. nach, dass die Grundlagen häu™g schon im Kindes- und Jugendalter gelegt werden. Am Anfang der Prävention stehen also die Pädiater. Dann kommen allerdings auch schon die Gynäkologen. Eine ganze Generation kün‡iger Osteoporotiker erwächst uns derzeit aus der immer größer werdenden Gruppe von essgestörten jungen Mädchen. Untergewicht, Fehlernährung und Östrogenmangel – das ist die Trias, die für eine drastisch ve-r minderte „peak bone mass“ im jungen Erwachsenenalter verantwortlich ist. Die nächste Risikogruppe sind dann Frauen ab 50. Das Klimakterium geht eben nicht nur mit Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen einher. Der Östrogenmangel führt auch zu einer deutlichen Abnahme der Knochendichte und damit zu einem erhöhten Frakturrisiko. Dieser Aspekt sollte als ein entscheidendes Kriteri um in die Menopausenberatung ein¤ießen – und für die sind nun einmal die Gynäkologen zuständig. Die Orthopäden kommen bei der Osteoporose zumeist erst dann ins Spiel, wenn der erste Knochen gebrochen ist. Dazu sollte es aber idealerweise gar nicht erst kommen. Gynäkologen haben die Möglichkeit, die Osteoporose bereits in ihren Vorstufen (als Osteopenie) zu diagnostizieren. Hierzu müssen sie lediglich ihre Menopausenpatientinnen dazu bewegen, eine DXA-Messung durchführen zu lassen. Nur diese Untersuchung erlaubt die exakte Erfassung einer verminderten Knochendichte. Gynäkologen haben aber auch die Möglichkeit, die Knochendichte therapeutisch zu beein¤ussen. Dazu steht die Hormonersatztherapie als wirksame Maßnahme an der Spitze der medikamentösen Behandlung. Neben der Hormonersatztherapie ist es darüber hinaus natürlich auch wichtig, die Spiegel an Vitamin D zu überprüfen (das ja ebenfalls ein Hormon ist), um dann gegebenenfalls auch hier eine entsprechende Substitution einzuleiten. All das ist einfach, kostengünstig und erwiesenermaßen hoch e•ektiv. Es bedeutet aber auch, das ¨ema Osteoporoseprophylaxe interdisziplinär anzugehen. Bone is everybody´s business.


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Springer Medizin. Osteoporoseprophylaxe: Kinder- und Frauenärzte sind gefragt, gynäkologie + geburtshilfe, 2017, 3-3, DOI: 10.1007/s15013-017-1225-9