„Schmerz- und Tumortherapie klar trennen“

Schmerzmedizin, Sep 2017

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„Schmerz- und Tumortherapie klar trennen“

Schmerzmedizin „Schmerz- und Tumortherapie klar trennen“ - — Methadon zur Krebstherapie ist in aller Munde, auch wir berichteten in der letzten Ausgabe der Schmerzmedizin 2017; 33(4):47–8 über den Ein¬uss der ö¢entlichen Berichterstattung. In dieser Diskussion betont auch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) in einer aktuellen Stellungnahme: Da es bislang keine Belege dafür gäbe, dass Methadon beim Menschen eine Hemmung des Gewebewachstums bewirkt, „(…) raten wir von der Verwendung von D,L-Methadon zur Tumortherapie ab.“ Dominik Bauer, Sprecher der Sektion Pharmazie der DGP, erläutert in einer Mitteilung: „Man muss sehr klar trennen zwischen dem Einsatz von Methadon zur Schmerztherapie und zur Tumortherapie: Methadon hat eine unbestrittene Wirkung auf Schmerzen, wie sie auch im Rahmen von Tumorerkrankungen vorkommen können, wohingegen es bisher keinen ausreichenden Nachweis für eine wachstumshemmende Wirkung auf das Tumorgewebe beim Menschen gibt.“ Auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) kritisiert, dass die vorgelegten Daten zur Wirksamkeit bei Gliomen ausschließlich auf einer unkontrollierten Studie beruhen. Aufgrund der mangelhaften Evidenz sei eine undi¢erenzierte O¢-Label-Anwendung von D,L-Methadon bei einer Krebstherapie nicht gerechtfertigt. Der Leiter des DGHO-Arbeitskreises Palliativmedizin, PD Dr. Ulrich Schuler, fordert daher kontrollierte Studien zu Methadon und Krebs. (eb) Zellen im Winterschlaf Ursache für chronisches Rheuma identi ziert? — Wieso wird rheumatoide Arthritis meist chronisch? Forscher an der Universität Erlangen-Nürnberg sind der Antwort auf diese Frage jetzt ein großes Stück näher gekommen. Sie fanden heraus, dass sogenannte angeborene Lymphozyten (Innate Lymphoid Cells) eine zentrale Aufgabe im Immunsystem übernehmen, um Entzünm o c . e b o d a . k c o t/s 1 n g i s e d s p © dungen zu stoppen [Nat Med 2017; 23(8):938–44]. „Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis be nden sich diese angeborenen Lymphozyten in einer Art Winterschlaf. Die Entzün dung bleibt daher bestehen. Weckt man angeborene Lymphozyten, kommt es zum Stopp der Entzündung und damit zum Ende der Schädigung am Gelenk“, so Dr. Andreas Ramming, Leiter der Studie. Dieses „Aufwecken“ funktioniere mit dem Botensto¢ Interleukin-9, es gäbe aber sicherlich verschiedene Ansätze dafür, erklärte Ramming. „Das ist eine Frage, an der wir weiterarbeiten wollen“, sagte der Rheumatologe. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass Rheumapatienten frühzeitig davon pro tieren könnten, ihre Anzahl an angeborenen Lymphozyten bestimmen zu lassen. Durch deren Messung könnten Ärzte eine gezielte Krankheitsprognose für einen Patienten stellen und eine individuelle, gezielte Therapie einleiten – und damit Rheumaschübe verhindern. (ajo) a ilt o o F v e il s a V x e l A © Eine Impfung gegen Herpes Zoster wird von der STIKO nicht empfohlen. STIKO — Jeden Sommer verö¢entlicht das Robert Koch Institut die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Dieses Jahr wird der Kalender zwar nicht ausgeweitet, aber bei einigen wichtigen Impfungen wurden Empfehlungen angepasst (Epi Bull 2017; 34:333). Seit 2013 ist in Deutschland ein Lebendimpfsto¢ gegen Herpes zoster (HZ) und postherpetische Neuralgie für Menschen im Alter ab 50 Jahren verfügbar. Die STIKO lehnt zurzeit eine Empfehlung für diese Vakzine als Standardimpfung ab. Der Grund: Die Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfsto¢s haben das Gremium nicht überzeugt. So nimmt die Wahrscheinlichkeit an HZ zu erkranken und die Schwere der Erkrankung mit dem Alter deutlich zu, hingegen nimmt die Wirksamkeit der Impfung mit dem Alter ab. Zudem ist die Schutzdauer der Impfung nur für wenige Jahre belegt. Eine mathematische Modellierung der zu erwartenden epidemiologischen E¢ekte bekräftigt die Entscheidung. Ein Grund für die STIKO-Entscheidung dürfte auch die Aussicht auf eine nach Studiendaten deutlich wirksamere ZosterVakzine sein, die sich im Zulassungsverfahren be ndet. Diese hat zudem fast keinen Wirkverlust im Alter und wäre auch bei Immunschwäche einsetzbar. (geis)


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eb. „Schmerz- und Tumortherapie klar trennen“, Schmerzmedizin, 2017, 7-7, DOI: 10.1007/s00940-017-0625-1