Die AAPV wird jetzt vergütet — Chancen und Risiken

Schmerzmedizin, Sep 2017

Springer Medizin

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Die AAPV wird jetzt vergütet — Chancen und Risiken

Schmerzmedizin Die AAPV wird jetzt vergütet - Chancen und Risiken Dr. med. Eberhard A. Lux Eberhard A. Lux - I und Palliativgesetzes und dessen Forderung, nfolge des Ende 2015 verabschiedeten HospizPalliativversorgung ächendeckend zu etablieren, wurde der EBM zum 1. Oktober 2017 durch acht neue Gebührenpositionen erweitert, welche extrabudgetär vergütet werden. Diese Vergütung ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt und soll die allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV) stärken. Neben der palliativmedizinischen Ersterhebung und Koordination der Versorgung werden Hausbesuche, Ru‘ereitscha’en, Fallkonferenzen sowie telefonische Kontakte mit an der Versorgung beteiligten Leistungserbringern honoriert. Nicht verwundern darf uns die Anforderung, dass diese Leistungen nur durch Kollegen abzurechnen sein werden, welche einen 40-stündigen Weiterbildungskurs zur Erlangung des Zerti—kates „Palliativmedizinische Grundversorgung“ gemäß dem Curriculum der Bundesärztekammer und der Deutschen Gesellscha’ für Palliativmedizin absolviert haben. Die zusätzliche Vergütung von Telefonkontakten und Fallkonferenzen zeigt, dass der Gesetzgeber das Miteinander der Akteure fördern will – vor allem den Austausch des Hausarztes mit den an der Behandlung und Betreuung beteiligten Fachkollegen, P egenden und Physiotherapeuten. Gerade P egende und Patienten in P egeeinrichtungen werden von der verlässlichen Erreichbarkeit des Hausarztes pro—tieren und die nicht notwendigen Einweisungen der Patienten ins Krankenhaus reduziert. Die stabile, verlässliche Erreichbarkeit des Vertrauensarztes zu jeder Uhrzeit bietet Patienten große Sicherheit und wird sehr geschätzt. Erfolgreich wird sich die AAPV als eine der Facetten der ambulanten palliativmedizinischen Versorgung allerdings nur entwickeln, wenn sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den SAPV-Strukturen ergibt und die bedarfsgerechte Versorgung des Patienten dem Konkurrenzdenken der einzelnen Versorgungsstrukturen nicht zum Opfer fällt. Besondere Brisanz bieten diese Abrechnungspositionen für das weitere erfolgreiche Funktionieren der Versorgungsstrukturen in Westfalen-Lippe. Hier wurde die AAPV bereits seit Jahren durch die Möglichkeit der extrabudgetär vergüteten Hausbesuche durch den Hausarzt gefördert, was zu einem deutlichen Rückgang der Klinikeinweisungen am Lebensende führte. Diese AAPV wurde unterstützt durch die Koordination der Versorgung durch den Palliativmedizinischen Konsiliardienst (PKD), über welchen den Kollegen und Patienten jederzeit ein Quali—zierter Palliativarzt (QPA) zur Verfügung steht. Die SAPV wird im Bereich der KV Westfalen-Lippe in einem unbürokratischen Übergang von der AAPV organisiert, indem die Dichte der QPA in die Behandlung einbezogen und palliativp egerische Expertise tätig wird. Die aktuell getro§enen Regelungen zur Weiterentwicklung der Vereinbarung zur Umsetzung der AAPV von unheilbar erkrankten Patienten im häuslichen Umfeld in Westfalen-Lippe zum 1. Oktober 2017 entschär’ die zunächst bestandenen Bedenken. Die acht neuen Abrechnungspositionen wurden in die „Vereinbarung“ integriert. Ohne Zweifel besteht hier der Vorteil, dass die Koordination der Versorgung sowohl bei der AAPV als auch bei der SAPV in einer professionellen Struktur (Koordinatoren in ausreichender Anzahl in den PKD) aufgehoben ist, den Hausarzt entlastet und eine konsequentere Netzarbeit ermöglicht. Mit der Stärkung der allgemeinen Palliativversorgung ist – wenngleich mit manchen Stolpersteinen versehen – eine weitere Verbesserung der AAPV gegeben, welche von uns nun aktiv ausgestaltet werden muss.


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Springer Medizin. Die AAPV wird jetzt vergütet — Chancen und Risiken, Schmerzmedizin, 2017, 3-3, DOI: 10.1007/s00940-017-0621-5