Häufiger Krebs bei Angst und Depression?

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Prof. Dr. rer. med. S. Singer

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Häufiger Krebs bei Angst und Depression?

Punkten im GHQ angenom- men. Als Störfaktoren wur- den Alter, Geschlecht, sozio- ökonomischer Status, BMI, Bildung, sowie Tabak- und Alkoholkonsum zu Studien- beginn berücksichtigt. Das mittlere Follow-up lag bei Häufiger Krebs bei Angst und Depression? k itc o S /se g a m Itt y e G /c i v o lts o o p A _ n a jr a M © Eine größere Metaanalyse legt nahe, dass psychische Belastung prädiktiv bezüglich ausgewählter Krebsentitäten sein könnte. Doch die Schlussfolgerung steht wissenschaftlich auf wackeligen Beinen. - _ Für eine Metaanalyse wurden Daten aus 16 bevölkerungsbezogenen britischen Studien mit insgesamt 163.363 Teilnehmern gepoolt. Alle hatten zwischen 1994 und 2008 das kurze General Health Questionnaire 12 (GHQ-12) ausgefüllt. Zu dem Zeitpunkt hatte noch niemand von ihnen Krebs. Durch einen Abgleich mit der amtlichen Statistik wurde die Krebsmortalität erhoben, in drei schottischen Studien zudem die Krebsinzidenz durch Abgleich mit dem Krebsregister. Bei der Regression auf Mortalität wurde eine hohe psychische Belastung ■ Batty GD et al. Psychological distress in relation to site speci c cancer mortality: pooling of unpublished data from 16 prospective cohort studies. BMJ. 2017;356:j108 KOMMENTAR Bei der Suche nach Krebsursachen rückt immer wieder die Psyche in den Fokus, sei es unter dem Stichwort Persönlichkeit als intra- oder interpersonale KonŒikte – oder wie hier als Stresserleben. Allerdings fanden methodisch hochwertige Studien bisher allenfalls konfundierende oder mediierende Faktoren, nicht aber direkte Zusammenhänge. Da man nie sicher sein kann, alle relevanten Störgrößen berücksichtigt zu haben, ist eine Interpretation im Sinne von Ursache und Wirkung nicht zulässig. In der vorliegenden Studie fehlen z. B. beruŒiche Noxen, endokrine Faktoren, Ernährung und letztlich auch die Art der onkologischen Behandlung, die für das Überleben nach Krebs natürlich entscheidend ist. Zudem lagen in 13 der 16 einbezogenen Kohortenstudien gar keine Daten zur Inzidenz vor. Die Autoren interpretieren ihre Ergebnisse aber so, als ob Stress die Krebsentstehung begünstige, also die Inzidenz. ■ Prof. Dr. rer. med. S. Singer


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Prof. Dr. rer. med. S. Singer. Häufiger Krebs bei Angst und Depression?, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 38-38, DOI: 10.1007/s15006-017-0005-8