Kooperation bietet allen mehr Chancen als Nachteile

Im Focus Onkologie, Sep 2017

Springer Medizin

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Kooperation bietet allen mehr Chancen als Nachteile

Im Focus Onkologie Finanzielle Fördermittel sollen motivieren Daniel Zehnich, Direktor Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) - dürfte eines der großen Themen für das Gesundheitswesen in der nächsten Legislaturperiode werden. Niedergelassene Ärzte proƒtieren, wenn sie sich schon heute auf mögliche Änderungen einstellen. K im Gesundheitswesen kommt deraum eine größere Veranstaltung zeit um das ema intersektorale Versorgung herum. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung kooperieren zu können, hat die Friedrich-Ebert-Sti ung in einer Studie zusammengetragen: — einheitliche Honorierung der Leistungen unabhängig vom Ort der Leistungserbringung, — gemeinsame Klassi…kation der Krankheiten und des medizinischen Leistungsgeschehens und — sektorübergreifend gestaltete einheit liche Qualitätssicherung. Vor allem diese Kernpunkte werden in der kommenden Legislaturperiode mit Sicherheit aufgegri‡en, ist sich Daniel Zehnich von der apoBank sicher: „Dass eine Verzahnung der Versorgungslandscha kommt, ist inzwischen gesundheitspolitischer Konsens, und wir gehen davon aus, dass die ematik nach der Bundestagswahl einen neuen Schub bekommt. O‡en bleibt nur, in welchem Zeitrahmen die Integration statt…nden wird.“ Ärzte selbst setzen die Prioritäten allerdings anders, wie die von der apoBank durchgeführte Studie „Inside Heilberuf “ zeigt: Nur 29 % der befragten Fach- und 24% der Hausärzte hielten die Vernetzung ambulanter und stationärer Versorgung für vordringlich, wichtiger waren Nachwuchssicherung, Bürokratieabbau und Au™ebung der Budgetierung in der Patientenversorgung. Gebotene Chancen nutzen Das Konkurrenzumfeld der Ärzte wird sich verändern, wenn fach- und sektorÜber 90 Projekte stehen bereits auf der Förderliste. In kleinem Maßstab praktiziert eine Arztgruppe schon lange die intersektorale Versorgung: die Belegärzte. Zwar haben die belegärztlichen Operationen laut KBV-Honorarbericht zwischen 2009 und 2014 um 27 % abgenommen, was einerseits daran liegt, dass immer mehr Operationen ambulant erbracht werden. Jedoch haben sich auch die Rahmenbedingungen für Belegärzte verschlechtert, gerade nochmals zu Jahresbeginn durch Änderungen bei den DRG. Doch die KBV will das Belegarztsystem weiterentwickeln und dabei auch Hausärzte verstärkt einbeziehen. Hauke Gerlof übergreifende Versorgungsstrukturen weiter zunehmen. Niedergelassene Ärzte sollten aber auch die Chancen nutzen, indem sie die Entwicklung aktiv mitgestalten, die sektorübergreifende Zusammenarbeit in konkreten Projekten umsetzen und neue Versorgungsmodelle ausprobieren. Dafür stellt die Politik Fördermittel im Innovationsfonds bereit: jährlich 300 Millionen € bis 2019. Nachgefragt Kooperation bietet allen mehr Chancen als Nachteile Die intersektorale Versorgung wird die Arbeit der Vertragsärzte an vielen Stellen verändern. Doch Angst müssen sie deshalb nicht haben, meint Daniel Zehnich. ? Warum sollten sich niedergelassene Ärzte für die sektorübergreifende Versorgung interessieren? Zehnich: Weil sie Veränderungen der Rahmenbedingungen bedeutet, in denen sie ihren Beruf ausüben. Die Änderungen betreŠen die Abrechnung, die Abläufe in den Praxen und dadurch auch die Erträge der Praxen. Das Thema sollte also ganz oben auf der Agenda der Ärzte stehen. ? Müssen die Ärzte denn Angst haben, wenn die Grenzen zwischen den Sektoren fallen? Zehnich: Deƒnitiv nein! Kooperation und Vernetzung bieten sowohl für Heilberu“er als auch für Patienten mehr Chancen als Nachteile. So gibt es immer wieder Doppeluntersuchungen – eine bessere Vernetzung würde das erübrigen und Ressourcen sparen, die in andere ärztliche Leistungen “ießen könnten. ? Sind die Bedingungen für mehr Vernetzung überhaupt förderlich? Was ist mit dem Antikorruptionsgesetz? Zehnich: Die generelle Herausforderung ist in der Tat, dass patientenorientierte und gesundheitsökonomisch sinnvolle Kooperationskonzepte zur integrierten Versorgung nicht unter Generalverdacht geraten. Gerade für die Beziehungen zwischen zuweisenden Ärzten und Kliniken wäre daher mehr Rechtssicherheit förderlich.


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Springer Medizin. Kooperation bietet allen mehr Chancen als Nachteile, Im Focus Onkologie, 2017, 71-71, DOI: 10.1007/s15015-017-3522-5