Brennpunkte der Onkologie

Im Focus Onkologie, Sep 2017

Springer Medizin

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Brennpunkte der Onkologie

Im Focus Onkologie Brennpunkte der Onkologie Dr. Lothar Kanz Ärztlicher Direktor Medizinische Universitätsklinik Tübingen Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen Präsident der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie - vom 29. September bis 3. Oktober 2017 ndet in Stuttgart die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellscha€en für Hämatologie und Medizinische Onkologie statt, zu der ich Sie alle ganz herzlich einlade. Im Rahmen freier Vorträge, wissenscha€licher Symposien, Fortbildungssitzungen und Debatten über kontroverse Œemen werden die derzeitigen Brennpunkte in der Hämatologie und Medizinischen Onkologie präsentiert und diskutiert. Translationale Stammzellforschung Kürzlich wurde gezeigt, dass endotheliale Zellen durch Einwirkung spezi scher Transkriptionsfaktoren (u.a. RUN1, SPI1) in funktionstüchtige hämatopoetische Stamm- und Progenitorzellen konvertiert werden können – mit der Aussicht auf einen klinischen Einsatz im Rahmen zellbasierter Œerapien. Dies wird u.a. in einer der Plenarsitzungen aufgegriffen. Ein weiterer Aspekt: die zunehmende Bedeutung des Mikrobioms für die Onkologie. Die Darmžora ist ein potenter Modulator systemischer Immunreaktionen, mit konsekutiven Auswirkungen auf die Autoimmunität, möglicherweise aber auch auf das Tumorgeschehen; besonders bei Patienten mit allogener Stammzelltransplantation mehren sich Hinweise, dass das Mikrobiom Einžuss auf das Rückfal-l risiko nach Transplantation hat. Immunonkologische Strategien Aufgrund der inzwischen zum Teil sehr guten klinischen Ergebnisse werden die immunonkologischen Œerapiestrategien eine besondere Stellung beim Kongress einnehmen. Dabei geht es nicht nur um die Immuncheckpointinhibition, sondern auch optimierte monoklonale Antikörper, bispezi sche Antikörper, Toxin-gekoppelte Antikörper, zelluläre Œerapien wie beispielsweise CAR(„chimeric antigen receptor“)-T-Zell-Œerapien und Vakzinierungsstrategien werden diskutiert. Die Checkpointinhibition ist insbesondere bei Malignomen erfolgreich, die eine hohe Mutationslast aufweisen, so das Lungenkarzinom und das Blasenkarzinom (Karzinogen-induziert) oder das maligne Melanom (UV-Strahlung), sowie bei angeborenen bzw. im Rahmen des Tumorgeschehens erworbenen Defekten im sogenannten Mismatch-Repair-System. Immuntherapeutische Ansätze haben vor wenigen Jahren noch nicht geahnte Erfolge mit sich gebracht, insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkarzinom oder malignem Melanom. Allerdings darf nicht ignoriert werden, dass bisher nur P-a tienten mit bestimmten Malignomen, und dabei nur ein (geringer) Teil der Betro¦enen, auf die Checkpointinhibition ansprechen. Es gilt dringend zu klären, welche Patienten bei den jeweiligen Malignomen pro tieren, insbesondere angesichts der bisher weitgehend fehlenden Biomarker. Auch Resistenzmechanismen unter solchen Œerapien sind noch kaum verstanden. Und es gibt derzeit nur wenige Daten zum besten Zeitpunkt oder der Sequenz solcher Ansätze, zu Kombinationsstrategien (mit Chemotherapeutika und/oder Radiatio sowie sogenannten molekular gerichteten Œerapien, z.B. mit Tyrosinkinaseinhibitoren), und zur möglichen Potenzierung von Vakzinierungsansätzen. Solche wichtigen Fragestellungen sollten im akademischen Umfeld derzeit klar den Vorzug vor sogenannten „Me-too-Studien“ nden. Eine Herausforderung: die Finanzierung Neben zahlreichen o¦enen wissenscha€lichen Fragen bleibt auch die Finanzierung solcher immuntherapeutischer Behandlungen für die unmittelbare Zukun€ eine große Herausforderung. Der anstehende Kongress soll uns auch für diese Fragen und Probleme sensibilisieren.


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Springer Medizin. Brennpunkte der Onkologie, Im Focus Onkologie, 2017, 3-3, DOI: 10.1007/s15015-017-3478-5