Gefährliche Komorbidität

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Dr. Susanne Kammerer

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Gefährliche Komorbidität

MMW Fortschritte der Medizin Anti-IgE oder Anti-IL 5? 0 Dr. Susanne Kammerer - a ilt o o F / i k iltz u a K n itsaa b e S © _ Mit dem Eintritt von Antikörpern als erapieoption hat sich die erapie des schweren Asthma bronchiale in den letzten Jahren entscheidend verändert. Vor dem Einsatz eines Antikörpers müsse die Diagnose „unzureichend kontrolliertes schweres Asthma bronchiale“ jedoch gesichert sein, betonte Dr. Peter Killian, medizinischer Fachbereich bei GSK. Dafür müssten soEosinophiler Granulozyt – Marker für den Phänotyp „schweres eosinophiles Asthma“. wohl Anwendungsfehler bei der Inhalation als auch eine mangelnde Adhärenz ausgeschlossen sein, Trigger beseitigt und Komorbiditäten behandelt werden. Patienten, bei denen eine positive Familienanamnese hinsichtlich einer allergischen Sensibilisierung und ein früher Krankheitsbeginn bekannt sind, hohe IgE-Konzentrationen im Blut bestehen und allergieassoziierte Komorbiditäten vorliegen, können dem Typ „schweres allergisches Asthma“ zugeordnet werden. Eine e‹ektive erapie könne der IgEAntikörper Omalizumab sein, so Killian. Mit ihm ließen sich die Anzahl an Exazerbationen und der Steroidbedarf der Patienten reduziern und die Symptomatik sowie Lebensqualität verbessern. Bei Blut-Eosinophilie, Fehlen einer allergischen Sensibilisierung, einem späten Krankheitsbeginn und bestehenden Ko morbiditäten (z.B. chronische Rhinosinusitis oder nasale Polypen) liegt möglicherweise ein „schweres eosinophiles Asthma“ vor. In diesem Fall kann die Einleitung einer erapie mit einem gegen Interleukin-5 gerichteten Antikörper (Anti-IL-5) sinnvoll sein. Durch die Gabe von Mepolizumab (Nucala®) zusätzlich zur Standard-Asthmatherapie könne z.B. die Häu›gkeit von Exazerbationen und die tägliche Kortikosteroiddosis gesenkt werden, so Killian. Zudem konnte in Studien eine Verbesserung der Lebensqualität nachgewiesen werden. Eine Alternative mit ähnlicher E‹ektivität stellt Reslizumab dar, der in Studien jedoch erst ab einer Bluteosinophilenzahl von ≥ 400/μl untersucht wurde (Mepolizumab ab ≥ 150 Zellen/μl). ■ Dr. Dirk Einecke ■ Symposium „Biologika-Therapie bei schwerem Asthma: Erfahrungen, die bewegen“, Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie; Stuttgart, März 2017 (Veranstalter: GSK) Schlechtere Prognose bei Eisenmangel und Herzinsu zienz _ Einer von zwei Patienten mit chronischer Herzinsu¦zienz weist einen Eisenmangel auf, wobei viele Betro‹ene keine klinische Anzeichen einer Anämie haben. Doch gerade solche Patienten haben eine schlechte Prognose: Eine Studie zeigte, dass ein Eisenmangel ohne Anämie ein stärkerer Prädiktor für die Mortalität ist als eine klinische Anämie. Diese Erkenntnis führt dazu, dass laut den Behandlungsrichtlinien für chronische Herzinsu¦zienz der European Society of Cardiology bei jedem Patienten mit Herzinsu¦zienz Ferritinkonzentrationen und TransferrinSättigung (TSAT) bei der initialen Untersuchung bestimmt werden sollen (Cuto‹-Wert für die Substitution bei einem Ferritinwert < 100 μg/l oder von 100–299 μg/l plus TSAT < 20%). „Eisenmangel muss bei Herzinsu¦zienz behandelt werden!“ erklärte Dirk van Velduisen, Groningen. Die Studien FAIR-HF und CONFIRM-HF belegen die positive Auswirkung einer i.v.-Eisensubstitution mit Eisencarboxymaltose (Ferinject®) und führten dazu, dass diese auch von der ESC empfohlen wird. In der Studie FAIR-HF führte die erapie zu einer signi›kanten Verbesserung der beiden primären Studienendpunkte „Be›nden nach Selbsteinschätzung der Patienten“ und „NYHA-Klasse“. Zudem verbesserte sich die Sechs-Minuten-Gehstrecke und die Lebensqualität (sekundäre Endpunkte). In der CONFIRM-HF-Studie verschlechterten sich die Placebopatienten signi›kant in der Sechs-Minuten-Gehstrecke, die sie in Woche 24 bewältigen konnten, wogegen sich die Gehstrecke bei den mit Eisencarboxymaltose substituierten Patienten verbesserte. Wie Piotr Ponikowski, Medical University, Centre for Heart Disease, Military Hospital Wroclaw (Polen) ausführte, zeigte sich in klinischen Studien bei Patienten mit Herzinsu¦zienz, dass eine orale Eisensupplementation nicht zu den gewünschten E‹ekten führt. „Neue Studien werden derzeit durchgeführt, um zu beurteilen, ob die i.v.Eisensupplementierung auch einen Ein³uss auf die Mortalität ausübt“, berichtete Ponikowski.


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Dr. Susanne Kammerer. Gefährliche Komorbidität, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 70-70, DOI: 10.1007/s15006-017-0016-5