Arzneimittelsoftware hinkt gen Zukunft

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Springer Medizin

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Arzneimittelsoftware hinkt gen Zukunft

MMW Fortschritte der Medizin Bei Arbeitsunfällen gibt es deutlich mehr Honorar 0 Dr. Gerd W. Zimmermann Facharzt für Allgemeinmedizin Kapellenstraße 9 D-65719 Hofheim - _ Von 2017–2020 werden die Gebührensätze der UV-GOÄ jeweils zum 1. Oktober 2017 erhöht. In diesem Jahr geht es um 8% nach oben, in den drei folgenden Jahren um jeweils 3%. Die Erhöhung erfolgt basiswirksam, sodass sich k itc o S /se g a m Itt y e G /sae f n e H © insgesamt eine Steigerung von rund 18% ergibt. Dieses deutliche Plus kommt allen Vertragsärzten zugute, die für die Unfallversicherung tätig sind – also auch Hausärzten. Zusätzlich gibt es zum 1. April 2018 einige Neuerungen bei den Formularen. Im hausärztlichen Bereich ist beachtenswert, dass für Überweisungen nach den §§ 26, 39 und 41 des Vertrags Ärzte/Unfallversicherungsträger – also auch für die Überweisung an den D-Arzt– die Nr. 145 UV-GOÄ abgerechnet werden kann und der bisherige Vordruck F 2900 entfällt. Die aktualisierte UV-GOÄ gibt es unter www.kbv.de/html/93.php. MMW KOMMENTAR Bei einem Arbeitsunfall muss eine ärztliche Unfallmeldung nach Muster F 1050 sofort Erstversorgung eines Arbeitsunfalls. Arzneimittelsoftware hinkt gen Zukunft _ Bereits 2006 hat der Gesetzgeber vorgegeben, dass in Arztpraxen nur So¡wareprodukte genutzt werden dürfen, die eine manipulationsfreie Verordnung der Arzneimittel gewährleisten. Die So¡ware muss auch einschlägige, für den Arzt relevante Informationen enthalten, etwa die Regelungen der Arzneimittelrichtlinie. Geprü¡ und zerti£ziert wird die Arzneiverordnungsso¡ware von der KBV. Nun muss der Anforderungskatalog angepasst werden, v. a. aufgrund der Neuregelungen aus dem Gesetz für die sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen vom Dezember 2015, dem sogenannten E-Health-Gesetz. MMW KOMMENTAR Das Gesetz gibt vor, dass Vertragsärzte für die Verordnung nur solche Programme nutzen dürfen, bei denen die Informationen zu Arzneimitteln – etwa die Preise oder die Inhalte der Richtlinie – auf dem aktuellen Stand sind. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich zunächst nicht einigen können, unter Vermittlung des Bundesschiedsamts aber verabredet, dass ab 1. April 2018 die Aktualisierung der Arzneimittelstammdaten innerhalb der Verordnungssoftware mindestens monatlich erfolgen soll. Es gibt auch Argumente für einen kürzeren Zyklus: In der Gesetzesbegründung wird festgestellt, dass die in den Apotheken zur Abrechnung verwendeten Programme alle 14 Tage ihre Inhalte aktualisieren müssen. Ein solcher Zyklus wird allerdings erst verp¡ichtend, wenn die Softwareanbieter eine standardisierte Schnittstelle eingeführt haben, die den Vertragsärzten den Wechsel der Verordnungssoftware bzw. der Arzneimitteldatenbanken erleichtern soll. Dies wird wohl ab Juli 2020 der Fall sein. Die KBV hat in diesem Zusammenhang gefordert, dass künftig die Krankenkassen die Kosten übernehmen, wenn aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben Mehrkosten für die Praxissoftware entstehen. Dies soll auch im Bundesmantelvertrag-Ärzte festgehalten werden. Die KBV verweist dabei auch auf die Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans. Mit den Kassen konnte eine Einigung in dieser Sache allerdings bisher nicht erzielt werden. ■


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