Krebskranke Kinder gegen Pneumokokken impfen!

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

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Krebskranke Kinder gegen Pneumokokken impfen!

Pluviano S et al. PLoS ONE Krebskranke Kinder gegen Pneumokokken impfen! Vergebliche Aufklärung - Bei krebskranken Kindern kann durch Impfung mit der 13-valenten Pneumokokkenvakzine eine schützende Immunantwort induziert werden. _ Kinder, die wegen einer Krebserkrankung eine immunsuppressive erapie erhalten, sind besonders anfällig für gefährliche Infektionen mit Streptococcus pneumoniae. Die STIKO emp ehlt daher für alle Patienten mit neoplasit/sckaSeog tPinsceEhuiemnreoakEuosrktkrkraealnnisikcmhupenfSgutnugdd.iiee Irtt/yaeeGmm dmfeehirtlnu8n2bgek.sr4teä6brskKktirnaddnieeksreeneErKhmiienpl--tFaaC ten die 13-valente Konju© gatvakzine (PCV13) wäh rend (A) und 36 innerhalb von zwölf Monaten nach einer Chemooder Radiotherapie (B). Um die Wirkung der Impfung bewerten zu können, wurden die IgG-Antikörpertiter gegen 12 der 13 Impfserotypen bestimmt. Vor der Impfung hatten die Patienten „niedrige Antikörperspiegel gegen alle Serotypen“, so die Autoren. Nach der Impfung war ein signi kanter Anstieg der Antikörperkonzentrationen festzustellen. Schützende Titer wurden zu einem höheren Prozentsatz erreicht, wenn nicht während, sondern nach der Krebstherapie geimp› wurde. „Eine einzelne Dosis PCV13 ist bei Kindern sowohl unter einer immunsuppressiven Krebstherapie als auch in den 12 Monaten nach einer solchen erapie immunogen“, folgern die Autoren. Kinder sollten „so schnell wie möglich“ nach einer Krebsdiagnose mit PCV13 geimp› werden – unabhängig von einer früheren Exposition/Impfung. Die Studie stütze außerdem die Empfehlung für eine weitere PCV13-Impfung nach Abschluss der Krebstherapie. Die STIKO emp ehlt dagegen für Patienten mit Immunsuppression eine sequenzielle Impfung gegen Pneumokokken: zuerst mit PCV13 und 6–12 Monate später mit dem 23-valenten Polysaccharidimpfsto¤ (PPSV23). ■ bs Irrige Vorstellungen über die Gefahren von Impfungen lassen sich mit gängigen Aufklärungsstrategien offenbar nicht beseitigen – im Gegenteil. _ Wissenscha›liche Erkenntnisse sind auch im 21. Jahrhundert erschreckend wenig durchsetzungsfähig, wenn sie im Widerspruch zu einem verbreiteten Irrglauben stehen. Das illustriert eine britischitalienische Studie, in der verschiedene Strategien getestet wurden, um Fehlurteile über Impfungen zu korrigieren. An der Studie nahmen 120 Studenten teil, die einer von vier Informationsstrategien zugeteilt wurden: Gegenüberstellung von Impfmythen und Fakten, entweder in Textform (Gruppe 1) oder durchTabellen und Gra ken (2) veranschaulicht, Fotos von nicht MMR-geimp›en erkrankten Kindern mit entsprechenden Informationen (3) oder medizinische Informationen ohne Bezug zum Impfen (Kontrolle). Vor, direkt und sieben Tage nach Erhalt dieser Materialien wurden die Studenten nach ihrer Einstellung zum Impfen befragt. Sowohl das Mythen-vs.-Fakten-Merkblatt als auch die Fotos erkrankter Kinder erwiesen sich als kontraproduktiv. Bei den damit konfrontierten Studenten verstärkten sie den Glauben an einen Zusammenhang zwischen Impfen und Autismus und anderen schweren Impfnebenwirkungen. Die visualisierten Imp nformationen waren zwar weniger schädlich, hatten aber auch keinerlei positive Auswirkung auf die Einstellung zu Impfungen. Sieben Tage nach dem Informationstermin waren in den Interventionsgruppen die Impfvorbehalte teilweise sogar weiter gewachsen. Die Ergebnisse zeigen, so dieAutoren, dass Fakten schnell aus dem Gedächtnis verschwinden und populäre Irrtümer zurückbleiben. Sie raten, die Wirkung von Impªampagnen im Vorfeld besser auszutesten. ■ bs


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bs. Krebskranke Kinder gegen Pneumokokken impfen!, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 24-24, DOI: 10.1007/s15006-017-0045-0