Entzündungshemmer verhindert Herzinfarkte

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Dr. Dirk Einecke

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Entzündungshemmer verhindert Herzinfarkte

MMW Fortschritte der Medizin Entzündungshemmer verhindert Herzinfarkte - _ In der von Novartis unterstützten „Canakinumab Antiin ammatory rombosis Outcome Study“ (CANTOS) war für eine mediane Laufzeit von 3,7 Jahren den Patienten alle drei Monate der gegen Interleukin-1β gerichtete monoklonale Antikörper Canakinumab (Ilaris®) s.c. appliziert worden. Die 10.061 Studienteilnehmer hatten sich durch eine Herzinfarkt-Anamnese und hs-CRP-Werte über 2 mg/l quališ ziert. Die Patienten wiesen zahlreiche kardiovaskuläre Risikofaktoren auf. Über 90% nahmen Statine ein, viele waren mehrfach revaskularisiert worden. Behandelt wurde in vier Gruppen (Canaki numab 50 mg, 150 mg, 300 mg, Placebo). Dosisabhängiger hs-CRP-Rückgang Die Antikörper- erapie reduzierte den CRP-Wert dosisabhängig: um 26% unter 50 mg, um 37% unter 150 mg und um 41% unter 300 mg. Die 150-mg-Dosis führte im Studienzeitraum zu einer statistisch signiškanten relativen Risikosenkung für klinische Ereignisse (14% vs. 16% unter Placebo). Je stärker das CRP abšel, desto größer der klinische Nutzen. Moderater klinischer Effekt, aber das Prinzip ist bewiesen Der E¨ekt war „moderat“, so Prof. R. Harrington von der Stanford University. Allerdings beweise die Studie, dass die Inammation bei Atherosklerose nicht nur pathogenetisch eine Rolle spielt, sondern auch therapeutisch ein Ziel sein kann. Prof. Wolfgang König vom Herzzentrum München spricht von der „Dualtarget-Hypothese“: Trotz optimal kontrollierter LDL-Cholesterin-Werte verbleibe ein Restrisiko für Herzinfarkte, für das möglichkerweise eine subklinische In ammation verantwortlich ist. Die Canakinumab-Studie beweist nun das wissenscha¬liche Prinzip. Der moderate klinische Nutzen der bis dato sehr teuren erapie rechtfertigt noch nicht den breiten Einsatz bei Infarktpatienten; zuvor müssen Sicherheit und Wirksamkeit besser untersucht werden, so Harrington. Nebenwirkungen: Infektionsrisiko erhöht, Krebssterblichkeit erniedrigt Bezüglich der Sicherheit šel auf, dass die erapie das Risiko für tödliche Infektionen erhöhte (0,18% unter Placebo, 0,28% unter 150 mg Canakinumab). Andererseits senkte sie signiškant das Risiko für tödliche Krebserkrankungen (0,64% unter Placebo; 0,5% unter 150 mg Canakinumab). Die 300-mg-Dosis halbierte gar die Krebssterblichkeit. Verhindert wurden vor allem Bronchialkarzinome. Unter dem Strich blieb ein „neutraler E¨ekt“ auf die Sterblichkeit. ■ Dr. Dirk Einecke m o c . e b o d a . k t/sc o g n e if d u h z © Hoher Kaffeekonsum fördert die Langlebigkeit Gute Nachricht für alle Kaffee-Liebhaber: Wer viel von diesem anregenden Gebräu trinkt, lebt länger, lautet das erfreuliche Ergebnis einer großen spanischen Studie. Die Daten stammen aus dem „Seguimiento Universidad de Navarra“-Projekt, bei dem knapp 20.000 zu Beginn im Schnitt 38 Jahre alte Menschen über durchschnittlich zehn Jahre prospektiv beobachtet wurden. 337 Teilnehmer starben während des Follow-up. Mit dem Kaffeegenuss nahm die Langlebigkeit zu: Wer vier oder mehr Tassen Kaffee pro Tag trank, hatte ein relativ um 64% geringeres Sterberisiko als Personen, die nie oder nur selten Kaffee konsumierten. Mit jeder Tasse mehr pro Tag, so die Autoren, nahm die Sterblichkeit um 22% ab. Die protektive Beziehung war bei Personen im Alter über 45 Jahren besonders ausgeprägt (30%ige Mortalitätsreduktion pro täglich getrunkener Tasse Kaffee). Die Autoren gehen so weit zu fordern, dass „vier Tassen Kaffee täglich“ eine Komponente der Empfehlungen für eine gesunde Ernährung sein sollten. ■ DE


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Dr. Dirk Einecke. Entzündungshemmer verhindert Herzinfarkte, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 14-14, DOI: 10.1007/s15006-017-0035-2