Hoher Kaffeekonsum fördert die Langlebigkeit

CardioVasc, Sep 2017

Dr. med. Dirk Einecke

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Hoher Kaffeekonsum fördert die Langlebigkeit

CARDIOVASC Akuter Herzinfarkt: Das Ende der routinemäßigen Sauerstogabe 0 Dr. med. Dirk Einecke Peter Overbeck Gute Nachricht für alle Kaee-Liebhaber: Wer viel von diesem anregenden Gebräu trinkt, lebt länger, lautet das erfreuliche Ergebnis einer großen spanischen Studie. - k c o it S /s e g a m I y tt e G t/ w u r © © W Herzmuskel an Sauersto manenn es bei Myokardischämie dem gelt, dann sollte dieses lebenswichtige Element besser rasch in größerer Menge zugeführt werden, war eine lange vorherrschende Meinung. Bei Infarktpatienten mit Hypoxie dür€e man damit richtig liegen. Doch inzwischen sind Zweifel aufgekommen, ob die Praxis der routinemäßigen Anwendung von Sauersto auch bei Normoxie zum Nutzen der Infarktpatienten ist. Zweifel bestätigt Die Zwei‡er haben Recht. Nach den Ergebnissen der jetzt beim ESC-Kongress vorgestellten und simultan im „New England Journal of Medicine“ publizierten DETO2XAMI-Studie wird die Überlebensrate von normoxämischen Patienten mit Verdacht auf akuten Myokardinfarkt durch Supplementierung von Sauersto nicht verbessert. Auch auf Reinfarkte und die anhand von Biomarkern (Troponine) objektivierbare Myokardschädigung hatte diese Behandlung keinen Ein‡uss. In die randomisierte Studie sind an allen 69 Kliniken mit Einrichtungen für die kardiale Akutversorgung in Schweden 6.229 Patienten mit Anzeichen für einen möglichen akuten Herzinfarkt und einer gemessenen Sauersto sättigung im Blut von > 90 % aufgenommen worden. Eine Häl€e bekam über eine Atemmaske im Median knapp 12 Stunden lang Sauersto zugeführt, die Kontrollgruppe atmete nur Raumlu€ ohne Maske ein. Am Ende betrug die Sauersto sättigung in den Gruppen mit und ohne Sauersto gabe 99 und 97 %. Mortalität unverändert Nach einem Jahr waren die Mortalitätsraten (primärer Endpunkt) mit 5,0 % (Sauersto -Gruppe) und 5,1 % (Kontrollgruppe) nahezu identisch. Die Raten für erneute Klinikeinweisungen wegen Herzinfarkt waren ebenfalls ähnlich (3,8 vs. 3,3 %). Und auch beim gezielten Blick in diverse Subgruppen von Hochrisikopatienten wie Raucher, ältere Patienten sowie Patienten mit Diabetes oder vorbestehender Herzerkrankung waren keine Unterschiede bezüglich der Sterberisikos auszumachen. Zuvor durch kleinere Studien wie AVOID genährte Bedenken, dass sich die Sauersto gabe nachteilig auf das Herz auswirken könnte, werden durch die um ein Vielfaches größere DETO2X-AMIStudie nicht bestätigt. „Die Studie wird wahrscheinlich unmittelbare Auswirkungen auf die Praxis und kün€ige Leitlinien haben“, prognostiziert Studienautor Prof. Stefan James von der Universität Uppsala in einer ESC-Pressemitteilung. Hoher Ka eekonsum fördert die Langlebigkeit Was Kaee mit dem Herzen anstellt, war schon Gegenstand vieler Untersuchungen. Die bisherigen Ergebnisse deuteten auf eine inverse Beziehung zwischen Kaffeegenuss und Mortalität hin, zumindest ab einem gewissen Schwellenwert. Exzessive Kaeemengen schienen der Herzgesundheit eher abträglich zu sein. Die neuen Daten stammen aus dem „Seguimiento Universidad de Navarra“-Projekt, bei dem knapp 20.000 zu Beginn im Schnitt 38 Jahre alte Menschen über einen Zeitraum von im Schnitt zehn Jahren prospektiv beobachtet werden. 337 Teilnehmer starben während des Followup. In dieser Studie nahm mit dem Kaeegenuss die Langlebigkeit zu: Wer vier oder mehr Tassen Kaee pro Tag trank, hatte ein relativ um 64 % geringeres Sterberisiko als Personen, die nie oder nur selten Kaee konsumierten. Mit jeder Tasse mehr pro Tag, so die Autoren, nahm die Sterblichkeit um 22 % ab. Interessanterweise war die protektive Beziehung bei Personen im Alter über 45 Jahren besonders ausgeprägt (30%ige Mortalitätsreduktion pro täglich getrunkener Tasse Kaee). Jüngeren Menschen nutzte der Kaeekonsum hingegen wenig. Die Autoren gehen so weit zu fordern, dass „vier Tassen Kaee täglich“ eine Komponente der Empfehlungen für eine gesunde Ernährung sein sollten.


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Dr. med. Dirk Einecke. Hoher Kaffeekonsum fördert die Langlebigkeit, CardioVasc, 2017, 19-19, DOI: 10.1007/s15027-017-1171-4