Fax-Abzocke geht munter weiter!

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Springer Medizin

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-017-0054-z.pdf

Fax-Abzocke geht munter weiter!

MMW Fortschritte der Medizin Fax-Abzocke geht munter weiter! Rufen Sie an! Tel. donnerstags und dieses Mal ist auch Ihre Mitarbeiterin darauf hereingefallen. Gegen Abzocker mit Sitz in Deutschland hat es in der Vergangenheit einige Gerichtsurteile gegeben, die diese weitgehend zur Aufgabe gezwungen haben. Allerdings wurden dann die Firmensitze ins Ausland verlegt, z. B. nach Spanien und jetzt wohl nach Rumänien, was einen Widerspruch und eine rechtliche Auseinandersetzung nicht leichter macht. Ich kann in diesem Fall leider nur empfehlen, umgehend einen sach - kundigen Anwalt zu beau'ragen. Auf jeden Fall sollte versucht werden, die Zahlung zu verhindern. Für die Zukun' sollten Sie außerdem Ihre Mitarbeiterin in einem Gespräch für solche AbzockerO erten sensibilisieren. z - ?Dr. A. R., Hausarzt-Internistin, Bayern: Beim Durchsehen der Praxispost habe ich gesehen, dass meine Mitarbeiterin ein Fax eines sogenannten „Arztverzeichnis Bayern“ zurückgeschickt hat. Ich bin dann etwas erschrocken: O enbar habe ich nun einen Vertrag über 24 Monate. Kosten in dieser Zeit: fast 1.900 Euro! Getoppt wird das Ganze von der Tatsache, dass der Firmensitz in Bukarest ist. Was raten Sie? !MMW-Experte Walbert: Es handelt sich hier o ensichtlich wieder um die seit mindestens 20 Jahren bekannte „Branchenbuch-Abzocke“. Deren per der Trick besteht darin, dass die zugesendeten Faxe den Eindruck vermitteln, es gehe nur um die Bestätigung der bem o c . e b o d a . k t/sc o l u y n © ?Dr. E. P., Chirurgin: Ich habe gehört, dass jetzt auch bei Fachärzten Hausbesuche durch eine nicht-ärztliche Praxisassistentin von der KV vergütet werden. Stimmt das? Was müssten wir da beachten? !MMW-Experte Walbert: Vor einem Jahr wurde das Kapitel 38, das sich mit ärztlich angeordneten Hilfeleistungen von quali zierten nicht-ärztlichen Praxisassistenten (NäPA) beschä‘igt, in den EBM aufgenommen. Das war zuSo verliert man 2.000 Euro per Knopfdruck. reits vorliegenden und aufgeführten Daten. Vordergründig wird lediglich darum gebeten, das Formular unterschrieben zurückzusenden – in Wahr heit unterschreibt man erst jetzt einen Vertrag. Diese Masche scheint o ensichtlich immer noch erfolgreichzu sein, nächst nur eine Neuerung für Hausärzte. Zum 1. Juli 2017 wurden nun zwei neue Leistungen de niert, die Nrn. 38 202 und 38 207. Mit diesen können auch bestimmte Fachärzte Hausbesuche durch NäPA oder entlastende Versorgungsassistenten (EVA) abrechnen. Sie haben also Recht! Der Einsatz muss zuvor von der KV genehmigt werden. Die Assistenten müssen vier Voraussetzungen erfüllen: • mindestens 20 Wochenstunden in der Praxis beschä‘igt sein, • als MFA oder Krankenschwester quali ziert sein, • über eine mindestens dreijährige Berufserfahrung verfügen und • die Zusatzquali kation zur NäPA zumindest begonnen haben. Für den Facharzt ist eine Mindestanzahl von Behandlungsfällen keine Voraussetzung. Verlässt eine genehmigte NäPA die Praxis, muss dies der KV gemeldet werden. Ob sich das Modell wirtscha‘lich rechnet, sollten Sie vorab mit spitzer Feder durchrechnen. ■


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-017-0054-z.pdf

Springer Medizin. Fax-Abzocke geht munter weiter!, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 32-32, DOI: 10.1007/s15006-017-0054-z