Atemwegsbeschwerden nehmen mit Distanz zum nächsten Park zu

Pneumo News, Oct 2017

Dr. med. Dirk Einecke

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Atemwegsbeschwerden nehmen mit Distanz zum nächsten Park zu

PNEUMONEWS  von 40% bis 80%. Im europäischen Register EMBARC mit mehr als 9.000 Patienten liegt er bei 58%, das mittlere Alter von 45 bis 68 Jahren (EMBARC: 68 Jahre) und der Anteil der Nie-Raucher von 56 % (EMBARC) bis 90 % (China). Diagnose interdisziplinär stellen Die Diagnose erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten. Zusätzlich zu mindestens zwei klinischen Kriterien wie Husten und Auswurf an den meisten Tagen ist laut europäischem Konsens der radiologische Nachweis von anomal und permanent dilatierten Bronchi erforderlich (Bronchiektasen genannt), berichtete Alberti, der an der neuen Leitlinie beteiligt war. Leider gebe es dafür noch keine validierten CTScores, so der Lungenfacharzt. Steht die Diagnose Bronchiektase, werden in der Leitlinie als weitere standardisierte Labortests ein Di•erenzialblutbild, die Bestimmung von Immunglobulinen im Serum und die Abklärung einer allergischen bronchopulmonalen Aspergillose (ABPA) empfohlen. Zur Wahl des Antibiotikaregimes und zur Verlaufskontrolle der Bronchialinfektion sind Sputumkulturen sinnvoll. Weitere Tests kommen bei spezi˜schen klinischen Merkmalen der Patienten oder schwerer oder rasch progredienter Erkrankung infrage. - Antibiotika im Fokus In der Pharmakotherapie stehen Antibiotika im Fokus. Zur Behandlung einer akuten Exazerbation wird eine Antibiotikatherapie über 14 Tage als Standard empfohlen, die in ausgewählten Fällen aber auch kürzer oder länger ausfallen kann. Nach Nachweis einer P. aeruginosa-Infektion wird eine Eradikationstherapie empfohlen und bei Patienten mit drei und mehr Exazerbationen pro Jahr eine langfristige Antibiotikatherapie zur Prophylaxe. Das Regime hängt dabei von der Keimbesiedelung ab. Bei Patienten mit P. aeruginosa-Infektion wird zur langfristigen inhalativen Antibiotikatherapie geraten, bei nicht ausreichender Wirksamkeit in Kombination mit oralen Antibiotika. Bei allen anderen Keimen ist eine Makrolid-Monotherapie erste Wahl, bevor bei Bedarf eskaliert werden sollte. Vor einer Langzeitbehandlung mit Makroliden sollte eine Infektion mit einem nichttuberkulösen Mykobakterium ausgeschlossen werden, da sonst Resistenzen der Erreger gefördert werden könnten. Dass an Asthma erkrankte Kinder viel und regelmäßige Bewegung benötigen, zeigt eindrücklich eine Studie aus Baltimore: Je weiter Kinder vom nächsten Park entfernt wohnen, so das Ergebnis, desto häufiger leiden sie an Asthmasymptomen. Eltern asthmakranker Kinder sollten den Wohnsitz so wählen, dass Parks, Spielplätze oder andere Grünflächen in der unmitParks sind nicht nur eine Spielwiese für Kinder, ihre Nähe und Nutzung schützt o enbar auch vor Atemwegsbeschwerden. itkco /sSe ag m Itt y e G / ahnd rt o g m I © telbaren Nähe sind. Und Städteplaner sollten für ein dichtes Netz von Grünflächen sorgen. Denn je näher die nächsten Auslaufflächen für Kinder sind, desto weniger leiden sie an Asthmasymptomen, resümierten Kelli DePriest und Dr. Arlene Butz von der University of Maryland School of Medicine in Baltimore. Die Autorinnen hatten bei 196 Kindern mit Asthma bronchiale im Alter zwischen 3 und 12 Jahren per Interview mit den Eltern die Anzahl der Tage mit Beschwerden in einem 14-Tages-Zeitraum ermittelt und das Ergebnis mit der Distanz des Wohnortes zum nächsten Park korreliert. Alle Kinder waren innerhalb des letzten Jahres mindestens zweimal hospitalisiert oder in der Notambulanz vorstellig geworden. Die Studie war in einer Gegend durchgeführt worden, in der der sozioökonomische Status der Familien eher niedrig war. Kinder, die in unmittelbarer Nähe eines Parks wohnten, litten im Schnitt an 5 von 14 Tagen an Asthma-Symptomen. Im Gesamtkollektiv kam pro 305 Meter Abstand zum nächsten Park ein zusätzlicher Tag mit Beschwerden hinzu. Ein Kind, das gut 900 Meter vom nächsten Park entfernt wohnte, litt entsprechend an 8 von 14 Tagen an Asthma. Noch deutlicher war die Korrelation bei Kindern im Alter von über 6 Jahren: Hier kam pro 152 Meter Distanz zum nächsten Park ein zusätzlicher Beschwerdetag hinzu. Wenn der Park gut 900 Meter entfernt war, litt das ältere Kind entsprechend bereits an 11 von 14 Tagen an Asthmabeschwerden. Dr. med. Dirk Einecke


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Dr. med. Dirk Einecke. Atemwegsbeschwerden nehmen mit Distanz zum nächsten Park zu, Pneumo News, 2017, 46-46, DOI: 10.1007/s15033-017-0763-0