CESM ist Ultraschall und Mammografie überlegen

Im Focus Onkologie, Oct 2017

Beate Fessler

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CESM ist Ultraschall und Mammografie überlegen

Im Focus Onkologie lässt, kann ein methodisch standardisierter und klinisch validierter Multigentest für die Entscheidung herangezogen werden. Betont wird, dass hinsichtlich des Nutzens der Multigentests noch weiterer Forschungsbedarf besteht. Chemotherapiestrategien zur Eskalation und Deeskalation Zielgerichtete ‚erapiestrategien gegen den Tumor dominieren derzeit die Entwicklung in der onkologischen Behandlung. Doch auch die Chemotherapie sei im Wandel, wie Cornelia Liedtke, Lübeck, erklärte. Im Fokus steht die Senkung unnötiger Toxizitäten – ohne Verringerung der E†ektivität. Liedtke hat dabei zwei grundsätzliche Entwicklungen beobachtet: — die Vermeidung von Über- und Untertherapie durch tre†sichere Indikationsstellung, CESM ist Ultraschall und Mammogra e überlegen Karzinome in einem möglichst frühen Stadium zu entdecken: Das ist die Anforderung an bildgebende Verfahren in der Mammadiagnostik. Besonders in der dichten Brust ist die Sensitivität der Magnetresonanztomograƒe (MRT) der Mammograƒe überlegen. Auch die Kontrastmittelunterstützte Spektralmammograƒe (CESM) ist aussagefähiger, wie Eva Maria Fallenberg, Berlin, anhand eigener Daten erläuterte [Fallenberg EM et al. Breast Cancer Res Treat. 2014;146(2):371-81]. Danach betrug die Sensitivität der Mammograƒe bei prämenopausalen Frauen 69,6%, die der CESM 91,1%. In der Postmenopause wurde eine Sensitivität von 84,3 versus 98,4% erreicht. Besonders proƒtierten auch hier Frauen mit einer dichten Brust (Kategorie 3 und 4): Die Mammograƒe erreichte eine Sensitivität von 71,6%, die CESM von 93,3%. Bei niedrigerer Dichte (Kategorie 1 und 2) lagen die Werte bei 85,8 und 96,5%. Die Kombination der beiden Verfahren brachte keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber der CESM allein. Auch im Vergleich mit dem Ultraschall scheint laut Fallenberg die CESM überlegen, mit einer Sensitivität von 78 versus 66% [Perez-Fernandez CM et al. Europäischer Radiologenkongress. 2015;Abstr B-0436]. Beate Fessler Bericht von der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie vom 29. Juni bis 1. Juli 2017 in Berlin — Deeskalation oder Eskalation, je nach Situation, durch Optimierung des Chemotherapieregimes. Für Patientinnen im palliativen Stadium bedeute dies vor allem gut verträgliche Monotherapien mit dem Ziel, die Lebensqualität zu erhalten, sagte Liedtke. Es gelte, die individuell geeignetste Substanz zu wählen. Anders bei Frauen mit heilbarem Brustkrebs: Sie erhalten meist Kombinationschemotherapien mit mehreren Substanzen, die sequenziell und/ oder simultan angewendet werden. Ist eine ‚erapieeskalation erforderlich, ist eine Möglichkeit die Hinzunahme zusätzlicher Zytostatika, um die E†ektivität zu verbessern. Als Beispiel nannte Liedtke das triplenegative Mammakarzinom (TNBC), bei dem standardisierte Taxan-Anthrazyklin-Chemotherapien durch Carboplatin ergänzt werden. Zusätzliche zielgerichtete Therapien Auch zusätzliche zielgerichtete ‚erapien sind eine Option, etwa eine duale HER2-Blockade beim HER2-positiven Mammakarzinom. In Subgruppen werden derzeit „postneoadjuvante“ ‚erapien bei Frauen mit Resttumor trotz präoperativer Chemotherapie untersucht. Zur ‚erapie-Deeskalation können toxische Komponenten der Standardtherapie ausgetauscht werden. Als Beispiel nannte Liedtke erneut das TNBC: „Erste Studiendaten legen nahe, dass ein Einsatz der Anthrazykline durch das weniger toxische Carboplatin möglich sein könnte.“ PMBC: Primarius entfernen? Sollte beim primär metastasierten Mammakarzinom (PMBC) der Primarius belassen oder entfernt werden? Diese Frage stellte sich Jana Barino†, Berlin. Die Datenlage dazu ist kontrovers. In einer aktuellen Studie [ClinicalTrials.gov: NCT00557986] war das Überleben innerhalb der ersten drei Jahre unabhängig davon, ob der Primarius entfernt wurde oder nicht. Nach fünf Jahren war der Unterschied dagegen signi²kant (41,6 vs. 24,4 %). Insbesondere Patientinnen mit ER-positiven, HER2-negativen Tumoren, solitärer Knochenmetastase und einem Alter unter 55 Jahren hatten einen Überlebensvorteil nach initialer Operation. Letztlich ließen sich beide Konzepte verfolgen, so Barino†. Wichtig sei eine individuelle Entscheidung. Auch die Arbeitsgemeinscha… Gynäkologische Onkologie (AGO) sieht die Operation des Primärtumors bei alleiniger ossärer Metastasierung als Einzelfallentscheidung (+/-), bei viszeralen Metastasen ist die Bewertung negativ (-). Wenn die Patientin ihren Tumor „loswerden will“, so Jens Huober, Ulm, „würde ich mitgehen“. Es gehe schließlich um die Lebensqualität der Patientin. Dennoch müsse der Primarius immer im Auge behalten werden, so Huober. Beate Fessler Bericht von der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie vom 29. Juni bis 1. Juli 2017 in Berlin


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Beate Fessler. CESM ist Ultraschall und Mammografie überlegen, Im Focus Onkologie, 2017, 51-51, DOI: 10.1007/s15015-017-3570-x