Schlafapnoe und COPD — Wenn das Schlechte zum Schlechten kommt

Pneumo News, Oct 2017

Dagmar Jäger-Becker

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Schlafapnoe und COPD — Wenn das Schlechte zum Schlechten kommt

PNEUMONEWS  Schlafapnoe und COPD - Wenn das Schlechte zum Schlechten kommt Risiko für Herzrhythmusstörungen und Lungenhochdruck Ursache der obstruktiven Schlafapnoe ist eine funktionelle Instabilität der oberen Atemwege. Der pharyngeale Kollaps bei entspannter Muskulatur setzt anatomische und neuromuskuläre Kontrollmechanismen außer KraŸ und verschließt die oberen Atemwege teilweise oder ganz (Schwartz AR et al. J Appl Physiol 2006,100:5-6). Bei COPD-Patienten, meist ältere Menschen mit zahlreichen Komorbiditäten, ist die Prävalenz von OSA deutlich erhöht. Bei gleichzeitigem Vorliegen von COPD und OSA steigt das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Lungenhochdruck, die Lebensqualität nimmt ab. Schätzungsweise hat jeder 6. COPD-Patient im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium III oder IV nach GOLD gleichzeitig ein OSA. Bei mittelschwerer bis schwerer COPD sollte routinemäßig in einer polysomnograoeschen Untersuchung nach OSA gefahndet werden, denn eine nächtliche CPAP-ªerapie (kontinuierliche Überdruckbeatmung) per Maske verbessert bei den Betro-enen die Schlafqualität, Exazerbationen der COPD und Hospitalisierungen werden vermindert, kardiovaskuläre Todesfälle nehmen unter der Beatmungstherapie ab (Marin JM et al. AJRCCM 2010,182:325-31). - Die Kombination der schweren chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) (Overlap-Syndrom) geht mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität einher. Die theoretische Prävalenz des Overlap-Syndroms betrage 1 % in der Allgemeinbevölkerung, berichtete Prof. Winfried Randerath vom Bethanien-Krankenhaus in Solingen auf dem europäischen Lungenkongress in Mailand. Nicht nur Worte, man dur e auch selbst anpacken beim ERS-Kongress in Mailand. Die richtige Diagnostik ist auch wichtig, um sog. Overlap-Patienten zu erkennen. Schlafapnoe bei COPD ist nämlich besonders ungünstig für die Prognose der Patienten. Nach einem systematischen Review (Shawon MD et al., Sleep Medicine Reviews 2017,32:58–68) von 21 Beobachtungsstudien (> 29.000 Teilnehmer) war die Prävalenz des Overlap-Syndroms bei OSA- und COPD-Patienten stark erhöht (OSA: 7,6–55,7 %) (COPD: 2,9–65,9 %). Overlap-Patienten haben eine ausgeprägte nächtliche Sauersto—-Unterversorgung (SpO2<90 %) sowie eine schlechtere Schlafqualität im Vergleich zu Patienten mit OSA allein. Schlafapnoe mit kurzen Atemaussetzern während des Schlafs (bis hin zu einer Minute Dauer), ohne dass der betro—ene Patient aufwacht, vermindert die Schlafqualität und die Tagesbeoendlichkeit und begünstigt das AuŸreten von Sekundenschlaf am Tag. Arousals verhindern zwar das Ersticken. Sie aktivieren aber den Herzschlag, erhöhen den Blutdruck und die Muskelspannung und ver£achen das Schlafstadium – alles mit unerwünschten Folgen für die Gesundheit. Schlafapnoe geht darü ber hinaus mit unregelmäßigem Schnarchen und oŸ auch mit Kopfschmerzen beim Erwachen einher.


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Dagmar Jäger-Becker. Schlafapnoe und COPD — Wenn das Schlechte zum Schlechten kommt, Pneumo News, 2017, 50-50, DOI: 10.1007/s15033-017-0769-7