Weniger Exazerbationen beim „Eosinophilie-Phänotyp“

Pneumo News, Oct 2017

Dr. med. Dirk Einecke

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15033-017-0770-1.pdf

Weniger Exazerbationen beim „Eosinophilie-Phänotyp“

PNEUMONEWS  Weniger Exazerbationen beim „Eosinophilie-Phänotyp“ Beim ERS-Kongress 2017 Mailand und gleichzeitig im „New England Journal of Medicine“ wurden die Ergebnisse der zwei Phase 3-Doppelblindstudien METREX und METREO vorgestellt. Untersucht wurde in einem reichlich komplexen Studiendesign der Wert einer IL-5-Blockade mit Mepolizumab bei Patienten mit schwerer COPD. Wie Studienleiter Prof. Frank Sciurba von der University in Pittsburgh darlegte, empfehlen die aktuellen GOLD-Leitlinien eine Triple-•erapie aus ICS/LABA/LAMA, wenn der COPDPatient sonst nicht symptomfrei wird. Etwa ein Drittel der Patienten bleibt auch unter Dreifachtherapie symptomatisch. 40 % dieser Patienten würden einen „eosinophilen Phänotyp“ aufweisen, erkennbar an Eosinophilen-Zahlen über 150-200 Zellen/μl. Mepolizumab reduziert die Eosinophilenzahlen. Es ist wirksam in der •erapie des schweren eosinophilen Asthmas. So lag es nahe, den Wert des Anti - körpers auch bei schwerer eosinophiler COPD zu testen. Für die Studien wurden insgesamt etwa 1.500 Patienten rekrutiert. Alle wurden bereits mit einer Triple-•erapie behandelt, 95 % befanden sich im GOLD-Stadium D, der CAT-Wert lag im Schnitt bei 19. In den vergangenen 12 Monaten hatten die Patienten im Schnitt etwa 2,5 moderate oder schwere Exazerbationen erlitten. Die Postbronchodilatator-FEV1 lag bei ca. 1,25 l, die FEV1 bei ca. 45 %. 25 % der Patienten waren aktuelle Raucher. - METREX und METREO waren zwei wichtige Studien, die beim ERS-Kongress vorgestellt wur den. Demnach scheint ein IL-5-Antikörper bei schwerer COPD Vorteile zu bringen. Bei COPD-Patienten mit Eosinophilie, die unter einer ICS-einschließenden Dreifachtherapie weiterhin symptomatisch bleiben und häufige Exazerbationen erleiden, kann eine Therapie mit dem IL-5-Antikörper Mepolizumab die Exazerbationsfrequenz reduzieren. Wirrwarr bzgl. der Eosinophilen-Einschluss-Werte Die Eosinophilen-Zahlen unterschieden sich in einzelnen Gruppen. In der Gruppe vom „Eosinophilen-Phänotyp“ der METREX-Studie hatten 94 % der Patienten Werte über 150/mm3, in der METREO-Studie waren dies etwa 80 %, im METREX-Gesamtkollektiv etwa die Häl¦e der Patienten. Mepolizumab (Nucala®) wurde alle vier Wochen in einer Dosis von 100 mg (METREX) bzw. 100 mg oder 300 mg (METREO) verabreicht. Weniger mittelschwere Exazerbationen beim Eosinophilen-Phänotyp Primärer Endpunkt war die jährliche Rate moderater bzw. schwerer Exazerbationen. Eine signi«kante Di¬erenz fand sich diesbezüglich in der Kohorte der METREX-Studie, die einen eosinophilen Phänotyp aufwies: Im Mittel 1,4 Exazerbationen unter Mepolizumab gegenüber 1,71 unter Placebo (RR: 0,82, p=0,04). Im METREX-Gesamtkollektiv fand sich kein Unterschied bei den Exazerbationen. In der METREO-Studie erreichten die Unterschiede in den beiden Dosierungsgruppen jeweils keine statistische Signi«kanz. Die Autoren arbeiteten mithilfe präspezi«zierter Metaanalysen beider Studien heraus, dass der Nutzen einer MepolizumabBehandlung umso größer war, je höher die Eosinophilen-Werte waren. Dies hätte man angesichts der Asthma-Daten auch schon vorher wissen können. Man fragt sich, warum die Autoren nicht vorab klare Schwellenwerte für die Eosinophilenzahlen im gesamten Studienkollektiv festgelegt haben. Für Studienleiter Sciurba „demonstriert die Studie das Potenzial von Mepolizumab, COPD-Exazerbationen zu reduzieren bei Patienten, die bereits eine optimale COPD-Erhaltungstherapie haben, sofern die Eosinophilenwerte als Biomarker eingesetzt werden.“ Keine Wirksamkeit auf Symptomatik oder Lebensqualität Die beobachtete Reduktion der Exazerbationen war mit einer Di¬erenz von 0,3 pro Jahr nicht sehr eindrücklich. Schwere Exazerbationen, die zu Behandlung in der Notaufnahme oder im Krankenhaus führten, waren im Studienkollektiv selten und unter Mepolizumab in der Tendenz eher häu«ger (0,3 vs. 0,26 pro Jahr). Auf die Symptomatik (CAT-Score) oder die Lebensqualität hatte Mepolizumab keinen signi«kanten positiven Ein³uss. Dr. med. Dirk Einecke


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15033-017-0770-1.pdf

Dr. med. Dirk Einecke. Weniger Exazerbationen beim „Eosinophilie-Phänotyp“, Pneumo News, 2017, 51-51, DOI: 10.1007/s15033-017-0770-1