E-Zigaretten: so harmlos nicht

MMW - Fortschritte der Medizin, Oct 2017

Dr. med. Dirk Einecke

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E-Zigaretten: so harmlos nicht

MMW Fortschritte der Medizin Oft unnötig: Antibiotika für asthmakranke Kinder 0 Kongress der European Respiratory Society (ERS) , Mailand, 9.-13.9.2017Mailand 1 E-Zigaretten versteifen die Gefäße Forscher um Magnus Lundbäck , Stockholm, haben Kreislaufe ̈ekte einer E-Zi- m o c be. o d a ck. o st G/ S o hot P © ■ Kongress der European Respiratory Society (ERS), Mailand, 9.-13.9.2017 - _ Die Exazerbation eines Asthmas bronchiale ist keine Indikation für Antibiotika, denn nur sehr selten liegt eine bakterielle Infektion zugrunde. In dieser Empfehlung sind sich internationale Leitlinien einig. Doch wird den Leitli nien o nicht Folge geleistet. Dies zeig t eine Studie mit insgesamt 1.875 Millionen Kindern aus Großbritannien und den Niederlanden, von denen 180.000 Kinder an Asthma erkrankt waren. In den Niederlanden, einem der Länder mit dem weltweit niedrigsten Antibiotikaverbrauch, wurden jährlich 126 von 1.000 Kindern ohne Asthma mit Antibiotika behandelt. Von den asthmatischen Kindern erhielten 197 von 1.000 jedes Jahr Antibiotika. Der gleiche Trend zeigte sich in Großbritannien auf etwa doppelt so hohem Niveau: 250 von 1.000 Kinder ohne Asthma nahmen jährlich Antibiotika ein, sowie 374 von 1.000 Kindern mit Asthma. Insgesamt lag die Wahrscheinlichkeit einer Antibiotikaverschreibung bei Kindern mit Asthma um 60% höher. Globaler Trend mit Gesundheitsgefahren E-Zigaretten: so harmlos nicht Eine ganze Reihe von neuen Forschungsergebnissen gibt es zur E-Zigarette. Das Schädigungspotenzial scheint größer als gedacht. _ Der Marlboro-Mann, unterwegs zu Pferd durch die Rocky Mountains, wird wohl bald eine E-Zigarette im Mundwinkel bewegen. Man schätzt, dass die E-Zigaretten-Industrie in den USA bald diejenige der konventionellen Glimmstängel überholt. Das Geschä boomt. Wenn E-Zigaretten als „eher harmlos“ positioniert werden, birgt das Gefahren: Zum einen werden sie von jungen Leuten als Einstiegsdroge verwendet, zum zweiten nimmt das Heer derer zu, die doppelt rauchen, konventionell und elektronisch. garetten-Exposition bei 15 gesunden Freiwilligen untersucht. E-Zigaretten führten innerhalb von nur 30 Minuten zu signi›kanten Anstiegen von Blutdruck und Pulsfrequenz, die Gefäßstei›gkeit nahm um den Faktor 3 zu. E-Zigaretten ohne Nikotin verursachten diese E¨ekte nicht. „Doppelraucher“ leiden häufiger unter Atemwegsbeschwerden Linnea Hedman von der Umeå Universität in Schweden berichtete über eine Studie mit 30.000 Personen. 12% rauch ten konventionelle Zigaretten und 2% EZigaretten. 10% der konventionellen Raucher konsumierten auch E-Zigaret Nicht hilfreich und womöglich sogar schädlich „Kinder mit schlecht kontrolliertem Asthma schlafen schlecht, bewegen sich nicht ausreichend und verschlechtern sich in den schulischen Leistungen. Deshalb muss die Asthmamedikation optimiert werden. Wir wollen aber nicht, dass Antibiotika verschrieben werden, die in dieser Situation nicht hilfreich sind und sogar schädlich sein können“, so Studienautorin Dr. Esmé Baan von der Erasmus Universität in Rotterdam. ■ Dr. med. Dirk Einecke ten, im Vergleich zu 1,1% der Ex-Raucher und 0,6% der Nichtraucher. Wer „doppelt“ rauchte, litt mit 56% signi›kant häu›ger an respiratorischen Symptomen als reine konventionelle Raucher (46%), reine E-Raucher (34%) oder Nichtraucher (26%). Was steckt drin? Die Arbeitsgruppe um Constantine Vardavas, Kreta, hatte bei 122 E -Zigaretten die Inhaltssto¨e analysiert. Alle Proben enthielten wenigstens eine Substanz, die als nicht gesund für die Atemwege klassi›ziert ist (GHS-Klassi›kation). Vardavas präsentierte auch die Ergebnisse einer anderen Untersuchung über europaweite Trends in der Raucherentwöhnung. Nikotinersatztherapien (von 14,6% auf 12,2%) und Raucherentwöhnungskliniken (6,7% auf 5%) wurden unbeliebter, doch Versuche mit der E-Zigarette stiegen an (3,7% auf 11%). ■ Dr. med. Dirk Einecke


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Dr. med. Dirk Einecke. E-Zigaretten: so harmlos nicht, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 18-18, DOI: 10.1007/s15006-017-0100-7