Zusammenhang: Gewalterfahrung und Diabetes

pädiatrie: Kinder- und Jugendmedizin hautnah, Oct 2017

Dr. Beate Fessler

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15014-017-1173-9.pdf

Zusammenhang: Gewalterfahrung und Diabetes

Pädiatrie Erhebliche Schulversäumnisse bei NFS Zusammenhang: Gewalterfahrung und Diabetes soluter Form vor. Beim epileptischen Anfall sind diese dagegen selten, meist diŽerenziert und relativiert. Der besonders einfach zu erkennende Unterschied: ten Formulierungsarbeit und fokussie- Patienten mit dissoziativem Anfall legen ren verbal auf den Anfall selbst“, berich- häu‡g längere Gesprächspausen ein. tete Opp. Das alles fehle bei Patienten mit „Sieben Sekunden Gesprächspause wereinem dissoziativen Anfall. den Ihnen dagegen mit einem EpilepsieAnders als Epilepsiekranke, die den patienten nicht passieren“, so Opp. Anfall als „Gegner“ emp‡nden, erleben Gleichzeitig betonte er, dass es keine Patienten nach einem dissoziativen An- Mischformen zwischen epileptischem fall die Situation eher als Unterdrü- und dissoziativem Anfall gibt. Es ist aber ckung. Sie haben kein intrinsisches In- durchaus möglich, dass ein Patient soteresse, dem Anfall nachzugehen. „Bei wohl epileptische als auch dissoziative der Schilderung eines dissoziativen An- Anfälle hat. Dr. Beate Fessler falls bekommen Sie kein Bild“, sagte Opp. Negierungen kommen bei der Opp J. Unterscheidung epileptischer und dissoSchilderung regelmäßig und meist in ab- ziativer Anfälle anhand der Anfallsschilderung - icht-spezi‡sche, funktionelle und somatoforme (NFS) Körperbeschwerden sind noch immer ein „Stiefkind“ der Medizin, prangerte Sigrid Aberl von der TU München an. Dabei sind zwischen 4 und 10 % der Menschen betroŽen. Anders als bei Erwachsenen sind die Beschwerden im Jugendalter k eher monosymptomatisch, die Komorc itSo bidität mit Angsterkrankungen und Des pression ist hoch. Als wichtiges sekun/ e Iagm däres Problem kommen erhebliche ttye Schulversäumnisse hinzu, betonte /G Aberl: „Manche Kinder gehen im Alter z rke von 12 Jahren nicht mehr in die Schule.“ e © Neben Versäumnissen des LernstoŽs K bringt dies auch erhebliche Probleme bei der für Jugendlichen so wichtigen PeerGroup mit sich. Psychotherapeutische Interventionen können diesen Patienten helfen. Nach den Ergebnissen randomisierter, kontrollierter Studien zeigen psychotherapeutische Interventionen im Kindesalter hinsichtlich Symptomschwere, krankheitsbezogenen Einschränkungen und Schulsäumnissen signi‡kante EŽekte. Die EŽektstärken sind dabei höher als bei žerapien bei Erwachsenen. Dr. Beate Fessler Aberl S. Funktionelle Störungen – zum aktuellen Stand von Diagnostik und Therapie Schlack aus Berlin. Der Sozialstatus differenziert vor allem nach Tätererfahrung, während Täter/Opfer und Opfer in allen sozialen Schichten vergleichbar häu‡g vorkommen. Signi‡kante Prädiktoren, dass beispielsweise ein Kind in eine Opferrolle gerät, sind männliches Geschlecht und reaktive Aggression, das Aufwachsen in einer Ein-Eltern-Familie oder bei Eltern ohne Berufsausbildung. Auch der Besuch einer Hauptschule erhöht das Risiko im Vergleich zum Besuch des Gymnasiums, und zwar um das Doppelte. Körperliche und psychische Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend scheinen sich langfristig auch auf spätere Erkrankungen auszuwirken. Eine präliminäre Analyse der DEGS1Studie zeigte, dass eine familiäre Gewalterfahrung vor dem 16. Lebensjahr durch die Eltern das Risiko für einen Diabetes mellitus in Verlauf des Lebens erhöht – vor allem bei Frauen. Dr. Beate Fessler Schlack R. Prävention von Gewalt – Vorschlag für eine integrierende Perspektive aus der Sicht von Public Health Hinweise im Patientengespräch: epileptische von dissoziativen Anfällen unterscheiden E pileptischer oder dissoziativer Anfall? Das lässt sich schon an der Art und Weise erkennen, mit der der Patient das Anfallsgeschehen schildert, erläuterte Dr. Joachim Opp vom Evangelischen Krankenhaus Oberhausen anhand von Gesprächssituationen. Patienten mit einem epileptischen Anfall sind danach sehr bemüht, das Geschehen rund um den Anfall bestmöglich zu rekonstruieren. Sie sind verstört von dem, was passiert ist, und möchten das mitteilen. Subjektiv empfundene Anfallssymptome werden relevant dargestellt. „Die Patienten leisE gendlichen in Deutschland war wäh twa ein Viertel der Kinder und Jurend der vorangegangenen zwölf Monate von Gewalt betroŽen. Zu diesem Ergebnis kommt die KiGGS-Studie, die die Prävalenz von Gewalterfahrung bei etwa 6.600 Kindern und Jugendlichen erfasste. 14,9% waren Täter, 5,7 % gleichzeitig Täter und Opfer und 4,6% Opfer. Dabei war jeder dritte Junge und jedes sechste Mädchen mindestens einmal einer Gewalttat ausgesetzt. „Das ist ein hochprävalentes Problem“, betonte Dr. Robert


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15014-017-1173-9.pdf

Dr. Beate Fessler. Zusammenhang: Gewalterfahrung und Diabetes, pädiatrie: Kinder- und Jugendmedizin hautnah, 2017, 60-60, DOI: 10.1007/s15014-017-1173-9