Überschießende Wundheilungskaskade

ProCare, Oct 2017

Springer Vienna

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Überschießende Wundheilungskaskade

Überschießende Wundheilungskaskade 0 Juckreiz , Schmerz und Spannungsge- - aktuell Narben lassen sich auch später noch mildern Narben als Folge tieferer, schlecht verheilter Verletzungen können nicht nur optisch störend wirken, sondern auch anhaltend schmerzen und jucken. Entsprechende Unterstützung des Wundheilungsprozesses kann Narbenbildung oft vermeiden, mit stufenweise abgestimmten Maßnahmen können bestehende Narben zumindest vermindert werden. Ober ächliche Wunden wie Riss-, Schnittoder Abschürfungswunden verheilen in der Mehrzahl fast unsichtbar. Sind tiefere Hautschichten betro en, so kann es zu sichtbarer Narbenbildung kommen. „Hierbei spielt die Wundheilung eine entscheidende Rolle“, stellen Reinholz et al. fest. Eine Umfrage in Deutschland ergab, dass etwa 86 Prozent der Deutschen mindestens eine Narbe haben. Und sie werden häufig als Makel gesehen. Die drei Phasen der Wundheilung In dem komplexen und kaskadenhaft ablaufenden Prozess der Wundheilung interagieren lösliche M e d i a t o r e n S U L P m o c . s o t o h p ] M [ © : o t o h P IMPRESSUM mit Zellen aus dem Blut und Gewebe und extrazellulären Strukturmolekülen. Dieser Wundheilungsprozess läuft in drei Phasen ab: Der Exsudationsphase, der Proliferations- oder Granulationsphase und schließlich der Regenerationsphase. In letzterer, so Reinholz et al., werden die Kollagen brillen vernetzt und der Wundverschluss ndet durch Epithelisation im Rahmen der Keratinozytenmigration statt. Hier vollzieht sich auch die eigentliche Narbenbildung, wobei die Narbe selbst aus minderwertigem kollagenreichem Bindegewebe besteht. Wird das Wundheilungsgleichgewicht gestört, kommt es zu einer überschießenden Bildung von Narbengewebe und reduziertem Abbau von dermalem Kollagen. Insbesondere das Konzentrationsverhältnis verschiedener Formen des Wachtstumsfaktors TGF-β („transforming growth factor beta“) in der Anfangsphase der Wundheilung scheint für die Bildung von überschießenden Narben eine Rolle zu spielen [3]. Sechs Narbentypen sind zu unterscheiden Die aktuelle internationale Leitlinie unterscheidet sechs verschiedene Narbentypen: Reife und unreife Narben, lineare und ächige hypertrophe Narben und kleine und große Keloide. Während hypertrophe Narben als erythematöse Bindegewebswucherungen ihr ursprüngliches Wundbett nicht überschreiten, wuchern Keloide über die Grenzen der ursprünglichen Verletzung hinaus und zeigen oft jahrelanges progressives Wachstum. Das Ziel der Narbenbehandlung ist die Reduktion von Größe, Ausdehnung, sowie Volumen der Narben und die Verminderung von Beschwerden wie fühl. Je nach Art und Ausmaß richten sich die Behandlungsmöglichkeiten, die auch kombiniert werden können. Dabei lassen sich auch ältere Narben in ihrem Erscheinungsbild noch lange danach mit entsprechenden Maßnahmen verbessern. Speziell bei unreifen Narben und bei hypertrophen Narben gilt die topische Lokalbehandlung als erster Schritt der Behandlung. Dafür stehen unterschiedliche Gele und P aster zur Verfügung. Erst in einem nächsten Schritt folgen andere Methoden wie vaskuläre Laser oder ßende Narbenbildung kann durch eine Kompressionstherapie reduziert werden. Narbenmassagen verringern die Dicke vor allem kleinerer Narben und können Verklebungen lösen. Dafür bedarf es allerdings der Ausdauer: Narbenmassagen sollten regelmäßig und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Sie können mit speziellem Öl, Gel oder einer Salbe unterstützt werden, um die Haut geschmeidig zu halten. Denn die Spannungen im Gewebe beein ussen das Narbengeschehen in jedem Fall negativ, eine Entspannung dagegen verringert auch Schmerzen und erhöht das Wohlbenden. Quelle: Reinholz M. et al.: hautnah dermatologie 2016; 32 (1)


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Springer Vienna. Überschießende Wundheilungskaskade, ProCare, 2017, 28-28, DOI: 10.1007/s00735-017-0813-1