Welches Schmerzmittel bei Arthrose?

InFo Neurologie & Psychiatrie, Oct 2017

Springer Medizin

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Welches Schmerzmittel bei Arthrose?

Welches Schmerzmittel bei Arthrose? 0 Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurophysiologie & interventionelle Neuropsychiatrie , Tübingen 1 Prof. Dr. med. Christian Plewnia , Tübingen die tDCS, ebenso wie andere Therapieverfahren, eine multimodale Behandlung nicht ersetzen kann. Ihre leichte Handhabbarkeit, vergleichsweise geringe Behandlungskosten und gute Verträglichkeit sind allerdings zweifellos Stärken. Neben der Durchführung weiterer hochwertiger klinischer Studien zur Wirksamkeit der verschiedenen Methoden und Parameter stellt sich in Zukunft die Herausforderung der adäquaten Einbindung transkranieller Hirnstimulation in die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung, um diese neuen Möglichkeiten im Sinne der Patienten adäquat auszuschöpfen. - Fragestellung: Welche nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) sind bei der Behandlung der Hü - und Kniegelenksarthrose am besten wirksam und haben das beste Sicherheitspro l? Hintergrund: Mit zunehmendem Alter steigt die Häu gkeit von Arthrose und Arthritis an Hü - und Kniegelenken. Basis der medikamentösen ƒerapie sind Analgetika und NSAR, die zumindest so lange eingesetzt werden, bis ein operativer Gelenkersatz notwendig wird. Da sich in der Neurologie viele ältere Patienten be nden, die unter diesen Beschwerden leiden, ist ins besondere unter den Aspekten der Komedikation die Information wichtig, welche Medikamente hier am besten wirksam sind. Patienten und Methodik: Im Rahmen einer Netzwerkmetaanalyse wurden randomisierte Studien analysiert, die NSAR, Paracetamol oder Placebo für die Behandlung von Knie- und Da Costa BR, Reichenbach S, Hü gelenksschmerzen unKeller N et al. Effectiveness of tersucht hatten. Eingeschlosdnroung-sstfeorrotihdealtarenatti-mineflnatmomfpaatoinry sen wurden Studien, die zwiin knee and hip osteoarthritis: a schen 1980 und Februar 2015 network meta-analysis. Lancet durchgeführt wurden. Die 2017; 390: e21 – e33 klinischen Endpunkte waren Schmerz und Funktion. Ergebnisse: Die Autoren identi zierten 76 randomisierte Stu dien mit insgesamt 58.451 Patienten, die die Einschlusskriterien für eine Metaanalyse erfüllten. Alle untersuchten Analgetika waren einer Behandlung mit Placebo für den Endpunkt Schmerzintensität überlegen. Die weitere Auswertung erfolgte dahingehend, ob ein minimaler, klinisch bedeutsamer Unterschied zwischen den Studien bestand. Dies war de niert als 0,37 Standardabweichungen gegenüber Placebo. Für Diclofenac 150 mg/Tag, Etoricoxib 30, 60 und 90 mg/Tag und Rofecoxib 25 und 50 mg/Tag fand sich eine klinisch bedeutsame Reduktion der Schmerzen im Vergleich zu Placebo. Der Vertrieb von Rofecoxib wurde aber in Deutschland 2004 eingestellt, da es unter der ƒ-e rapie zu einer Zunahme kardiovaskulärer Endpunkte gekommen war. Die Wirksamkeit der untersuchten NSAR nahm mit der Dosis zu, wobei sich eine lineare Beziehung nur für Naproxen fand. Eine Untersuchung über längere Zeiträume ergab ke-i nen Hinweis darauf, dass NSAR an Wirksamkeit verlieren. Paracetamol war in der Metaanalyse nur in sehr hohen Tagesdo sen von 4.000 mg einer Behandlung mit Placebo überlegen. Schlussfolgerungen: Paracetamol war zur Schmerztherapie bei Patienten mit Knie- und Hü gelenksarthrose einer Behandlung mit Placebo nicht überlegen. In der Gruppe der NSAR war Diclofenac in einer Dosis von 150 mg/Tag am wirksamsten. Diese große Metaanalyse zeigt bei Gelenkschmerzen durch Arthrose genauso wie bei chronischen Rückenschmerzen, dass Paracetamol entweder nicht wirksam ist oder in so hohen Dosen gegeben werden muss, dass langfristig eine Beeinträchtigung der Leberfunktion zu befürchten ist. Unter den nicht steroidalen Antirheumatika waren Etoricoxib und Diclofenac am besten wirksam. In letzter Zeit hat sich auch die Diskussion über die potenziell gefährlichen Eigenschaften der Coxibe bezüglich kardiovaskulärer Erkrankungen relativiert. Eine große randomisierte Studie in den USA hatte keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Ereignisse für Celecoxib gezeigt (PRECISIONStudie) [1]. Außerdem erhöhen o—enbar sowohl Coxibe als auch NSAR das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Dieses Risiko muss allerdings abgemildert werden, wenn man berücksichtigt, dass sich unbehandelte Patienten mit Schmerzen weniger bewegen können und damit Bewegung und Sport als präventive kardiovaskuläre Maßnahmen entfallen. 1. Nissen SE et al. N Engl J Med 2016; 375: 2519 – 29


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Springer Medizin. Welches Schmerzmittel bei Arthrose?, InFo Neurologie & Psychiatrie, 2017, 25-25, DOI: 10.1007/s15005-017-2324-9