Atopische Dermatitis: ARNE-Schulungsprogramm unterstützt speziell Erwachsene

Allergo Journal, Nov 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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Atopische Dermatitis: ARNE-Schulungsprogramm unterstützt speziell Erwachsene

Allergo J Atopische Dermatitis: ARNE-Schulungsprogramm unterstützt speziell Erwachsene - Bschen Dermatitis (AD) ist die Symp ei vielen Patienten mit einer atopitomkontrolle trotz adäquater Medikation nicht ausreichend, vor allem Juckreiz und der dadurch gestörte Schlaf mindern die Lebensqualität. Mangelnde Adhärenz sowie Eigenheiten des individuellen Krankheitsverlaufs sind mögliche Ursachen für die nicht zufriedenstellende Behandlung, lassen sich aber im Praxisalltag nur selten näher ergründen. In diesen Fällen bieten sich multidisziplinäre Patientenschulungen an, in denen die Patienten die verschiedenen Aspekte der AD besser kennen lernen. Ziel ist letztlich die klinisch-psychologische Bewältigung der Erkrankung und eine damit einhergehende verbesserte Lebensqualität. Bei Kindern und Jugendlichen konnte die Wirksamkeit solcher Schulungen bereits dokumentiert werden. Um die Eƒekte auch bei erwachsenen AD-Patienten einschätzen zu können, führte die Arbeitsgemeinscha¯ Neurodermitisschulung für Erwachsene (ARNE) eine große Multicenterstudie mit einem eigenen Schulungsprogramm durch. Eingebunden in dieses insgesamt zwölfstüngige Empowerment-Modul ist ein multiprofessionelles Trainingsteam, das die Patienten in 90-minütigen Gruppensitzungen unterrichtet und anleitet. Einbezogen in die Untersuchung waren erwachsene Patienten mit einer mäßigen bis schweren AD, die randomisiert entweder das ARNE-Trainingsprogramm absolvierten (n = 168) oder auf die Schulung warteten (n = 147). Primäre Studienziele waren die Ergebnisdiƒerenzen aus den Untersuchungen vor und ein SLIT: Real-Life-Daten sprechen für asthmapräventive E ekte Kontrollierte Studien zur asthmapräventiven Wirkung einer allergenspezi schen Immuntherapie sind aufwendig. Weniger aufwendig zu generieren sind longitudinale Real-Life-Datenanalysen. Eine solche Untersuchung liegt jetzt speziell für die Gräserpollen-SLIT vor. D(AIT) hat ihre Langzeitwirksamkeit ie allergenspezi sche Immuntherapie bei allergischer Rhinitis und allergischem Asthma in klinischen Studien unter Beweis gestellt. Schwieriger sieht es dagegen beim Nachweis eines Ein usses auf den Krankheitsverlauf aus. Einige schon ältere Langzeitstudien berichten über positive Eƒekte unter anderem auf die Entwicklung eines Asthmas, allerdings ist die Studienlage uneinheitlich. Um Daten speziell für eine sublinguale AIT (SLIT) bei Gräserpollenallergie zu erhalten, wurde nun eine Datenbankanalyse mit „Real-Life-Daten“ durchgeführt. Dazu wurden zunächst entsprechend präspezi zierten Kriterien die über maximal acht Jahre gesammelten Daten 2.851 Patienten mit einer SLIT-Gräserpollen-•erapie und 71.275 Kontrollpatienten ohne eine AIT extrahiert und in adjustierten, multiplen Regressionsanalysen unter anderem die Verordnungen von symptomatisch wirkenden Antiallergika und Antiasthmatika sowie die Zeit bis zu einer möglichen Asthmadiagnose in beiden Gruppen miteinander verglichen. Nach der Gräser-SLIT sanken die Verordnungen von symptomatisch Jahr nach dem Trainingsprogramm in vier Scoringsystemen: Katastrophisierendes Denken in Bezug auf den Juckreiz (Juckreiz-Kognitions-Fragebogen), soziale Ängste (Marburger Hautfragebogen), subjektive symptombezogene Krankheitslast (Skindex-29-Fragebogen) sowie Krankheitszeichen und Symptome (SCORAD-Index). Bei drei dieser Studienziele schnitten die Interventionspatienten mit jeweils p < 0,001 signi kant besser ab als die Kontrollpatienten: Sie konnten Juckreizemp ndungen kognitiv besser bewältigen und zeigten im Skindex-29-Fragebogen und dem SCORAD-Index eine bessere krankheitsbezogene Lebensqualität. Fazit: Die multiprofessionelle Schulung von erwachsenen Patienten mit einer mäßigen bis schweren AD unterstützt die Patienten bei der Krankheits- und Symptombewältigung und verbessert die krankheitsbezogene Lebensqualität. Dr. Barbara Kreutzkamp Heratizadeh A et al. E ects of structured patient education in adults with atopic dermatitis: Multicenter randomized controlled trial. J Allergy Clin Immunol 2017; 140: 845–53 wirksamen Antirhinitis-Medikamenten im Vergleich zur Kontrollgruppe um 18,8 % (p < 0,001), die Asthmamedikation um 16,7 % (p = 0,004). Auch erhielten die SLIT-Patienten seltener und später als die Kontrollpatienten eine neue Asthmadiagnose (Odds Ratio: 0,696; p = 0,002 und Hazard Ratio: 0,523; p = 0,003). Fazit: Eine Gräserpollen-SLIT reduziert die Rate von verordneten symptomatisch wirksamen Medikamenten sowie die Rate von neu diagnostiziertem Asthma im Vergleich zu einer Kontrollgruppe signi kant. Einge ossen in die Analyse sind allerdings nur Daten zu verordneten Medikamenten; OTC-Präparate und genauer diagnostischer Status waren nicht bekannt. Dr. Barbara Kreutzkamp


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Dr. Barbara Kreutzkamp. Atopische Dermatitis: ARNE-Schulungsprogramm unterstützt speziell Erwachsene, Allergo Journal, 2017, 11-11, DOI: 10.1007/s15007-017-1451-4