BCG-Impfung wohl doch nicht atopieprotektiv

Allergo Journal, Nov 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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BCG-Impfung wohl doch nicht atopieprotektiv

Allergo J Fetuin-A: Outcome-Prädiktorkandidat für die spezi sche Immuntherapie funktionellen Studien reagierten BALB/cMäuse auf ein In-vivo-Silencing des FETUA-Gens mit einer deutlichen Zunahme der Atemwegshyperreagibilität und des Lungenwiderstandes sowie der š2-Antwort nach Ovalbumin-Sensibilisierung. Zwar konnten sowohl das sialylierte als auch das nicht sialylierte FetA an Lipopolysaccharid (LPS) binden, allerdings war nur sialyliertes FetA in der Lage, synergistisch mit LPS und Gräserpollen- oder Milbenallergenen die Tolllike-Rezeptor-4-vermittelten proallergischen Eigenscha‰en von humanen dendritischen Zellen zu stimulieren. - Bschwere sowie die Ergebnisse von isher helfen vor allem die SymptomHautpricktest und In-vitro-Untersuchungen bei der Entscheidung für eine allergenspezische Immuntherapie (AIT). Ein Kandidat für einen Biomarker, mit dem sich die Wahrscheinlichkeit eines AIT-Erfolges vorhersagen lässt, ist FetuinA (FetA). Das ubiquitär vorkommende Blutprotein wird in der Leber synthetisiert und hat sowohl entzündungshemmende als auch entzündungsfördernde Eigenscha‰en. Eine vergleichende proteomische Analyse sollte die prädiktive Potenz des Proteins aufzeigen. Die Forscher gri‹en dazu auf die prätherapeutisch gesammelten Seren von 82 Gräserpollenallergikern zurück, in denen sie die Proteine mit zweidimensionaler di‹erenzieller Gelelektrophorese trennten und anschließend mithilfe von markierungsfreier Massenspektrometrie quantizierten. Zusätzlich erfolgten biochemisch-funktionelle Untersuchungen von FetA per Gen-Silencing in einem Asthma-Mausmodell sowie in In-vitroStimulationsassays mit humanen dendritischen Zellen und der Ober–ächenplasmonenresonanzspektroskopie. Ein starker Abfall im Rhinokonjunktivitis-Gesamtsymptomscore nach Abschluss der AIT korrelierte insgesamt mit hohen prätherapeutischen Spiegeln von O-glykosylierten FetA-Isoformen. In den BCG-Impfung wohl doch nicht atopieprotektiv Einer Antituberkuloseimpfung mit Bacillus Calmette-Guérin werden unspezi sch immunmodulierende E”ekte zugeschrieben. Eine kontrollierte Studie untersuchte nun prospektiv den atopiepräventiven E”ekt einer BCG-Neugeborenen-Impfung. NWirkungen haben einige Impfsto‹e eben spezisch immunisierenden vermutlich auch unspezische E‹ekte. So reduzierte die Tuberkuloseimpfung mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) mehreren Studien zufolge die Mortalität der Geimp‰en in einem größeren Ausmaß, als es ein alleiniger Tuberkuloseschutz erwarten ließ. Zusätzlich sind vereinzelt auch atopiepräventive E‹ekte beschrieben, allerdings meist in Beobachtungsstudien. Um das zu überprüfen, untersuchte die dänische Calmette-Studie prospektiv die Schutzwirkung einer BCG-Impfung bei Neugeborenen auf die Entwicklung einer Nahrungsmittelallergie im Alter von einem Jahr. Einbezogen in die dänische Multicenterstudie waren 4.262 reife Neugeborene, die innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt in einer 1 : 1-Randomisiation entweder eine BCG-Impfung erhielten oder der Kontrollgruppe zugewiesen wurden. Allergie- und studienrelevante Informationen holten sich die Wissenscha‰ler in telefonischen Interviews und klinischen Untersuchungen nach drei und 13 Monaten. Das Vorliegen einer atopischen Sensibilisierung wurde mit einem Cut-o‹-Wert von > 0,35 kUA/l spezischem IgE gegen Inhalations- und Nahrungsmittelallergene deniert. In dem Ein-Jahres-Follow-up wurde bei 5,6 % der Kinder in der Interventionsgruppe und bei 6,1 % der Kinder in der Kontrollgruppe eine Nahrungsmittelallergie vermutet. Das entspricht einer Risk Ratio von BCG- vs. Nicht Fazit: Die Serumspiegel von sialyliertem FetA eignen sich möglicherweise als Prädiktor für das Ansprechen von Allergiepatienten auf eine spezische Immuntherapie. Welche Rolle FetA im allergischen Geschehen spielt, ist derzeit aller dings nicht klar. Dr. Barbara Kreutzkamp Caillot N et al. Sialylated Fetuin-A as a candidate predictive biomarker for successful grass pollen allergen immunotherapy. J Allergy Clin Immunol 2017; 140: 759–70 BCG-Gruppe von 0,91 (95%-Kondenzintervall 0,71–1,16), ein statistisch signikanter Unterschied ließ sich nicht berechnen. Auch bei der atopischen Sensibilisierung ergaben sich keine statistisch signikanten Unterschiede (7,4 % vs. 8,0 %, Risk Ratio: 0,94, 95%Kondenzintervall: 0,65–1,36). Fazit: Eine BCG-Impfung bei Neugebo renen hat keinen Ein–uss auf die Entwicklung einer Nahrungsmittelallergie und einer atopischen Sensibilisierung im Alter von 13 Monaten. Die Ergebnisse stehen in Einklang mit anderen Studien aus Ländern mit hohem Einkommen. Die in anderen Untersuchungen beobachtete „Atopieprävention“ könnte möglicherweise auf einer BCG-induzierten Herabsetzung der Hautreaktivität gegen Allergene beruhen, was aber nicht unbedingt mit einem erniedrigten spezischen IgE einhergeht. Dr. Barbara Kreutzkamp Thøstesen LM et al. Neonatal BCG has no e”ect on allergic sensitization and suspected food allergy until 13 months. Pediatr Allergy Immunol 2017; 28: 588–96


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Dr. Barbara Kreutzkamp. BCG-Impfung wohl doch nicht atopieprotektiv, Allergo Journal, 2017, 12-12, DOI: 10.1007/s15007-017-1454-1