Tumorpatienten oft ohne adäquate Schmerztherapie

Schmerzmedizin, Nov 2017

Dr. Wiebke Kathmann

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Tumorpatienten oft ohne adäquate Schmerztherapie

Schmerzmedizin Tumorpatienten oft ohne adäquate Schmerztherapie 0 Gemisch aus Unter- , Fehlund Überversorgung Die Patientenumfrage lief von Januar bis Juni 2017. bruchschmerzen) waren fehl-, unteroder durch die Durchbruchschmerztherapie überversorgt (40 % in Form von hochpotenten Opioiden, 20 % mit „Rapid-onset“-Opioiden). Daraus könne geschlossen werden, dass die Ärzte nicht genau re¦ektieren würden, was die Grundlage der Schmerzen sei. - In der Gruppe mit echten tumorbedingten Durchbruchschmerzen (n = 2.643, überwiegend fortgeschrittene Erkrankung nach TNM-Klassi¨kation) berichteten zwei von drei Patienten über ≥ drei Durchbruchschmerzepisoden pro Tag, ausgelöst durch tägliche Verrichtungen wie Aufstehen, Darmentleerung. Aber nur 70 % erhielten eine Dauerschmerztherapie mit einem WHO-Stufe-3-Opioid, was die Erstmaßnahme zur Reduktion der Zahl der Attacken sein sollte. - Durch die Intensität der Durchbruchschmerzen (bei 50% ≥ 80 mmVAS) im Vergleich zu Dauerschmerzen (50 % ≥ 40 mm VAS) war die Teilhabe am Leben deutlich eingeschränkt, der Leidensdruck groß. - Die bevorzugt eingesetzten „Shortacting“-Opioide waren aus Patientensicht ebenso wirkungslos wie die ebenfalls gegebene „Rescue“-Medikation mit Nichtopioiden und niederpotenten Opioiden der WHO-Stufe 2. Nur ein Bruchteil dieser Patienten, die eigentlich für den Einsatz von Rapidonset-Opioiden in Betracht kommen, erhielt diese. Mögliche Gründe hierfür sind laut Überall Unkenntnis und Unsicherheit im Umgang mit diesen Präparaten sowie die Fixierung auf ursachenorientierte (onkologische) oeerapiekonzepte, statt einer Re¦ektion der tatsächlichen Patientenbedürfnisse. Weitere Informationen unter: www.PraxisUmfrage-Tumorschmerz.de Dr. Wiebke Kathmann - Krebspatienten erhalten häu g keine adäquate Schmerztherapie. Eine besonders gravierende Unter-, Fehl- und Überversorgung fand sich bei Durchbruchschmerzen. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Onlinebefragung „PraxisUmfrage Tumorschmerz“, die mehr als 5.500 Patienten mit Tumorschmerz umfasst und nun anlässlich des Deutschen Schmerzkongress 2017 vorgestellt wurde. D sam von der Deutschen Gesellie Onlinebefragung war gemeinscha für Schmerzmedizin (DGS) sowie der Deutschen Schmerzliga (DSL) initiiert worden und erfolgte zwischen Januar und Juni dieses Jahres. Wie PD Dr. Michael Überall, Vizepräsident der DGS, konstatierte, hat sie seine schlimmsten Befürchtungen übertroffen, denn gegenüber der Befragung aus dem Jahr 2007 habe sich kaum etwas zum Positiven verändert. Noch immer seien Aspekte jenseits der reinen Tumortherapie nicht gut versorgt, so Überall. Er fasste die Daten aus der Patientenbefragung (n = 5.576), die 20 Parameter evaluierte, darunter Schmerzintensität, Schmerzattacken, Durchbruchschmerz und Schlafqualität, kommentierend wie folgt zusammen: — Zwei von drei Tumorpatienten litten seit mindestens drei Jahren unter Tu morschmerzen. — Die Häl e der Patienten hatten Hintergrundschmerzen mit einer Intensität von 30 – 35 mm VAS; 20 – 30 % der Patienten waren unter ihrer oeerapie unzureichend versorgt (Dauerschmerz 50 mm VAS) und hätten einer oeerapieeskalation bedur . — Fünf von zehn Patienten verfehlten ihr individuelles Behandlungsziel. — Zwei von drei Patienten erhielten für ihre Dauerschmerzen ein WHO-Stufe 3-Opioid. — 70 % der Patienten hatten echte tumorbedingte Durchbruchschmerzen, die eine Optimierung der Hintergrundschmerztherapie erfordert hätten; 30% mit instabilen Dauerschmerzen, „End-of-dose-failure“- beziehungsweise neuropathischen Schmerzattacken (keine echten TumordurchS G D ©


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Dr. Wiebke Kathmann. Tumorpatienten oft ohne adäquate Schmerztherapie, Schmerzmedizin, 2017, 48-48, DOI: 10.1007/s00940-017-0686-1