Bessere Überlebenschancen für Lungenkrebs-Patienten

Pneumo News, Nov 2017

Manuela Arand

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Bessere Überlebenschancen für Lungenkrebs-Patienten

PNEUMONEWS  Nicht aufgeben, nur weil die Standardtherapie nicht funktioniert 0 Bessere Überlebenschancen für Lungenkrebs-Patienten Die Morbidität durch orale Steroide (OCS) ist beträchtlich, betonte Prof. Peter Gibson, Universität Newcastle/Australien. Neun von zehn Patienten mit schwerem Asthma haben mehr als eine durch diese Medikation ausgelöste Komorbidität - Diabetes, Katarakt, Osteoporose usw.. Bei diesen Patienten sol-l te man sicherstellen, dass alle anderen Stellschrauben optimal eingestellt sind. Vier Ebenen sind Gibson zufolge dafür wichtig: 1. Auf Verhaltensebene sollte die Šerapie durch individualisierte schri‹liche Handlungsanweisungen und Medikationspläne unterstützt werden. Daneben gilt es, Adhärenz und Inhalationstechnik zu verbessern. Der Arzt sollte darauf achten, möglichst alle inhalativen Medikamente im gleichen Device zu verordnen, um unnötige Fehlerquellen zu vermeiden. 2. Was als gesund gilt, nutzt auch Patienten mit schwerem Asthma: Rauchstopp, wobei man auch von E-Zigaretten abraten sollte, mehr Bewegung und Gewichtsmanagement. Untergewicht schadet ebenso wie Übergewicht. 3. Begleiterkrankungen sollen identi-ziert und leitliniengerecht behandelt werden. Das schwere Asthma stellt dabei seltener als man denkt eine Kontraindikation gegen Pharmaka dar, die bei anderen Erkrankungen prognostisch wichtig sind. So sollte der Patient mit chronischer Herzinsu˜zienz oder nach Infarkt einen Betablocker bekommen, wobei natürlich auf Kardioselektivität zu achten ist. 4. Beim Stichwort Atemwege nicht nur an Bronchodilatatoren und inhalative Steroide denken, riet Gibson. Auch Maßnahmen oder Präparate, die die mukoziliäre Clearance verbessern, und der Schutz vor bzw. die Bekämpfung von pathogenen Erregern sind wichtig. Nicht wenige Asthma-Patienten leiden an einer obstruktiven Schlafapnoe, ihnen sollte man eine CPAP-Šerapie anbieten. Natürlich haben moderne Biologika ihren Stellenwert beim schweren Asthma und sollten auf jeden Fall den Vorzug vor OCS bekommen, sofern der Patient dafür geeignet ist. Schlecht kontrolliertes allergisches Asthma mit hohem IgE ist ein Fall für Anti-IgE, das mit hohen Eosinophilen-Zahlen für Anti-IL-5. Das gilt aber nicht uneingeschränkt, meint Gibson: Bei hohen Eosinophilen sucht der Pneumologe zuerst nach anderen Ursachen, bevor er ein Biologikum verordnet. Manuela Arand - Es gibt einen Ausweg, auch bei schwerem Asthma. Wichtig ist, auch die Begleiterkrankungen im Blick zu haben. Jenseits von inhalativer Standardmedikation und Biologika gibt es einiges, was man für Patienten mit schwerem, schlecht kontrolliertem Asthma tun kann, bevor man zu oralen Steroiden (OCS) als medikamentöser Ultima Ratio greift. Noch vor wenigen Jahren galt die Diagnose Bronchialkarzinom meist als sicheres Signal, dass die Lebenszeit in Kürze abläuft. Das hat sich geändert: Patienten können heute Jahre mit dem Tumor leben oder sogar geheilt werden. Zu verdanken ist diese positive Entwicklung Fortschritten auf allen Gebieten von Diagnostik bis Therapie, meint Prof. Nir Peled von der Universität Tel Aviv. Fünf Meilensteine haben seiner Ansicht nach besonders dazu beigetragen und sollten weiterverfolgt werden. Das konsequente Screening lässt die Lungenkrebs-Mortalität binnen fünf Jahren um 20 % senken. „Das erscheint zunächst nicht sehr beeindruckend, ist aber mehr, als wir mit jeder systemischen Therapie bei fortgeschrittener Erkrankung erreichen“, so der Onkologe. Schon heute stehen genomische und proteomische Tests zur Verfügung, mit denen sich die Response auf geplante Therapien vorhersagen lässt. Pharmakotherapeutisch stellt für Peled die Immuntherapie den größten Schritt nach vorne dar. Seit kurzem steht mit Pembrolizumab der erste PD1-Antikörper für die Firstline-Therapie zur Verfügung. Inzwischen gibt es auch vielversprechende Ergebnisse zum Einsatz der Immuntherapie in der Adjuvanz nach Chemo/Radiotherapie. Wirkstoffe wie Osimertinib und Alectinib sind in der Lage, die Blut-HirnSchranke zu passieren. So können Hirnmetastasen systemisch behandelt werden, die Patienten brauchen keine Hirnbestrahlung mehr. Schließlich ermöglicht es der Nachweis zirkulierender Tumor-DNA durch Liquid Biopsy, die Immuntherapie dem genetischen Profil des Tumors anzupassen und Resistenzentwicklung zu erkennen, ohne dass invasive Biopsien erforderlich sind. In der Therapie tut sich derzeit besonders viel. Kombinationen von Immuntherapeutika, molekular zielgerichteten Substanzen, Chemo- und Radiotherapie werden erprobt. „Unser Arsenal wächst, und es wird immer besser“, so Peled. Manuela Arand


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Manuela Arand. Bessere Überlebenschancen für Lungenkrebs-Patienten, Pneumo News, 2017, 44-44, DOI: 10.1007/s15033-017-0796-4