Telematik-Zwang für Praxen verschoben — Kostenerstattung sinkt trotzdem

MMW - Fortschritte der Medizin, Nov 2017

Springer Medizin

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Telematik-Zwang für Praxen verschoben — Kostenerstattung sinkt trotzdem

MMW Fortschritte der Medizin Telematik-Zwang für Praxen verschoben - Kostenerstattung sinkt trotzdem - _ Die Bundesregierung hat die sanktionsbewehrte Frist für die Einführung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM) per Verordnung um eine halbes Jahr verlängert. Erst ab dem 1. Januar 2019 muss in jeder Vertragsarztpraxis die Online-Prüfung und -Aktualisierung der Versichertenstammdaten möglich sein. Praxen, die bis dahin noch nicht soweit sind, wird ab diesem Zeitpunkt die Vergütung vertragsärztlicher Leistungen pauschal um 1% gekürzt – und zwar so lange, bis sie das VDSM einführen. Der Grund für die Fristverlängerung ist, dass die Betreibergesellscha“ gematik nicht alle erforderlichen Maßnahmen pünktlich umgesetzt hat. MMW KOMMENTAR Von der KBV, einem der Träger der gematik, hätte man eigentlich erwartet, dass sie diese ganze Verlagerung einer klassischen Aufgabe der Krankenkassen auf die Praxen verhindert. Da kommt viel organisatorischer Zwangsleerlauf auf die Vertragsärzte zu, © kirill_makarov / stock.adobe.com ohne dass für diesen Mehraufwand eine Vergütung erfolgt. Immerhin sollen die Kassen die Kosten für die notwendige technische Ausstattung der Praxen übernehmen. Hier konnte die KBV leider nur Pauschalen erreichen. Besonders ungünstig ist, dass diese auch noch zeitlich gesta€elt sind. Im 3. Quartal 2017 erhielt eine Praxis mit bis zu drei Vertragsärzten 3.055 Euro, um sich einen Konnektor und ein Kartenterminal anzuscha€en. Im laufenden Quartal sind es 2.793 Euro, im 1. Quartal 2018 noch 2.557, dann 2.345 und schließlich nur noch 1.155 Euro. (Die komplette Liste für alle Praxisgrößen und Komponenten •nden Sie in MMW 12/2017, S. 25). Hier passt Einiges nicht zusammen, denn die ersten Hardware-Komponenten sind gerade erst zugelassen worden. Am 10. November meldete die gematik, dass der erste Konnektor das Zulassungsverfahren durchlaufen habe. Auch von allen anderen HardwareKomponenten gibt es ein zugelassenes Produkt. Arztpraxen, die angesichts des verschobenen Einführungstermins nun mit Gründlichkeit an die Auswahl der Ausstattung gehen, können die höheren Erstattungsbeträge nicht mehr erreichen – denn die Sta€elung wird nicht verändert. Damit liegt der Schwarze Peter bei den Praxen. Wir müssen versuchen, mit den Anbietern unserer Praxisverwaltungssysteme Preise zu verhandeln, die auch durch die reduzierten Erstattungsbeträge noch abgedeckt werden. Darauf sollte man aber auch achten!


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Springer Medizin. Telematik-Zwang für Praxen verschoben — Kostenerstattung sinkt trotzdem, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 29-29, DOI: 10.1007/s15006-017-0312-0