Retard-Tramadol für die medikamentengestützte Opiatentgiftung

Schmerzmedizin, Nov 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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Retard-Tramadol für die medikamentengestützte Opiatentgiftung

Schmerzmedizin Retard-Tramadol für die medikamentengestützte Opiatentgiftung serung der Atemnot, nicht aber des Schmerzes zur Zulassung eines Krebswirkstoƒes. In der Nachbeobachtungsperiode von im Schnitt 5,4 Jahren zeigten nur zwei Substanzen (2,9 %) eine Lebenszeitverlängerung bei verbesserter Lebensqualität. Während bei Zulassung 44 Substanzen eine Lebenszeitverlängerung belegten, waren es nach der langen Nachbeobachtung schließlich nur 26. Dabei lag die Verlängerung der Lebenszeit im Schnitt bei 2,7 Monaten. Letztlich wurde die Lebenszeitverlängerung von den - B zu den entzugssymptomlindernden uprenorphin und Clonidin gehören Standardmedikamenten bei einer kontrollierten Opioidentgi ung. Clonidin hat ein niedriges Missbrauchspotenzial, muss aber mehrfach täglich genommen werden und ist nicht so stark wirksam wie das mit einem sehr viel höheren Missbrauchspotenzial beha ete Buprenorphin. Alternativ bietet sich Retard-Tramadol an, für das bereits gute Erfahrungen in der kontrollierten Opioidentgi ung vorliegen. Eine randomisierte, kontrollierte Studie in einer stationären US-amerikanischen Entzugseinrichtung sollte den Stellenwert dieses schwach bis mäßig starken Opioidagonisten eruieren. Einbezogen waren 103 Patienten mit Opioidabhängigkeit, die zunächst über 7–10 Tage mit Morphin stabilisiert wurden. In der anschließenden siebentägigen Reduktionsphase erhielten die Patienten dann im Double-Dummy-Design Clonidin (n = 36), Retard-Tramadol (n = 36) oder Buprenorphin (n = 31) und danach einheitlich doppelblind eine Placebomedikation. Zielkriterien waren die Haltekra , die Stärke der Entzugssymptomatik, der Verbrauch an zusätzlichen Bedarfsmedikamenten und die Rate der Patienten, die sich anschließend für eine Naltrexon-Unterstützung in der Entwöhnungsbehandlung entschieden. Am Ende der Ausschleichphase unterschieden sich die Haltekra raten der Patienten unter Buprenorphin und Clonidin signi«kant (90,3 % vs. 61,6 %), die Rate unter Tramadol lag mit 72,2 % im Mittelfeld – ohne statistisch signi«kante Diƒerenzen zu den beiden anderen ¬erapiegruppen (χ2 = 8,5, p = 0,01). Die Hochpreisige Krebsmedikamente verbessern in weniger als 3 % Lebensqualität und Lebenslänge Eine Londoner Forschergruppe hat nun erstmals die Langzeiterfolge neu zugelassener Krebsbehandlungen untersucht und kommt zu erschreckenden Ergebnissen. V wurden 61 (90 %) ausschließlich in on den 68 geprü en Behandlungen „palliativer Indikation“ eingesetzt – sprich eine Heilungsaussicht gab es weitgehend nicht. Krebsbetroƒene in fortgeschrittenen Krankheitsstadien wünschen sich vor allem Erhalt oder Verbesserung der Lebensqualität. Dies wurde aber bei keiner der 68 geprü en Substanzen als primärer Endpunkt untersucht. Selbst als Nebeneƒekt konnten lediglich Teilverbesserungen der Lebensqualität bei sieben (10 %) der Substanzen gezeigt werden. So führte etwa die Bes Fazit: In der stationären medikamentengestützen Opioidentgi ung reduziert einmal täglich gegebenes Retard-Tramadol die Entzugssymptomatik vergleichbar stark wie Buprenorphin und besser als Clonidin. Durch das geringere Missbrauchspotenzial ist Tramadol damit möglicherweise eine gute Alternative zu Buprenorphin in diesem Setting. Dr. Barbara Kreutzkamp Wissenscha lern nur bei elf Indikationen (16,2 %) als relevant eingestu . Fazit: Wenn teure Medikamente ohne klinisch sinnvolle Leistungen zugelassen und in Gesundheitssystemen bezahlt werden, können einzelne Patienten geschädigt, wichtige Ressourcen verschwendet und die Bereitstellung von gerechter und erschwinglicher Gesundheitsvorsorge untergraben werden. Es ist komplett unverständlich, dass Onkologen solche Substanzen verschreiben und Krankenkassen sie erstatten. Es drängt sich doch die Frage auf, ob Patienten hier wahrheitsgemäß aufgeklärt werden. Dr. Matthias Thöns Davis C et al. Availability of evidence of bene­ts on overall survival and quality of life of cancer drugs approved by European Medicines Agency: retrospective cohort study of drug approvals 2009-13. BMJ 2017;359:j4530


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Dr. Barbara Kreutzkamp. Retard-Tramadol für die medikamentengestützte Opiatentgiftung, Schmerzmedizin, 2017, 28-28, DOI: 10.1007/s00940-017-0678-1