Opioide: Wenig Suchtgefahr mit strikten Regeln!

Schmerzmedizin, Nov 2017

red

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Opioide: Wenig Suchtgefahr mit strikten Regeln!

Schmerzmedizin 0 Opioide: Wenig Suchtgefahr mit strikten Regeln! 1 PD Dr. med. Michael A. Überall Für den DGS-Vorstand neu gescha ene Gruppe der DGS-Exzellenzzentren, von denen die ersten im März 2018 im Rahmen der Mitgliederversammlung vorgestellt werden, und die Arbeitsgruppe der algesiologischen Fachassistenten und Pain Care Assistants. Die kommissarische Leitung dieser Arbeitsgruppe tri… sich ebenfalls zum ersten Mal im November in Potsdam, um die Überarbeitung des entsprechenden Curriculums abzuschließen und den neu etablierten Tag der Fachassistenz im Rahmen des Deutschen Schmerztages 2018 zu konzipieren. Diesen Gruppen kommt im Rahmen der DGS-Agenda 2020plus als Kern des zukünŽigen DGS-Beirates insofern eine besondere Bedeutung zu, als sie - entweder praktisch tätig vor Ort oder inhaltlich aufgrund ihrer Erfahrung und Expertise - zusammen mit dem DGS-Vorstand die Weichen für eine qualitativ hochwertige und -ächendeckende schmerz- und palliativmedizinische Versorgung in Deutschland stellen werden. Darüber hinaus sollen sie auch zu aktuellen schmerzmedizinischen Fragestellungen selbstständig Position beziehen. - Neue Schwerpunkte, mehr Vielfalt Parallel hierzu werden aktuell alle bereits bestehenden Fort- und Weiterbildungsprojekte des DGS-Campus überarbeitet, inhaltlich wie konzeptionell auf den aktuellen Stand der Erwachsenenbildung gebracht und bezüglich des Formats und der Umsetzung an die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts angepasst. Dazu gehört auch, dass für die beiden wichtigsten etablierten DGS-CampusProjekte, das DGS-Innovationsforum sowie den Deutschen Schmerz- und Palliativtag, ab dem Jahr 2018 beziehungsweise ab 2019 jährlich wechselnde Programmkommissionen zusammen mit dem DGS-Vorstand inhaltlich verantwortlich sein werden, um auch hier die Vielfalt der schmerz- und palliativmedizinischen Expertise der DGS-Mitglieder durch variable Tagungsschwerpunkte optimal umsetzen zu können. Als neues Campus-Projekt werden wir im Rahmen der DGS-Agenda 2020plus in 2018 erstmalig die sogenannten DGSRegionalkonferenzen realisieren, mit denen wir versuchen wollen, nicht nur Informationen über den Status Quo der wichtigsten schmerz- und palliativmedizinischen Indikationsbereiche in den Regionen zu verbreiten, deren Beteiligung an den großen schmerzmedizinischen Fortbildungskongressen aufgrund räumlicher und zeitlicher Probleme scheitert, sondern auch neue Versorgungsoptionen und versorgungsrelevante Leitlinienkonzepte wie die DGS-PraxisLeitlinien vorzustellen. Die Fülle all dieser Aufgaben und Projekte verdeutlicht, dass die Basis der aktiven ehrenamtlichen und institutionellen Mitarbeit innerhalb der DGS deutlich über den Kreis des Vorstandes und die Regionalleiter hinaus erweitert werden muss. Mit der Agenda 2020plus ist hierfür ein solides Fundament gelegt, auf dem sich die DGS in den nächsten Jahren entwickeln kann. Nicht nur um die Vernetzung zu verbessern, sondern vor allem auch um die Teilhabe aller Mitglieder zu stärken und die Ideale der DGS als VersorgergesellschaŽ gesundheitspolitisch zu vertreten – denn hier liegt ganz o ensichtlich in den kommenden Jahren unsere größte Baustelle. Probleme gemeinsam bewältigen Diese Aufgaben werden wir – trotz unserer Größe und der neuen Ausrichtung – nur in einvernehmlicher und strategischer Einheit mit dem BVSD, dem für die Schmerzmedizin entscheidenden Berufsverband, der DSL, der in Deutschland größten Dachorganisation für Menschen mit chronischen Schmerzen, sowie weiteren Interessengruppen der schmerz- und palliativmedizinischen Szene lösen können. Dabei sollten wir uns beim Schließen etwaiger Allianzen durch die Erfahrungen und Probleme der Vergangenheit nicht dauerhaŽ behindern lassen, diese jedoch auch nicht gänzlich vergessen, denn letztlich lernen auch wir nur durch diese Erfahrungen die Herausforderungen der ZukunŽ kooperativ zu meistern. Und diese sind in der Schmerz- und Palliativmedizin unverändert (viel zu) viele! Dass es uns nach einer längeren Phase der Kommunikation auf Nulllinienniveau im Rahmen eines Tre ens von BVSD (Professor Nadstawek), DGSS (Professor Schmelz) und DGS/DSL (PD Dr. Überall) im August 2017 gelungen ist, für den 15. Dezember 2017 einen vorweihnachtlichen ersten Termin für eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur ZukunŽ der schmerzmedizinischen Versorgung in Deutschland zu vereinbaren, ist vielversprechend und ein erster Lichtblick für eine vorurteilslose und ho entlich erfolgreiche Zusammenarbeit zur gemeinsamen Bewältigung der vor uns liegenden Probleme. Drücken wir alle die Daumen, dass die mit diesem Tre en verbundenen Erwartungen erfüllt und aus dem ersten Glimmen der Glut kein Strohfeuer, sondern eine dauerhaŽ wohlige Wärme der solidarischen Kooperation im Interesse der sich uns anvertrauenden Patienten wird. Liebe Mitglieder der DGS, in diesem Sinne wünscht Ihnen der Vorstand einen erfolgreichen Jahresausklang, eine ruhige Vorweihnachtszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr, das für Sie alle vor allem Glück, Gesundheit und Erfolg bereithalten möge! Anders als in den USA ist in Deutschland kein Gesundheitsnotstand wegen Zunahme der Patienten mit Opioid-Abhängigkeit zu befürchten. Dies hat die DGS in einer bundesweit verbreiteten Pressemitteilung betont. Hierzulande erhielten Schmerzkranke in der Regel nur Opioide unter strengen Regeln der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung und des Betäubungsmittelgesetzes. Bei Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen komme es nur bei 1 – 3 % der mit Opioiden behandelten Patienten zu Abhängigkeitssymptomen. In den USA würden Schmerzkranke mit Opioid-Therapie hingegen kaum kontrolliert. Die DGS rät dringend, Opioide nur streng indikationsbezogen, retardiert, niedrig dosiert, zeitlich begrenzt und kontrolliert einzusetzen. Nicht retardierte Opioide, laxes Monitoring und unzureichende Prä-Anamnese der Patienten erhöhten das Suchtpotenzial. (red)


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red. Opioide: Wenig Suchtgefahr mit strikten Regeln!, Schmerzmedizin, 2017, 43-43, DOI: 10.1007/s00940-017-0682-5