Jugendliche mit Kopfweh für Studie gesucht

Schmerzmedizin, Nov 2017

eb

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Jugendliche mit Kopfweh für Studie gesucht

Schmerzmedizin Schmerzfrei ohne Opioide? Universität Heidelberg - — Opium stillt bekanntlich Schmerzen, indem es Ionenkanäle in Nozizeptoren blockiert. Diese bieten sich als Ansatzpunkte einer Schmerzbehandlung an, die ohne Opiumverabreichung auskommt, wie eine Forschungsgruppe in einer aktuellen Untersuchung zeigt (eLife 2017; 6: e26280). Das Team klärte das Zusammenwirken von Molekülen auf, die an der Schmerzemp’n dung beteiligt sind, teilt die Philipps-Universität Marburg mit. Dazu wurde eine Verbindung zwischen Opioidrezeptoren, die unmittelbar mit Morphin interagieren, und TRPM3-Kanälen hergestellt, die in denselben Zellen lokalisiert und am Schmerzemp’nden beteiligt sind. In Zellkulturen aktivierten die Wissenschaftler Opioidrezep-toren, indem sie Morphin zusetzten. Außerdem testeten sie die Wirkung der morphinähnlichen, synthetischen Substanz DAMGO. Das Ergebnis: Schaltet man Opioidrezeptoren an, indem man sie durch Morphin oder DAMGO reizt, so hemmten sie die TRPM3Kanäle. Diese waren dann weniger durchlässig für Kalzium- und Natriumionen. Auf diese Weise lasse sich die Schmerzemp’ndung verringern. Das Team identi’zierte auch weitere Moleküle, die an der Wechselwirkung zwischen Opioidrezeptoren und TRPM3-Kanälen beteiligt sind, so die Universität. Diese hemmen die Kanalproteine ebenfalls. a ilt o o F / n e rs e d n A n a J © a ilt o o F / 1 0 e g rs e © Morphin aktiviert Opioidrezeptoren, die wiederum TRPM3-Kanäle hemmen. Diese könnten neue Targets sein. Wenn es gelänge, die TRPM3-Kanäle auf andere Weise als durch Opiumbestandteile zu blockieren, könnten schmerzstillende Ergebnisse erzielt werden, aber unter Umständen mit weniger nachteiligen Folgen als bei Opiumverabreichung. „Bei Mäusen zeigen sich keine unerwünschten Nebenwirkungen, wenn ihnen das TRPM3-Gen fehlt“, werden die Studienautoren zitiert. „Medikamente, die sich gegen TRPM3-Kanäle richten, könnten daher ein brauchbares Mittel gegen Schmerz sein.“ (eb) — Scheinmedikamente können bekannterweise nicht nur einen heilsamen Placebo-, sondern auch einen nachteiligen Noceboe¢ekt haben. Wie Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) berichten, verstärkt sich diese Wirkung, wenn Patienten glauben, es handele sich um ein teures Mittel (Science 2017; online 6. Oktober). Für die Studie erhielten 49 Teilnehmer ein Scheinmedikament. Ihnen wurde gesagt, zu den Nebenwirkungen des Präparats zähle ein erhöhtes Schmerzemp’nden. Eine Hälfte der Teilnehmer erhielt zudem die Information, das Mittel sei günstig, die anderen dachten, es sei teuer. Resultat: Jene Probanden, die von einem teuren Mittel ausgingen, verspürten mehr Schmerz als die übrigen. Um die neuronalen Grundlagen zu klären, untersuchten die Forscher die Teilnehmer mit einer Form der funktionellen Magnetresonanztomogra’e (fMRT), die die aktivierten Hirnareale darstellt. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Wert eines Medikaments zusätzlich zu den negativen Erwartungen das Schmerzemp’nden beein§ussen kann“, erklärte Autorin Alexandra Tinnermann vom Institut für Systemische Neurowissenschaften des UKE. „Auch die Verarbeitung von Schmerzreizen im Rückenmark wird durch diese Faktoren verändert.“ (dpa) — Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg suchen für eine Studie Probanden zwischen 14 und 17 Jahren, die aktuell an Spannungskopfschmerzen leiden oder mindestens eine Episode durchlebt haben. Die Forscher wollen die Wirkung transkutaner Vagusnervstimulation erforschen. Dabei wird eine Elektrode am Ohr des Patienten befestigt, die den Hirnnerv stimuliert. Es ist bekannt, dass die Aktivität des Vagusnervs bei Erwachsenen mit primären Kopfschmerzen vermindert ist. Angesetzt sind zwei zweistündige Termine, die Teilnahme wird mit 50 Euro vergütet. (eb)


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eb. Jugendliche mit Kopfweh für Studie gesucht, Schmerzmedizin, 2017, 9-9, DOI: 10.1007/s00940-017-0660-y