Was gibt’s Neues?

Pneumo News, Nov 2017

Springer Medizin

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Was gibt’s Neues?

2. Slebos DJ et al. Respiration Was gibt´s Neues? 0 Direktor Medizinische Klinik III Klinikum am Steinenberg /Ermstalklinik Stuttgarterstr. 100 72574 Reutlingen - Bad Urach - Die zweite Jahreshäl e, die sich nun schon dem Ende zuneigt, ist für unseren Kollegenkreis durch die großen europäischen Kongresse interessant. Da gibt es den der ERS (European Respiratory Society), der ESMO (European Society for Medical Oncology) und der ESC (European Society of Cardiology), um nur die wichtigsten für das pneumologische Fachgebiet zu nennen. Die Fülle der sich zum Teil überlappenden klinischen und grundlagenwissenscha lichen Informationen ist auch in diesem Jahr überwältigend. Was davon ist hier für die Pneumologie als besonders interessant herauszu‰schen? Asthma bronchiale Highlights beim Asthma bronchiale sind Arbeiten zur zielgerichteten entzündungshemmenden Žerapie. Damit geht nun auch die Pneumologie den Weg, den lange vorher schon die Rheumatologie und die Onkologie beschritten. Neue Antikörper hemmen spezi‰sch die durch eosinophile Granulozyten oder Immunglobulin E (IgE) dominierte Entzündung. Der Effekt auf die Lungenfunktion ist zwar eher marginal, der auf die Senkung der Exazerbationsrate aber deutlich. Dies ist auch vor dem Hintergrund der aktuellen Empfehlungen der GINA (global initiative for asthma) von Bedeutung, in der die Graduierung nach lungenfunktionsbezogenen Schweregraden zugunsten der Asthmakontrolle völlig fallen gelassen wurde. COPD und Pneumonie Bezüglich der COPD wurden beim diesjährigen ERS-Kongress mit Spannung weitere Vergleichsdaten zur Triple-Žerapie aus lang wirksamem Anticholinerikum, lang wirksamem Beta2-Mimetikum und inhalativem Kortikosteroid in einem Inhaler erwartet. Mit Hinweis auf das Publikationsembargo einer wichtigen medizinisch-wissenscha lichen Zeitung wurden diese aber nicht vorgestellt. Dennoch wird auch aus Mitteilungen der Herstellerunternehmen immer klarer: Bei schwerer COPD sind Dreifach‰xkombinationen der dualen Bronchodilatation überlegen (Studien TRINITY [1] sowie IMPACT und TRIBUTE (noch unpubliziert, Stand Mitte Oktober 2017). Nicht minder wichtig waren z.B. Präsentationen zur thermischen Žerapie der Atemwegsobstruktion mittels bronchialer Kälteanwendung und Übersichten zur Lungenemphysem-Žerapie inkl. Empfehlungen, wann welches endoskopische Volumen-Reduktionsverfahren seine beste Wirksamkeit entfaltet [2]. .com Schlüsselparameter zur Entscheidung sind demnach: die Vere b .aod teilung des Emphysems (heterogen vs. homogen), das Residualk tsco volumen (ideal >175 % vom Sollwert), die FEV1 (ab <50 % vom / re50 Sollwert) und eine 6-Minuten-Gehstrecke von >100 m. Und u a© auch bei der COPD gibt es inzwischen Daten zur Žerapie mit zielgerichteten Antikörpern [z.B. 3]. Ergänzt werden diese Neuigkeiten durch eine Fülle von Arbeiten zu Biomarkern und deren Bedeutung in der zielgerichteten Žerapiesteuerung sowie Prognoseabschätzung. In diesem Zusammenhang ist auch die neue Leitlinie zu erwähnen, die die ERS zusammen mit anderen Fachgesellscha en zur Diagnostik, Risikoabschätzung und Žerapie der im Krankenhaus erworbenen Pneumonie (HAP) und der VAP (ventilator associated pneumonia) publiziert hat [4]. Last but not least: Lungenkarzinom In der Žerapie bei Lungenkarzinomen kommen immer mehr Checkpoint-Hemmer und andere Immunmodulatoren zum Einsatz. Neben Studien dazu wurden auf dem ESMO-Kongress auch Untersuchungen mit Präparaten zur gezielten Steigerung des programmierten Zelltods und zur immunologischen Demaskierung von Lungentumorzellen vorgestellt [z. B. 5]. In der Summe leben und arbeiten wir Pneumologen in einer spannenden Zeit. Durch die Entwicklung von neuen spezi‰scheren Žerapeutika wird eine genaue Patiententypisierung nötig. Seltene pulmonale Erkrankungen wie die pulmonalarterielle Hypertonie (PAH), der in diesem He ein Schwerpunktbeitrag gewidmet ist, oder interstitielle Lungenerkrankungen erfordern zunehmend eine Spezialisierung in unserem ursprünglich überschaubaren Fachgebiet. Das ist Chance und Herausforderung zugleich. Ihnen wünsche ich beim Lesen dieser vorletzten Ausgabe von Pneumo News im Jahr 2017 viel Spaß. Ich ‰nde, uns ist wieder eine sehr lesenswerte Artikelsammlung gelungen, die sich an den aktuellen Publikationen in unserem Fach orientiert. Literatur:


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Springer Medizin. Was gibt’s Neues?, Pneumo News, 2017, 3-3, DOI: 10.1007/s15033-017-0779-5