Hautpflege bei AD: Was gelangt in den Körper?

Allergo Journal, Dec 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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Hautpflege bei AD: Was gelangt in den Körper?

Allergo J Hautp“ege bei AD: Was gelangt in den Körper? 0 LEN) chamber: A novel mobile allergen exposure chamber. Allergo J Int 2017;26:287-94 1 Voegler T et al. Technical speci€cation of the Global Allergy and Asthma European Network (GA , USA 840 Kindern im Alter von vier bis neun Jahren die Urinkonzentrationen von niedermolekularen Phthalatmetaboliten und Parabenen bestimmt und nach in Nordeuropa häu€gen Loss-of-functionMutationen von Filaggrin-Genen (FLG) gesucht. Angaben zu einer eventuell vorhandenen AD und dem Verbrauch von Basisp¦egemitteln machten die Eltern anhand von Fragebögen. Die AD-Prävalenz in der Kohorte betrug 16,1%. Der Verbrauch von Cremes und Salben korrelierte mit der UrinPhthalat- und Paraben-Konzentrationen und erreichte bei einigen Substanzen statistische Signi€kanz. Außerdem waren die Urinkonzentrationen von niedermolekularen Phthalaten und zwei Parabenen bei Kindern mit AD signi€kant höher als bei Kindern ohne AD. Eine entsprechende Assoziation mit gängigen FLG-Mutationen fanden die Wissenscha™ler nicht. - DDermatitis (AD) haben neben einer ie meisten Patienten mit atopischer ¤2-¤1-Helferzellen-Dysbalance eine gestörte Hautbarriere aufgrund einer genetisch bedingten verminderten Synthese epidermaler Filaggrin-Proteine. Die geschwächte Hautbarriere lässt nicht nur Allergene leichter passieren, auch auf die Haut aufgebrachte Substanzen penetrieren leichter in den Systemkreislauf. Das dür™e auch auf die zahlreichen Bestandteile von Basisp¦egeprodukten zutre en, von denen einige toxikologisch nicht den besten Ruf haben. Dazu gehören Paraben-Konservierungssto e sowie Phthalate aus Verpackungen oder als weichmachende Substanzen in den Cremes selbst. Dänische Wissenscha™ler untersuchten im Rahmen einer prospektiven Geburtskohortenstudie Zusammenhänge zwischen AD und häu€gem Gebrauch von P¦egeprodukten. Dazu wurden bei GA2LEN-Kammer für Multizenterstudien geeignet Eine mobile Kammer für die Exposition gegenüber Aeroallergenen soll multizentrische klinisch-allergologische Studien ermöglichen. Entwickelt hat sie eine Arbeitsgruppe von Medizinern und Technikern. Kverlaufen traditionell nach dem Mus linische Studien in der Allergologie ter von Feldstudien. Jedoch ist es hier schwierig, standardisierte Bedingungen zu scha en. Das gelingt mit stationären Expositionskammern zwar recht gut: Hier können de€nierte Allergenkonzentrationen eingesetzt und die Umweltbedingungen stabil gehalten werden. Da sie fest verbaut sind, sind die Kammern für multizentrische Studien, wie von Zulassungsbehörden gefordert, ungeeignet. Ein Team von Allergologen der Berliner Charité, angeführt von Prof. Dr. KarlChristian Bergmann und Prof. Dr. Torsten Zuberbier, und von Technikern der Firma Bluestone Technology (Wörrstadt) hat deshalb ein System für die mobile Aeroallergenexposition entwickelt, das aus zwei transportablen Containern besteht, die miteinander verbunden werden und als GA2LEN-Kammer bezeichnet werden (GA2LEN: Global Allergy and Asthma European Network). Dabei dient einer der Container als Beobachtungseinheit, in der sich die Probanden auch umziehen können. Der andere ist die eigentliche Expositionskammer. In ihr be€nden sich neun Testplätze, über denen sich jeweils ein Auslass für die Allergene oder Placebo be€ndet. Die Partikelfreisetzung erfolgt lasergezählt und wird durch eine spezielle So™ware kontrolliert. Neben den Allergenen können Ob die erhöhte systemische Belastung mit Phthalaten und Parabenen bei ADKindern durch die gestörte Barrierefunktion der Haut selbst oder den durch die Erkrankung bedingten vermehrten Verbrauch von P¦egeprodukten bedingt ist, könne mit dieser Querschnittsstudie nicht abgeklärt werden, diskutieren die Autoren. Kausalzusammenhänge lassen sich am ehesten in prospektiven Longitudinalstudien ermitteln, in denen der P¦egemitteleinsatz strati€ziert nach dem AD-Schweregrad analysiert wird. Auch sollten die P¦egemittel di erenzierter betrachtet werden. Fazit: Sowohl der Verbrauch von Haut p¦egeprodukten als auch eine atopische Dermatitis korrelieren bei Kindern im Alter von vier bis neun Jahren moderat mit den Urinkonzentrationen von Phthalaten und Parabenen. Inwieweit die erhöhten Werte toxikologisch bedenklich sind, ist nicht bekannt. Dr. Barbara Kreutzkamp Overgaard LEK et al. Children with atopic dermatitis and frequent emollient use have increased urinary levels of low-molecularweight phthalate metabolites and parabens. Allergy 2017; 72: 1768–77 auch Ozon, Kohlendioxid und Feinstäube eingeleitet werden, um die innerstädtische Lu™verschmutzung zu simulieren und deren Auswirkung zu untersuchen. Technische und klinische Validierungsversuche, insgesamt 330 mit fast 200 Probanden, sind erfolgreich verlaufen. An Allergenen getestet wurden Phleum pratense (Wiesen-Lieschgras), Betula pendula (Hängebirke) und die Hausstaubmilbenarten Dermatophagoides pteronyssinus und D. farinae. Bergmann und sein Team äußerten sich zufrieden. „Die GA2LEN-Kammer in der vorliegenden Form stellt der Allergieforschung ein neues technisches Instrument zur Verfügung“, so ihr Resümee. Es erlaube ein einzigartiges, schnelles und standardisiertes multizentrisches Vorgehen. Dr. Robert Bublak


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Dr. Barbara Kreutzkamp. Hautpflege bei AD: Was gelangt in den Körper?, Allergo Journal, 2017, 13-13, DOI: 10.1007/s15007-017-1491-9