Bariatrische Chirurgie kann Bluthochdruck heilen

CardioVasc, Dec 2017

Dr. med. Dirk Einecke

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Bariatrische Chirurgie kann Bluthochdruck heilen

CARDIOVASC Bariatrische Chirurgie kann Bluthochdruck heilen 0 Hälfte ohne Bluthochdruck Die Ergebnisse zeigten einen durchschlagenden Eƒekt der bariatrischen Chirurgie: 84% der operierten, aber nur 13% der medikamentös behandelten Patienten erreichte den primären Endpunkt, berichtete Studienautor Dr. Carlos Schiavon, Heart Hospital Hcor in Sao Paolo. In der operierten Gruppe nah- GATEWAY-Studie bei adipösen Hypertonikern In der GATEWAY-Studie, deren Ergebnisse nun beim Kongress der „American Heart Association“ vorgestellt und zeitgleich in Circulation publiziert wurden, sind die bariatrischen Chirurgen nun auch Hypertonikern im wahrsten Sinne des Wortes zu Leibe gerückt. Ausgehend von der Beobachtung, dass der Magenbypass bei Diabetikern auch den Blutdruck senkte sowie das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen verminderte, unternahmen sie eine randomisierte Studie mit 100 adipösen Hypertonikern (BMI im Schnitt 37 kg/m², 70 % weiblich), die mit im Durchschnitt drei antihypertensiven Medikamenten ihren Blutdruck kontrollierten. Primärer Endpunkt war eine mindes - tens 30%ige Reduktion der antihypertensiven Medikation und Aufrechterhaltung von Drucken unter 140/90 mmHg nach 12 Monaten. Wichtigster sekundärer Endpunkt war eine Remission des Blutdruckes. Die Intervention bestand in der Anlage eines Magenbypasses per Roux-en-Y-Anastomose. Beide Gruppen erhielten Antihypertensiva. Bei Werten über 140/90 mmHg wurde die oeerapie intensiviert, bei unter 110 mmHg systolisch oder 70 mmHg diastolisch wurde sie reduziert. - E der man in den USA an jeder Strainmal mehr erscheint Fettleibigkeit, ßenecke begegnet, als die Mutter allen kardiovaskulären Übels, zumindest aber einiger kardiovaskulärer Hauptrisikofaktoren. Schon länger ist bekannt: Der typische Patient mit metabolischem Syndrom kann Blutdruck, Fett- und Glukosestoƒwechsel positiv beein…ussen, wenn es ihm denn gelingt, dauerha† ein paar Kilogramm abzuspecken. Ein radikaleres Vorgehen gegen den Speck zeigt verblüƒende Erfolge. So ist der STAMPEDE-Studie zu entnehmen, dass eine nachhaltige Gewichtsreduktion um ca. 20 % bei Diabetikern das HbA1c langfristig im Schnitt um etwa 2 % verbessert (von 9,3 auf 7,3 %). Ein Viertel der Patienten verzeichnete sogar eine Remission des Typ-2-Diabetes. Verglichen wurden Magenschlauchanlage, Roux-en-Y-Bypass-Anlage und intensive medikamentöse oeerapie. Bei einem Roux-en-Y-MagenBypass wird die Nahrung über eine Art minituarisierten Magen direkt in den Dünndarm geleitet. In der Folge sinkt nicht nur iod das Körpergewicht, sondern u auch der Blutdruck. ts c i g o l o x i P / y irr a b L o t o h P e c n e i c S © men 75% der Patienten nach einem Jahr nur eines oder gar kein Antihypertensivum mehr ein. In der Kontrollgruppe benötigten 50 % der Patienten drei oder mehr Antihypertensiva. Die durchschnittlichen Blutdruckwerte lagen in der OP-Gruppe bei 123/77mmHg, in der Kontrollgruppe bei 128/81mmHg. Bei 51% der operierten Patienten ging die Hypertonie gar in Remission, die Werte lagen ganz ohne Medikamente unter 140/90mmHg. 33 % erreichten Werte unter 120/80 mmHg, 22 davon ohne Medikamente. Remissionen gab es in der Kontrollgruppe keine. Die 30%ige Reduktion der antihypertensiven Medikation verzeichneten die operierten Patienten übrigens bereits nach einem Monat. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie erst knapp 10 % ihres Gewichts verloren. Nach einem Jahr hatten sie über 25 % ihres Gewichtes abgespeckt. Außerdem reduzierte sich der Bauchumfang (87 vs. 110 cm), das LDLCholesterin (87 vs. 116 mg/dl), den Entzündungsparameter hsCRP (3,1 vs. 8,1 mg/l), der HOMA-Index (1,1 vs. 4,8) und das 10-Jahres-Risiko im FraminghamRisk-Score (4,5 vs. 6,8 %). Potenzielle Nebenwirkungen Umsonst gab es die Eƒekte allerdings nicht. Erkau† wurden sie z. B. mit Ernährungsde°ziten, die in der OP-Gruppe anfangs 26 % und am Ende 50 % der Patienten aufwiesen. Auch der AnämieProzentsatz stieg von 6 % auf 14 %, Hypovitaminosen B12 von 9 % auf 28 %. Auch mussten die Patienten der Magenbypass-Gruppe häu°ger rehospitalisiert werden, je einer wegen eines Abszesses und Erbrechen mit Dehydratation, vier wegen einer Cholelithiasis. Unter dem Strich halten die Autoren die bariatrische Chirurgie für eine eƒektive Behandlungsstrategie bei schwer übergewichtigen Hypertonikern, die das metabolische und das in…ammatorische Pro°l nachhaltig verbessert und damit das Potenzial aufweist, schwere kardiovaskuläre Komplikationen zu verhüten. Zudem umgeht sie die Compliance-Problematik. Dr. med. Dirk Einecke


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Dr. med. Dirk Einecke. Bariatrische Chirurgie kann Bluthochdruck heilen, CardioVasc, 2017, 14-14, DOI: 10.1007/s15027-017-1248-0