„Wir sind auf einem guten Weg“

ProCare, Dec 2017

Springer Fachmedien Wiesbaden

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„Wir sind auf einem guten Weg“

„Wir sind auf einem guten Weg“ 0 Quelle: Round Table: „Prävention nosokomialer Infektionen: So schützen Krankenanstalten ihre Patienten, ihre Mitarbeiter und sich selbst“ der Initiative Sicherheit im OP und Plattform Patientensicherheit , 20 Eine Reduktion auf null ist nicht möglich, aber ein beträchtlicher Anteil von nosokomialen Infektionen ließe sich mit einfachen Hygienemaßnahmen vermeiden. Benötigt werden mehr Zeit, mehr Personal und die individuelle Überzeugung, dass das gut ist. - aktuell Krankenhausinfektionen lassen sich vor allem mit Hygiene vermeiden und gut sind, so könnte die Qualität in Österreichs Spitälern verbessert und schließlich aufrecht erhalten werden. Denn, so Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger: Nosokomiale Infektionen verhindern, dass die Qualität gut ist. Allerdings müsse auch bewusst sein, dass die Infektionsraten im Krankenhaus nie auf null reduziert werden können, gab Blacky zu bedenken und verdeutlichte dies am Beispiel von invasiven Maßnahmen wie der Intubation: Zunächst werde die mikrobiologische Eigenbesiedelung des Patienten durchbrochen und dann werden die Körperschutzre exe behindert. Der Hustenre ex wird blockiert und damit der Abtransport von Sekret mit allen schädlichen Keimen. Der Sekretstau vor dem Beatmungstubus werde durch Absaugung in mehr oder weniger langen Intervallen behoben. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich in diesem Milieu Keime exorbitant vermehren. Wer habe also etwas falsch gemacht? „Niemand“, konterte Blacky, denn hätte man nicht beatmet, wäre der Patient schon früher verstorben. „Die Frustration ist also eingebaut.“ Schadenfall ist noch kein Haftungsfall Im Verbandsverantwortlichkeitsgesetz wird das Organisationsverschulden um strafrechtliche Folgen erweitert, berichtete Dr. Monika Ploier, Rechtsanwältin und Medizinrechtsexpertin – wenn die Kausalität zwischen Fehlverhalten und Infektion nachgewiesen werden kann. Daher sei „ein Schadensfall noch lange kein Haftungsfall“, betonte dazu Bachinger. Die Frage nach Haftung und Schuld sieht Blacky ohnedies als „ständiges Minenfeld“. Die möglichen rechtlichen Konsequenzen können vielleicht auf Organisationsebene Entscheidungen beein ussen, auf der Mitarbeiterebene müsse die Lösung in einer neuen Hygienekultur liegen. Und in der persönlichen Überzeugung, denn „Hygiene ist nicht teilbar und nicht delegierbar“. Aber hinter individuellen Fehlern stehe auch ein Systemversagen, weil zu wenig Personal und zu wenig Zeit zur Verfügung stehen. Die Einteilung von Operationen und anderen Eingri en erfolge häu g durch Personen, die den tatsächlichen Ablauf und Zeitaufwand nicht kennen, und daher zu knapp kalkulieren, die Einkaufsabteilung entscheide sich oft aus Kostengründen für Produkte, die einen erheblichen Mehraufwand an Zeit für das Personal verursache. Administrative und andere fachfremde Tätigkeiten binden Kapazitäten, die für die Hygiene fehlen. Sparmaßnahmen der Krankenhausträger verursachen Arbeitsüberlastung und reduzieren quali ziertes Personal, konstatierte auch Josef Zellhofer, Vorsitzender der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheit und Soziales, vor allem für den Bereich der Gesundheits- und Krankenp ege. Die Folge auch hier: Die Hygiene kommt häu g zu kurz. Konzentration auf Patientenversorgung „Nehmt von uns alle Tätigkeiten, die nicht unmittelbar mit der Patientenversorgung zu tun haben“, appellierte Blacky. Darüber hinaus brauche es auch andere bauliche Strukturen, um beispielsweise, wenn notwendig, Patienten isolieren zu können, sowie einheitliche Standards und eine Kultur des „Patient Empowerment“, wo auch kritische Anmerkungen von Patienten und deren Angehörigen ernst genommen werden. Auch die Transparenz von Infektionszahlen – intern wie extern – kann das Bewusstsein heben. Derzeit werden diese allerdings nur freiwillig erhoben, wie Blacky feststellte. Dennoch: „Wir sind auf einem guten Weg, aber am Ziel können wir nicht sein.“ n ki SpringerMedizin.at Weitere Informationen unter: www.SpringerMedizin.at/


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Springer Fachmedien Wiesbaden. „Wir sind auf einem guten Weg“, ProCare, 2017, 20-20, DOI: 10.1007/s00735-017-0843-8