Bariatrische Chirurgie kann Hochdruck heilen

MMW - Fortschritte der Medizin, Dec 2017

Dr. med. Dirk Einecke

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Bariatrische Chirurgie kann Hochdruck heilen

MMW Fortschritte der Medizin Bariatrische Chirurgie kann Hochdruck heilen der Anlage eines Magenbypasses per Roux-en-Y-Anastomose. Zudem wurde in beiden Gruppen antihypertensiv behandelt. Bei Werten über 140/90 mmHg wurde die ¨erapie intensiviert, bei Werten unter 110 mmHg systolisch oder 70 mmHg diastolisch wurde sie reduziert. - Wenn adipöse Hypertoniker sich einer bariatrischen Chirurgie unterziehen, können sie umgehend ihre antihypertensive Medikation erheblich reduzieren. Die Hälfte erreicht sogar eine Remission des Bluthochdruckes, so die Ergebnisse der GATEWAY-Studie. _ Schon länger ist bekannt: Der typische Patient mit metabolischem Syndrom kann Blutdruck, Fett- und Glukosestowechsel positiv beein ussen, wenn es ihm denn gelingt, dauerha ein paar Kilogramm abzuspecken. STAMPEDE-Studie bei fettleibigen Diabetikern Ein radikaleres Vorgehen gegen den Speck zeitigt verblüende Erfolge. So zeigen die 5-Jahres-Daten der STAM PEDE-Studie (Schauer, PR, et al. N Engl J Med 2017;376:641–651), dass eine mit bariatrischer Chirurgie erzielte nachhaltige Gewichtsreduktion um ca. 20% bei Diabetikern die HbA1c-Werte langfristig im Schnitt um etwa 2% verbessert. Ein Viertel der Patienten verzeichnete sogar eine Remission des Typ-2-Diabetes. GATEWAY-Studie bei adipösen Hypertonikern In der GATEWAY-Studie, deren Ergebnisse beim Jahreskongress der American Heart Association 2017 vorgestellt und zeitgleich in Circulation publiziert wurden, sind die bariatrischen Chirurgen nun auch Hypertonikern im wahrsten Sinne des Wortes zu Leibe gerückt. An der randomisierte Studie nahmen 100 adipöse Hypertonikern (70% weiblich, BMI im Schnitt 37%) teil, die mit im Schnitt drei Antihypertensiva ihren Blutdruck kontrollierten. Primärer Endpunkt war eine mindestens 30%ige Reduktion der antihypertensiven Medikation und Aufrechterhaltung von Druckwerten unter 140/90 mmHg nach 12 Monaten. Wichtigster sekundärer Endpunkt war eine Remission des Blutdruckes. Die Intervention bestand in Bei der Hälfte der Patienten heilte der Blutdruck aus Die Ergebnisse zeigten einen durchschlagenden Eekt der bariatrischen Chirurgie: 84% der operierten, aber nur 13% der medikamentös behandelten Pa tienten erreichten den primären End punkt, berichtete Studienautor Dr. Carlos Schiavon, Heart Hospital HCor in Sao Paolo, Brasilien. In der operierten Gruppe nahmen 75% der Patienten nach einem Jahr nur eines oder gar kein Antihypertensivum mehr ein. In der Kontrollgruppe benötigten 50% der Patienten drei oder mehr Antihypertonika. Die durchschnittlichen Blutdruckwerte lagen in der Op.-Gruppe bei 123/77 mmHg, in der Kontrollgruppe bei 128/81 mmHg. Bei 51% der operierten Patienten ging die Hypertonie gar in Remission, die Werte lagen ganz ohne Medikamente unVorbereitung auf einen bariatrischen Eingri . ter 140/90 mmHg. 33% erreichten Werte unter 120/80 mmHg, 22 davon ohne Medikamente. Remissionen waren in der Kontrollgruppe nicht zu verzeichnen. Die 30%ige Reduktion der antihypertensiven Medikation verzeichneten die operierten Patienten übrigens schon nach einem Monat. Zu dem Zeitpunkt hatten sie erst knapp 10% ihres Gewichts verloren. Nach einem Jahr hatten sie über 25% ihres Gewichts abgespeckt. Zudem reduzierten sie ihren Bauchumfang (87 cm vs. 110 cm), ihr LDL-Cholesterin (87 vs. 116 mg/dl), den Entzündungsmarker hsCRP (3,1 vs. 8,1 mg/l), ihren HOMA-Index (1,1 vs. 4,8) und ihr 10-Jahres-Risiko im Framingham-Risk-Score (4,5% vs. 6,8%). Nebenwirkungen und Rehospitalisierungen Umsonst gab es die Eekte allerdings nicht. Erkau wurden sie z.B. mit Ernährungsde¬ziten, die in der Op.-Gruppe anfangs 26% und am Ende 50% der Patienten aufwiesen. Auch der AnämieProzentsatz stieg von 6% auf 14%, B12Hypovitaminosen nahmen von 9% auf 28% zu. Auch mussten die Patienten der Magenbypass-Gruppe häu¬ger rehospitalisiert werden, je einer wegen einem Abszess und Erbrechen mit Dehydratation, vier wegen einer Cholelithiasis. Andererseits hatten die Patienten der STAMPEDE-Studie fünf Jahre nach dem Eingri eine deutlich bessere Lebensqualität zu Prokotoll gegeben als die nichtoperierten Patienten der Kontrollgruppe. Unter dem Strich halten die Autoren die bariatrische Chirurgie für eine eektive cen Behandlungsstrategie bei schwer übergeilla wichtigen Hypertonikern, die das metaboa e tu lische und das in ammatorische Pro¬l r c i /Bp nachhaltig verbessert und damit das PoZ /ch tenzial hat, schwere kardiovaskuläre Koms tb plikationen zu verhüten. Zudem umgeht z i u lrrtaaudG sie die Compliance-PDrorb.mlemeda.tDi kir.k Eineck■e W © ■ American Heart Association, Scienti c Sessions 2017, Late Breaking Clinical Trials 1; Schiavon CA, et al. Circulation 2017; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.117.032130


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Dr. med. Dirk Einecke. Bariatrische Chirurgie kann Hochdruck heilen, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 16-16, DOI: 10.1007/s15006-017-0358-z