Was tun bei Schlafapnoe und COPD?

CME, Dec 2017

Dagmar Jäger-Becker

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Was tun bei Schlafapnoe und COPD?

Was tun bei Schlafapnoe und COPD? 0 Best of the ERS/ESRS Sleep and Breathing Conference 2017, European Respiratory Society Congress 2017 , Mailand Überdruckbeatmung kann bei Betroffenen sogar das Leben verlängern - Die Kombination der schweren chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) (Overlap-Syndrom) geht mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität einher. Die theoretische Prävalenz des Overlap-Syndroms betrage 1% in der Allgemeinbevölkerung, berichtete Prof. Winfried Randerath vom Bethanien-Krankenhaus in Solingen auf dem europäischen Lungenkongress in Mailand. Nach einem systematischen Review [1] von 21 Beobachtungsstudien (> 29.000 Tei-l nehmer) war die Prävalenz des OverlapSyndroms bei OSA- und COPD-Patienten stark erhöht (OSA: 7,6–55,7%; COPD: 2,9– 65,9%). Overlap-Patienten haben eine ausgeprägte nächtliche Sauersto˜-Unterversorgung (SpO2 < 90 %) sowie eine schlechtere Schlafqualität im Vergleich zu Patienten mit OSA allein. Schlafapnoe mit kurzen Atemaussetzern während des Schlafs (bis hin zu einer Minute Dauer), ohne dass der betro˜ene Patient aufwacht, vermindert die Schlafqualität und die Tagesbežndlichkeit und begünstigt das Au¡reten von Sekundenschlaf am Tag. Arousals verhindern zwar das Ersticken. Sie aktivieren aber den Herzschlag, erhöhen den Blutdruck und die Muskelspannung und ver¤achen das Schlafstadium – alles mit unerwünschten Folgen für die Gesundheit. Schlafapnoe geht darüber hinaus mit unregelmäßigem Schnarchen und o¡ auch mit Kopfschmerzen beim Erwachen einher. Risiko für Herzrhythmusstörungen und Lungenhochdruck Ursache der obstruktiven Schlafapnoe ist eine funktionelle Instabilität der oberen Atemwege. Der pharyngeale Kollaps bei entspannter Muskulatur setzt anatomische und neuromuskuläre Kontrollmechanismen außer Kra¡ und verschließt die oberen Atemwege teilweise oder ganz [2]. Bei COPD-Patienten, meist ältere Menschen mit zahlreichen Komorbiditäten, ist die Prävalenz von OSA deutlich erhöht. Bei gleichzeitigem Vorliegen von COPD und OSA steigt das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Lungenhochdruck, die Lebensqualität nimmt ab. Schätzungsweise hat jeder sechste COPDPatient im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium III oder IV nach GOLD ll) e d o m o t o F it m d ill b o b m y S il(t a o o /F n e fts u u a r g © gleichzeitig ein OSA. Bei mittelschwerer bis schwerer COPD sollte routinemäßig in einer polysomnogražschen Untersuchung nach OSA gefahndet werden, denn eine nächtliche CPAP-ªerapie (kontinuierliche Überdruckbeatmung) per Maske verbessert bei den Betro˜enen die Schlafqualität, Exazerbationen der COPD und Hospitalisierungen werden vermindert, kardiovaskuläre Todesfälle nehmen unter der Beatmungstherapie ab [3]. CPAP-Therapie kann versagen Bei einem signižkanten Anteil der Overlap-Patienten, vor allem bei jenen mit Übergewicht, schlechter Lungenfunktion, niedrigem PO2, höherem pCO2 im Wachzustand oder längerer Schlafzeit mit SpO2 < 90%, kann die CPAP-ªerapie jedoch versagen. Hyperkapnie tagsüber und nächtliche Hypoxie sind unabhängige Prädiktoren für ein frühes CPAP-Versagen bei OSA-COPD-Overlap-Patienten [4]. Eine Langzeit-nicht-invasive-PositivDruck-Beatmung (NPPV) kann nach einer Studie bei Patienten mit schwerer stabiler hyperkapnischer COPD das Überleben verbessern [5]. Demnach verlängert eine e˜ektive Senkung des paCO2 durch die NPPV-ªerapie das Gesamtüberleben bei Patienten mit schwerer COPD, verbessert die Lungenfunktion und steigert krankheitsspezižsche Lebensqualität. Maßgeblich sind dabei die relativ hohen Beatmungsdrücke mit hohen Back-UpFrequenzen, was einer kontrollierten Beatmung nahe kommt [6]. Dagmar Jäger-Becker


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Dagmar Jäger-Becker. Was tun bei Schlafapnoe und COPD?, CME, 2017, 20-20, DOI: 10.1007/s11298-017-6439-6