Neue Tumortherapien für Kinder

Info Onkologie, Dec 2017

red

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Neue Tumortherapien für Kinder

Improved event-free and progres- sion-free survival with rituximab plus chloram- bucil versus either chlorambucil or rituximab monotherapy. J Clin Oncol. Absetzen von Imatinib ist möglich - Die ¥erapie mit Imatinib kann bei Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML), bei denen über mindestens zwei Jahre eine nicht detektierbare Resterkrankung (UMRD) vorliegt, sicher unterbrochen werden. Dies bestätigen die endgültigen Ergebnisse der prospektiven französischen Stopp-Imatinib-Studie (STIM1). In der Studie wurde die Imatinib-¥erapie bei 100 Patienten mit CML, die über ≥ 2 Jahre eine UMRD aufwiesen, abgesetzt. Bei Au¨reten eines molekularen Rezidivs sollte die ¥erapie sofort wieder aufgenommen werden. Das mediane molekulare Follow-up nach dem Abbruch der Imatinib-¥erapie betrug 77 Monate. 61 Patienten verloren den UMRD-Status nach median 2,5 Monaten und ein Patient verstarb ohne Verlust der UMRD nach zehn Monaten. Ein molekulares Rezidiv trat meist innerhalb von sechs Monaten (im Median 2,5 Monaten) nach ¥erapieunterbrechung auf. Die Rate für das molekulare rückfallfreie Überleben betrug 43 % nach sechs Monaten und 38% nach 60 Monaten. Die Imatinib-¥erapie wurde bei 57 von 61 Patienten mit molekularem Rezidiv wieder aufgenommen, und 55 der 57 Patienten erzielten eine zweite UMRD nach median vier Monaten. Keiner der Patienten erlebte eine Progression der CML. Beim letzten Follow-up-Termin lebten noch 57 Patienten; 43 Patienten (70 %) erhielten einen Tyrosinkinaseinhibitor (TKI), 14 standen nicht unter TKI, neun davon befanden sich in ¥erapiepause. In Analysen der Ausgangscharakteristika der Studienpopulation wurden der Sokal-Score und die Dauer der Imatinib¥erapie als signi–kante unabhängige Risikofaktoren identi–ziert für ein molekulares Rezidiv. Brigitte Schalhorn Etienne G et al. Long-term follow-up of the french stop imatinib (STIM1) study in patients with chronic myeloid leukemia. J Clin Oncol. 2016;35(3):298-305. MALT-Lymphom Kombination besser als Monotherapie Beim fortgeschrittenen gastralen MALT („mucosa-associated lymphoid tissue lymphoma“)-Lymphom ist die Kombination Chlorambucil plus Rituximab bezüglich des ereignisfreien (EFS) und des progressionsfreien Überlebens (PFS) den jeweiligen Monotherapien überlegen. Dieser Gewinn führte jedoch nicht zu einem längeren Gesamtüberleben. Das zeigte die IELSG-19-Studie, in der Chlorambucil allein (Arm A) mit der Kombination aus Chlorambucil plus Rituximab (Arm B) verglichen wurde. Nach Aufnahme von 252 Patienten wurde ein dritter Arm (C) mit Rituximab allein hinzugefügt; insge samt wurden 454 Patienten behandelt. Die Kombination führte zu einem signi–kanten Anstieg der Remissionsraten von 85,5 % (Chlorambucil) bzw. 78,3 % (Rituximab) auf 94,7 %. Auch die Rate an vollständigen Remissionen lag unter der Kombination mit 78,8 % deutlich über den Werten der Monotherapien mit 63,4 % (Chlorambucil) bzw. 55,8 % (Rituximab). Nach einem medianen Follow-up von 7,4 Jahren betrug das EFS unter Chlorambucil 5,1 Jahre und unter Rituximab 5,6 Jahre, während es unter der Kombinationstherapie noch nicht erreicht wurde (p = 0,0009). Nach fünf Jahren betrug die EFS-Rate der Kombination 68 % geao ilt /vaFeo l e p e aaShn it a T © Ein MALT-Lymphom kann die Folge einer Helicobacter-pylori-Infektion sein. kurz notiert Sensor für Krebsgen entwickelt +++ Für TP53, das wichtigste humane Tumorsuppressorgen, haben Forscher der TU Dresden nun einen molekularen Sensor entwickelt, der anzeigt, ob TP53 in seiner Funktion gestört ist. Ist TP53 defekt, führt dies zur Aktivierung des Sensors und die Zerstörung der Zelle wird eingeleitet [Mircetic J et al. Nat Commun. 2017;8(1):1463]. red. Neue Tumortherapien für Kinder +++ Das Forschungskonsortium ITCC-P4 setzt sich zum Ziel, die Entwicklung neuer Medikamente für krebskranke Kinder zu beschleunigen und neue Biomarker zu entwickeln, um die Medikamente möglichst passgenau einsetzen zu können (https://www.itccp4.eu/), heißt es einer Mitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Dazu sollen für zehn verschiedene Krebsarten bei Kindern, die bisher oftmals nur unzureichend behandelt werden können, patientenindividuelle präklinische Modelle entwickelt werden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie mit den patientenindividuellen Tumormodellen aussagekräftigere Ergebnisse zur Vorbereitung klinischer Studien erzielen, als es momentan mit den bisher üblichen Tests an Krebszellen in der Kulturschale oder an genetisch gleichförmigen Mausstämmen möglich ist. red. genüber 51 % und 50 % unter den Monotherapien mit Chlorambucil bzw. Rituximab. Das PFS stieg durch die Kombination signi–kant an (HR 0,62; p = 0,0119). Während hier der Medianwert noch nicht erreicht war, lag er unter Chlorambucil bei 8,3 Monaten und unter Rituximab bei 6,9 Monaten. Nach fünf Jahren lebten 72% der kombiniert Behandelten progressionsfrei, unter Chlorambucil bzw. Rituximab waren es 59 % bzw. 57 %. Im Gesamtüberleben wurden jedoch keine Unterschiede nachgewiesen, die 5-Jahres-Überlebensrate betrug unter der Kombination 89 % gegenüber den Monotherapien mit 89 % (Chlorambucil) und 92 % (Rituximab). Die ¥erapien wurden gut toleriert, unerwartete Toxizitäten wurden nicht berichtet. Brigitte Schalhorn


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red. Neue Tumortherapien für Kinder, Info Onkologie, 2017, 35-35, DOI: 10.1007/s15004-017-5902-6