Krebspatienten profitieren von richtiger Ernährung

ProCare, Dec 2017

Springer Fachmedien Wiesbaden

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Krebspatienten profitieren von richtiger Ernährung

X/tab/summary Not a side issue − the nutrition of cancer patients Fietkau, R. & Höffken, K. Onkologe Krebspatienten profitieren von richtiger Ernährung auch noch Übelkeit und Erbre- chen hinzu 0 Quelle: Presseaussendung DEGRO 0 0 Struktur der Ernährungstherapie S trahlentherapie, vor allem in Kombination mit Chemotherapie kann zu Übelkeit und Appetitverlust führen und damit das Risiko für Mangelernährung bei den Patienten erhöhen. - aktuell Jedes Jahr erkranken in Deutschland nahezu 500.000, in Österreich knapp 40.000 Personen neu an Krebs, nicht selten schließt sich an Operation und Chemotherapie eine Strahlentherapie an. Gerade bei Tumorerkrankungen im Magen-Darmoder im Kopf-Hals-Bereich ist die Ernährung durch die Tumorerkrankung selbst beeinträchtigt und bis zu 80 Prozent der Patienten ist bereits mangelernährt, bevor eine Behandlung begonnen wird. „Für die Genesung müssen Krebspatienten alle Kräfte mobilisieren. Mangelernährung und Untergewicht verschlechtern die Lebensqualität und wirken sich negativ auf die Prognose aus“, erklärt Prof. Dr. Stephanie E. Combs, Direktorin der Klinik und Poliklinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie am Universitätsklinikum der Technischen Universität München (TUM). Die meisten Patienten vertragen die onkologische erapie, auch die Strahlentherapie gut. Bei einigen Patienten kann es jedoch auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen – und damit erhöht sich das Risiko für eingeschränkten erapieerfolg. „Deshalb sollte jeder Tumorpatient ernährungsmedizinisch betreut werden“, so Combs. Am besten wird der Ernährungsstatus eines Patienten schon vor Beginn einer onkologischen erapie erfasst, denn ist die Mangelernährung erst fortgeschritten, helfen oft nur noch eine Magensonde oder Infusionen, um den Patienten ausreichend mit Nährsto en zu versorgen. Folgende Fragen sollte das Betreuungsteam mit dem Patienten vor der Strahlentherapie besprechen: ■ ■ Ist das Ausgangsgewicht normal? ■ ■ Gibt es Anzeichen von Mangelernährung? ■ ■ Wird die Bestrahlung die Nahrungsaufnahme oder Verdauung stören? ■ ■ Wie kann ich einer Mangelernährung vorbeugen oder gegensteuern? Nach einer Untersuchung und einem ausführlichen Gespräch über die Ernährungsgewohnheiten kann ein persönlicher Ernährungsplan erstellt werden. „Je nachdem, wo sich der Tumor bendet und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, kann die Ernährung unterschiedlich beeinträchtigt sein. Deshalb ist es wichtig, jeden Krebspatienten individuell zu betreuen“, so Prof. Dr. Rainer Fietkau, Direktor der Strahlenklinik am Universitätsklinikum Erlangen und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). „Es gibt also nicht die eine KrebsDiät. Wer sich vollwertig ernährt, leicht verdauliche Nahrungsmittel bevorzugt und Zucker und scharfe Gewürze vermeidet, ist aber schon auf dem richtigen Weg“, stellt Fietkau fest. Doch auch wer diese Empfehlungen schon umsetzt, sollte sich ärztlich beraten lassen. Ernährungsmediziner und Ernährungsberater haben zum Beispiel Tipps für Rezepte mit hoher Nährsto dichte. Damit reichen schon kleine Portionen aus, den Nährsto bedarf zu decken. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, müssen zusätzliche unterstützende Behandlungen eingeleitet werden, die von oralen Formula-Diäten bis zu einer künstlichen Nahrungszufuhr und -aufnahme über den Magen-Darm-Kanal mittels einer Sonde oder „am Darm vorbei“ durch eine direkte Infusion, also parenteral, reichen können. Auch die aktuelle S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin bestätigt: Eine Ernährungstherapie kann die Leistungsfähigkeit, den Sto wechsel, die erapieverträglichkeit und die Lebensqualität deutlich verbessern. „Hier ist die Vernetzung gefragt“, so KoAutor Fietkau: „Radioonkologen sollten mit Ernährungsmedizinern und Ernährungsberatern zusammenarbeiten, um für Krebspatienten einen passenden Ernährungsplan aufzustellen.“ n LITERATUR


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Springer Fachmedien Wiesbaden. Krebspatienten profitieren von richtiger Ernährung, ProCare, 2017, 26-26, DOI: 10.1007/s00735-017-0845-6