Investition in Stressentlastung lohnt

Heilberufe, Dec 2017

Springer Medizin

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Investition in Stressentlastung lohnt

Das P egemagazin Ökonomisierung führt zu Zuwachs an Aufgaben Diese Trends führen zu einem Zuwachs an Aufgaben und Verantwortung für Leitungspersonen und zu einer insgesamt höheren Arbeitsbelastung. Durch die geringere Zahl von Leitungspositionen gibt es auch weniger Möglichkeiten der Nachwuchsentwicklung, was ein Hemmnis bei der Besetzung frei werdender Leitungspositionen darstellt. Im Alltag tre‰en Leitungen einer Organisationseinheit in der PŠege auf wenig förderliche Arbeitsbedingungen: Das sind zu wenig/kaum Zeit für ihre Aufgaben (z.B. keine Freistellung), fehlende Büro- oder Besprechungsräume und eine nicht ausreichende Quali”zierung für ihre Rolle. In diesem Zusammenhang fordert die BAG PŠegema- - nagement zur Sicherung der Qualität im Management Folgendes: — Sorgfalt bei der Bewerberauswahl für alle Hierarchieebenen — Unterstützung bei der Nachquali”zierung von Leitungen für ihre Aufgaben (die adäquate Quali”zierung ist ein entsprechender Hochschulabschluss) — Vorausschauende Identi”zierung, Talentförderung und Quali”zierung von Leitungsnachwuchs — Freistellung für die Führungsaufga ben — Klares Rollen- und Aufgabenpro”l (pŠegerisch und organisatorisch) — Eine Unternehmens- und Führungskultur, die die Weiterentwicklung der PŠege initiiert und voranbringt und den Menschen (Patienten, Mitarbeitern sowie Leitungen) in den Mittelpunkt stellt — Gestaltungsspielräume, die im Sinne der Organisation zur Sicherstellung der pŠegerischen Versorgungsqualität dienen — Die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlichen Ressourcen (Büro, PC-Arbeitsplatz, Zugri‰ auf internationale Datenbanken, spezi”sche Fortbildungen ...) — Unterstützende Organisationskonzepte zur Entlastung, etwa Ausfallmanagement, eine Stellvertretungsregelung, Coaching oder Peer groups — Personalentwicklungsstrukturen, die Talente identi”zieren und zukün›ige Leitungen gezielt fördern — Anerkennung von Leistung, Würdi gung von Erfolgen — Unterstützung bei der beruŠichen Weiterentwicklung und Karriereplanung — Regelmäßige (Selbst-)Evaluation der Führungskompetenzen auf allen Hierarchieebenen Verantwortliche in der PŠege und in der Leitung der Einrichtungen bis hin zum Träger stehen in der Verantwortung, ef”ziente Rahmenbedingungen für das PŠegemanagement zu scha‰en, heißt es im Positionspapier abschließend. www.dbfk.de DIGITALE ARBEITSWELT: FLUCH UND SEGEN Investition in Stressentlastung lohnt „Digitale Arbeit – Digitale Gesundheit“ ist das Schwerpunktthema des aktuellen BKK Gesundheitsreports 2017. Befragt wurden hierzu 3.000 Beschäftigte. Demzufolge ist die Digitalisierung heute schon für mehr als jeden zweiten Beschäftigten (52,5%) fester Bestandteil der Arbeit, für weitere 38,5% spielen diese neuen „Werkzeuge“ zumindest zeitweise eine wichtige Rolle. Der größte Anteil der Befragten (45%) geht davon aus, dass sich durch die Digitalisierung der Wegfall und der Zuwachs von Arbeitsplätzen die Waage halten wird. Allerdings ist mit 38% der Anteil derjeniger, die eher einen Wegfall von Arbeitsplätzen befürchten, mehr als doppelt so hoch wie der Beschäftigten, die Digitalisierung eher als Jobmotor sehen. Bezogen auf den eigenen Arbeitsplatz sind es vor allem die Berufe mit hohem Automatisierungsgrad, die in Zukunft einen Wegfall ihres Arbeitsplatzes befürchten. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist mit großen Erwartungen, aber auch nicht minder großen Befürchtungen verknüpft. Die Befragungsergebnisse zeigen weiter, dass ein großes Bedürfnis an Mitbestimmung über die eigenen Gesundheitsdaten besteht: 79% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass es für sie wichtig ist, selbst bestimmen zu können, welche anderen Personen oder Institutionen die persönlichen Gesundheitsdaten einsehen können. 82% finden es ebenso wichtig, dass ihre persönlichen Gesundheitsdaten vor Missbrauch geschützt werden. „Allein die Erwartungshaltung der erweiterten Verfügbarkeit (ständige Erreichbarkeit) wirkt sich zusammen mit der Flut an Informationen negativ auf die Gesundheit aus“, wies Prof. Jan Dettmers von der Medical School Hamburg (MSH) bei der Präsentation des Reports hin, auch wenn viele Beschäftigte subjektiv mit der Erreichbarkeit selbst kein Problem hätten. Dennoch seien verminderte Stimmung, emotionale Erschöpfung, schlechtere Schlafqualität, psychische Gesundheitsprobleme wie Rücken- und Nackenschmerzen sowie Absentismus zu erkennen. „Die Erholungsphasen sind nicht mehr da, wenn man ständig erreichbar ist“, betonte Dettmers. Zudem verschwimmen dadurch die klassischen Rollen zwischen privat und dienstlich. Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gebiete es, die Risiken der ständigen Verfügbarkeit zu minimieren, und zugleich deren Chancen zu nutzen.


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Springer Medizin. Investition in Stressentlastung lohnt, Heilberufe, 2018, 65-65, DOI: 10.1007/s00058-018-3236-x