HER2-Antikörper nur ein Jahr von Nutzen

Info Onkologie, Dec 2017

Kathrin von Kieseritzky

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HER2-Antikörper nur ein Jahr von Nutzen

HER2-Antikörper nur ein Jahr von Nutzen - Bei Patientinnen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom verbessert eine einjährige adjuvante erapie mit Trastuzumab nach der Chemotherapie das langfristige krankheitsfreie Überleben im Vergleich zur Beobachtung signi¢kant. Eine Verlängerung der Trastuzumab- erapie auf zwei Jahre scheint keinen zusätzlichen Nutzen zu bringen. Dies ergaben die Langzeitdaten der HERA-Studie mit einem medianen Follow-up von elf Jahren. An der randomisierten o¤enen PhaseIII-Studie hatten 5.102 Frauen mit HER2positivem Brustkrebs im Frühstadium teilgenommen. Nach der Primärtherapie – darunter Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie – wurden die Teilnehmerinnen auf Trastuzumab für ein Jahr, für zwei Jahre oder auf Beobachtung randomisiert. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben. Nach einem medianen Follow-up von elf Jahren hatte die einjährige erapie mit Trastuzumab im Vergleich zur Beobachtungsgruppe die Risiken für ein erneutes Krankheitsereignis (Hazard Ratio [HR] 0,76) und Tod (HR 0,74) signi¢kant gesenkt. Hingegen konnten durch die zweijährige erapie mit Trastuzumab gegenüber der einjährigen erapie keine weiteren Vorteile hinsichtlich des krankheits freien Überleben erzielt werden (HR 1,02). Die Rate für das geschätzte krankheitsfreie 10-Jahres-Überleben betrug in der Beobachtungsgruppe 63 %, in der Gruppe mit einem Jahr Trastuzumab 69% und in der Gruppe mit zwei Jahren ebenfalls 69%. Urothelkarzinom PD-L1-Antikörper als mögliche Alternative Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom, für die eine erapie mit Cisplatin nicht infrage kommt, kann womöglich mit Atezolizumab, einem gegen PD-L1(„programmed cell death-ligand 1“) gerichteten Checkpointinhibitor geholfen werden. Forscher der IMvigor-210-Studiengruppe haben in einer Phase-II-Studie untersucht, was Atezolizumab in der Erstlinientherapie gegen fortgeschrittene Urothelkarzinome zu bewirken vermag. 123 Patienten wurden in die Untersuchung einbezogen, 119 erhielten eine oder kurz notiert Brustkrebs: Kognitive De zite bereits vor der Chemotherapie Nach einer Chemotherapie berichten 65 % der Brustkrebspatientinnen von Gedächtnisproblemen, Konzentrationsstörungen und anderen kognitiven Problemen. Neuen Erkenntnissen zufolge entwickeln sich solche kognitiven Beeinträchtigungen jedoch nicht nur infolge der Chemotherapie, sondern sie beginnen bereits mit der Tumorentwicklung. Das zeigte eine Studie des Baycrest Centres for Geriatric Care [Winocur G et al. Neuroscience. 2017; pii: S0306-4522(17)30785-6]. Die Forscher hatten kognitive Defizite im Mausmodell für Brustkrebs untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Beeinträchtigungen beim Lernen und des Gedächtnisses bereits bestanden, bevor eine Chemotherapie verabreicht wurde. Beides, die Tumorentwicklung und die Chemotherapie, sind voneinander unabhängige Faktoren, die die Hirnfunktion auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Dabei können sich auch andere psychologische Probleme wie Angst und Depression entwickeln. Insgesamt beobachteten die Forscher drei Veränderungen im Gehirn: Bei der Entwicklung eines Tumors setzt der Körper Zytokine frei, um den Krebs zu bekämpfen. Diese Reaktion verursacht eine Entzündung im ZNS, die dessen Funktion beeinflussen kann. Außerdem hat man herausgefunden, dass eine Chemotherapie die Produktion neuer Zellen im Gehirn einschränkt, was zu Gedächtnisstörungen führen kann. Die Kombination von Tumorwachstum und Chemotherapie führt darüber hinaus zum Schrumpfen von Hirnregionen, die für das Lernen und Gedächtnis wichtig sind. Judith Neumaier itkco /sSe ag m Itt y e G /sxep il d e r aSuq © Die Patientinnen sollten über die Vor- und Nachteile einer erapie informiert werden. In Bezug auf die Sicherheit der erapie zeigte sich, dass die kardiale Toxizität in allen drei Gruppen gering war. Sie kam vor allem während der Behandlungsphase zum Tragen. Die Inzidenz kardialer Ereignisse betrug 7,3 % in der 2-Jahres-Trastuzumab-Gruppe, 4,4 % in der 1-JahresTrastuzumab-Gruppe und 0,9% in der Beobachtungsgruppe. Kathrin von Kieseritzky Cameron D et al. 11 years’ follow-up of trastuzumab after adjuvant chemotherapy in HER2positive early breast cancer: final analysis of the HERceptin Adjuvant (HERA) trial. Lancet. 2017; 389(10075):1195-205. mehrere Dosen des PD-L1-Antikörpers. Nach einem medianen Follow-up von 17,2 Monaten lag die Rate des objektiven Ansprechens bei 23% (9% komplett, 14 % partiell). 19 der 27 Remissionen dauerten zum Zeitpunkt der Datenerhebung an. Ein Ansprechen war in allen Subgruppen zu beobachten, die bezüglich der PD-L1Expression und prognostischer Faktoren wie des Metastasierungsgrads gebildet worden waren. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 2,7 Monate. Das mediane Gesamtüberleben erreichte 15,9 Monate. 30 % der Patienten litten unter der erapie an Fatigue, 12 % an Diarrhö, 11 % an Pruritus. Es gab einen therapiebedingten Todesfall durch Sepsis, 12 % der Patienten mussten die erapie aufgrund von Nebenwirkungen abbrechen. Die IMvigor-Wissenscha›ler sprechen angesichts der Ansprech- und Überlebensraten sowie der Verträglichkeit von ermutigenden Ergebnissen, die den Einsatz von Atezolizumab in der Erstlinie bei Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom untermauerten. Robert Bublak Balar AV et al. Atezolizumab as first-line treatment in cisplatin-ineligible patients with locally advanced and metastatic urothelial carcinoma: a singlearm, multicentre, phase 2 trial. Lancet. 2017;389 (10064):67-76.


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Kathrin von Kieseritzky. HER2-Antikörper nur ein Jahr von Nutzen, Info Onkologie, 2017, 36-36, DOI: 10.1007/s15004-017-5903-5