NOAK für Schrittmacherimplantation unterbrechen?

CardioVasc, Dec 2017

Dr. med. Dirk Einecke

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NOAK für Schrittmacherimplantation unterbrechen?

NOAK für Schrittmacherimplantation unterbrechen? 0 Dr. med. Dirk Einecke - P sich nicht selten einer kardialen Deatienten mit Vorho immern müssen vice-Implantation unterziehen. Hier stellt sich die Frage des perioperativen Vorgehens. Die Autoren der beim Kongress der „American Heart Association“ (AHA) in Anaheim vorgestellten BRUISE CONTROL-2-Studie hatten die Studienhypothese aufgestellt, dass es besser sei, eine NOAK-Œerapie fortzuführen, wenn Schrittmacher oder De‘brillatoren implantiert werden. Bei VKA ist die Fortführung der Therapie überlegen In zwei Vorgängerstudien, der BRIDGEStudie und der BRUISE CONTROL-Studie, hatte sich die Fortführung einer Œerapie mit dem Vitamin-K-Antagonisten Warfarin während des Implantationseingri•es einer Unterbrechung der Antikoagulation nebst perioperativem „Bridging“ mit niedermolekularem Heparin als überlegen erwiesen. Bei vergleichbaren thromboembolischen Komplikationsraten traten in den „Bridging“-Gruppen mehr Blutungskomplikationen auf. Somit war die Frage des Vorgehens für Vitamin-K-Antagonisten geklärt: Man führt die Œerapie fort. Ausnahmen: Patienten mit mechanischen Herzklappenprothesen oder kürzlich zurückliegendem Schlaganfall, Embolien, Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien, so der Rat der BRUISE CONTROL-2-Diskutantin Dr. Mina Chung von der Cleveland Clinic. Doch heute werden immer mehr Patienten mit NOAK behandelt. Wie würde der Balance-Akt zwischen den Risiken einer thromboembolischen Komplikation und einer perioperativen Blutung hier ausfallen? In den großen NOAK-Studien war eine vorübergehende Unterbrechung der Antikoagluation mit einem dreifach erhöhten Risiko für Schlaganfälle und systemische Embolien assoziiert, erläuterte Studienautor Dr. David Birnie von der Universität Ottawa. Auf der anderen Seite drohen Blutungen in die subkutane Device-Tasche, die für den Patienten auch unangenehme oder gefährliche Folgen haben können, etwa Infektionen oder eine längere Unterbrechung der Antikoagulation. Die Patienten der BRUISE CONTROL-2-Studie standen unter Œerapie mit Dabigatran (Pradaxa®), Rivaroxaban (Xarelto®) oder Apixaban (Eliquis®). Sie wurden randomisiert zwischen Fortsetzung und Unterbrechung der Antikoagulation. Im Falle von Rivaroxaban und Apixaban wurde die Antikoagulation zwei Tage vor dem Eingri• ausgesetzt. Bei Dabigatran entschied die glomeruläre Filtrationsrate über die Dauer der Unterbrechung. Alle drei Medikamente wurden wieder eingenommen, wenn seit dem Eingri• wenigstens 24 Stunden verstrichen waren. Bei NOAK gibt es eine PattSituation Die Größe des Studienkollektivs war eigentlich mit 846 Patienten berechnet worden. Doch das Daten- und Sicherheits-Komitee brach die Studie nach Einschluss von 662 Patienten ab. Grund war eine sehr niedrige Rate klinisch signi‘kanter Blutungen von 2,1 %, die in beiden Gruppen absolut identisch war. Im Gegensatz zu den Vitamin-K-Antagonisten hat man somit bei den NOAK also die Wahl. Man kann die Antikoagulation unterbrechen, etwa bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko. Oder man führt sie fort, etwa bei hohem Schlaganfall-Risiko bzw. bei dringlichem Eingri•.


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Dr. med. Dirk Einecke. NOAK für Schrittmacherimplantation unterbrechen?, CardioVasc, 2017, 16-16, DOI: 10.1007/s15027-017-1251-5