Wann ist die Gefahr für eine postoperative Pneumonie besonders hoch?

Pneumo News, Dec 2017

Dr. med. Jochen Aumiller

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Wann ist die Gefahr für eine postoperative Pneumonie besonders hoch?

PNEUMONEWS  Wann ist die Gefahr für eine postoperative Pneumonie besonders hoch? 0 Dr. med. Jochen Aumiller Erste Ergebnisse Im Register waren Mitte Oktober 2017 die Daten von 809 Patienten gespeichert, davon 59,6 % Männer. Bei 678 Patienten erfolgten Lungenresektionen. Hierbei kam es bei 12,2% nach der Operation zu einer Pneumonie. Dies entspricht Schieren zufolge einem Fall an jedem zweiten Tag. Das präoperative Assessment erfasste Basisdaten (Alter, Geschlecht), Lebensstilfaktoren wie Rauchen, die Lungenfunktion FEV1 und Di‚usion, Laborwerte wie Blutgase und CRP, auch die OP-Planung: VATS oder orakotomie. Eine erste Auswertung stellte die Frage nach einem erhöhten postoperativen Pneumonierisiko. Hier die Ergebnisse: Zur postoperativen Pneumonie kam es bei 15,1 % der Männer und 8,5 % der Frauen (p=0,013). Das männliche Geschlecht gilt deshalb als (naturgegebener) Risikofaktor. Die Sta‚elung des Risikos für eine postoperative Pneumonie bei Rauchern: Nichtraucher 10,1 %, Exraucher (seit über 3 Monaten) 11,8%, aktive Raucher 13,8%. Das ist statistisch nicht signi…kant. Was allerdings nicht missdeutet werden sollte: Rau - chen schadet der Lunge per se. - Lungenfunktionswerte ▶ FEV1 (Einsekundenkapazität, forciertes expiratorisches Volumen): Patienten mit >70 FEV1 bekamen in 10% eine pP, <70 waren es 18 %. Sprich, eine FEV1 <70 bedeutet Risikofaktor für eine postoperative Pneumonie. Laborwerte ▶ Das größte Einzelrisiko erreichte ein pO2 von < 60 mmHg mit 37,5 %. Aber auch bei pO2 < 70 lag es noch bei 15,3 %. ▶ Die gemessenen Unterschiede beim arteriellen pCO2 waren statistisch nicht signi…kant. Dagegen erreichte ein CRP-Wert von > 3,0 mg/l die Signi…kanzgrenze mit einem Risiko von 15,6 %, bei > 40 erreichte das Risiko sogar 20 %. Operationstechnik hat großen Einfluss Besonders spannend war die Frage, unter welcher OP-Technik ein erhöhtes Risiko für eine postoperative Pneumonie droht. Das Ergebnis war eindeutig: Unter der orakotomie 22,1 %, bei dem minimalinvasiven Eingri‚ (VATS) 9 % (p= 0,027). Wie zu erwarten stieg das Gesamtrisiko für eine postoperative Pneumonie mit der Zahl der Risikofaktoren, und zwar fast linear bis zur Summe von vier Risikofaktoren auf 17,9 %. Werden jedoch fünf Faktoren erreicht, schnellt das Gesamtrisiko auf 38,1 % hoch. Der Referent vermied es, diese ersten Ergebnisse gleich als Alarmsignale zu verkünden. Vielmehr stehe das gesamte statistische Werk auf schwachen Füßen, es sollten daraus nur Trends abgelesen werden. Um die Ergebnisse zu stabilisieren, bedarf es nach Schieren noch mehr Fälle und mehr Zentren, die sich am Register beteiligen. Am Deutschen Thorax-Register können alle Kliniken teilnehmen, die im Jahr mindestens 50 Eingriffe am Brustkorb vornehmen. Inbegriffen sind eine standardisierte Datenerhebung, zeitnahe Analyse sowie ein webbasiertes Feedback. Mehr Informationen zum Register und den Teilnahmebedingungen finden Sie im Web unter www.thoraxregister.de


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Dr. med. Jochen Aumiller. Wann ist die Gefahr für eine postoperative Pneumonie besonders hoch?, Pneumo News, 2017, 56-56, DOI: 10.1007/s15033-017-0841-3